Go Vacation

Genre
Gesellschaftsspiele
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Nintendo
Erscheinungsjahr
2011.11
Systeme
Wii
System im Test
Wii
Kurzbewertung
Technisch solide Minispiel-Sammlung mit Vorteilen im Mehrspielerbereich
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
„Go Vacation" ist eine Minispiel- bzw. Sportsammlung für die Wii. Die Ko-Produktion zwischen Nintendo und Bandai Namco lädt zu über 50, teils skurrilen, Urlaubsaktivitäten ein. Die Rahmenbedingungen für den sportlichen Urlaub sind schnell abgesteckt. Nach einem kurzen Intro landet der Spieler als Tourist auf der 'Kawawii-Insel'. Das frohe Eiland ist scheinbar ein Ort für aktive Urlauber, denn von diesen tummeln sich hier etliche, meist in Form eigener auf dem Wii-Speicher abgelegter Mii-Charaktere. Kaum angekommen, wird der Spieler dann auch schon zu diversen Aktivitäten eingeladen. Und die sind durchaus vielfältig - von Quadrennen bis Beachvolleyball, von Rafting-Touren bis Fallschirmspringen, von Ski-Abfahrten bis hin zu Surfherausforderungen - die Insel erscheint mit seinen vier Zonen - 'Mountain, Snow, Marine und City' - als wahres Urlaubsparadies. Anders als bei vielen anderen Minispielsammlungen werden Aktivitäten dabei nicht klassisch im Menü ausgewählt, sondern direkt auf der Insel zu Fuß, per Quad oder auf dem Pferd erkundet. Das und die Tatsache, dass nach einer bestimmten Anzahl an erfolgreich absolvierten Disziplinen eine Blockhütte, die nach und nach aufgepäppelt werden kann, als Belohnung wartet, verleiht dem Spiel einen leichten, etwas freieren Animal-Crossing-Chrakter (Test: Animal Crossing). Sämtliche Ressorts können alleine oder mit bis zu vier Spielern offline angegangen werden. Bei den meisten Spielen wird der Bildschirm dann einfach gesplittet, bei einigen wenigen, die explizit für den Mehrspielermodus ausgelegt sind, z.B. beim Rafting, sitzen die Spieler so zusagen gemeinsam im Boot bzw. Bildschirm. Wie bei der Wii und ihren etlichen mal mehr, mal weniger gelungenen Minispielsammlungen üblich, fertigen die Spieler als Spielfigur entweder einen eigenen Mii an oder wählt einen vorgefertigten Charakter. Diese sind bei „Go Vacation" im Vergleich zwar deutlich liebevoller animiert, bieten jedoch kaum Gestaltungsmöglichkeiten.

Pädagogische Beurteilung:
Vielfältige, manchmal ausbaufähige Steuerung
Die Steuerung von „Go Vacation" bietet einiges an Gestaltungsraum. So ziemlich jedes auf dem Markt erhältliche Wii-Steuerungsgerät wird unterstützt, vom Balance Board bis hin zum Plastik-Gewehr, vom Wii Wheel bis hin zu WiiMotionPlus. Getestet wurde „Go Vacation" allerdings lediglich mit der Grundausstattung der Wii – dem Wii-Remote- und Nunchuk-Controller. Jedes Minispiel wird vor Spielbeginn kurz schriftlich und bildlich dargestellt, was den Vorteil bietet, dass auch jüngere Spieler mit rudimentären Lesekenntnissen die Steuerung erfassen können. Die jeweilige Erklärung birgt jedoch auch einen kleinen Nachteil, da sie oft etwas schwammig und dadurch unklar bleibt. Wird ein Spiel also zum ersten Mal gespielt, kommt man nicht umhin die Steuerung zunächst auszuprobieren, um sie so zu erlernen. Dies fällt aber letztlich nicht weiter ins Gewicht, denn die Steuerung geht kinderleicht von der Hand und unterscheidet sich von Spiel zu Spiel letztlich nur marginal. Die Bewegungssteuerung funktioniert dabei Wii-üblich, mal tadellos, mal eher hakelig und fehlerbehaftet. Spürbare Auswirkungen einer gelungenen oder nicht gelungenen Steuerungserfassung kann man bei „Go Vacation" wahrscheinlich ohnehin nur bedingt feststellen, denn das Spiel verzeiht so einige, bei anderen Spielen möglicherweise fatale, Fehltritte. So kann der Spieler beispielsweise bei der Skiabfahrt ab und an mal gegen den Zaun brettern und trotzdem den amtierenden Meister der Insel schlagen. Bei Volleyball wiederum, springt der Charakter zum Beispiel recht eindeutig am Ball vorbei und dennoch wird dieser gespielt – mit dem Po.

„Eindeutig: Wii"(-Technik)
Audiovisuell ist „Go Vacation" nicht unbedingt für den Allerwertesten, kann aber auch nicht wirklich beeindrucken. Technisch reiht sich das Spiel in eine schier unendliche erscheinende Reihe von Wii-Spielen ein. Weitläufige, aber detailarme Landschaften, nette, aber lieblos animierte Charaktere, kurzum: „Go Vacation" ist ein jederzeit flüssig laufendes Spiel mit keinem spürbaren optischem Detailreichtum. Zugute halten muss man dem Spiel an dieser Stelle, dass auf teils wirklich nervige Werbeeinblendungen, wie bei etlichen artverwandten Spielen (Test: Sports Island 2) gänzlich verzichtet wurde. Auch akustisch ist Wii-Hausmannskost angesagt. Das mittlerweile doch eher dröge Elektrogeklimper wird hier und da mal mit kurzen deutschen Sprachsamples unterbrochen. Eine atmosphärische Dichte der einzelnen Minispiele gelingt dabei nur selten, da die verwendeten Soundeffekte teils bekannt sind und das Gehörte „voll an Sports Resort erinnert" (Test: Sports Resort), so die jugendlichen Tester.

Niedrigschwelliger Spielspaß
„Go Vacation" wusste beim Test, trotz seiner kleineren technischen Mängel, die Gruppe größtenteils zu überzeugen. Vor allem die umfangreiche Vielfalt und die teils exotische Auswahl wurde von der Testergruppe positiv hervorgehoben. Man war sich recht schnell einig, dass man hier mit mehreren Spielern „stundenlang weiterzocken" könnte. Diese Aussage beinhaltet allerdings wiederum direkt eine Kritik am ‚Wii-Urlaub', denn richtig überzeugen kann das Spiel ausschließlich im Mehrspielermodus. Die zum Teil hakelige und ungenaue Steuerung, sowie die damit einhergehende Fehlertoleranz des Spiels, gleichen sich bei nur einem Spieler nicht mehr aus und führen insbesondere bei etwas erfahrenen ‚Zockern' zu Stirnrunzeln. Geht man alleine ‚in den Urlaub' bietet die Insel letztlich zu wenig Anreiz lange auf ihr zu verweilen. Die meisten Spiele sind auf Anhieb oder nach dem zweiten Spielen mit Bravour gemeistert, eine spürbares Messen mit einem „wahren Gegner" ist nicht bis kaum vorhanden, sogar das ständige ‚freie Herumrennen' auf der Insel, um das nächste Spiel zu starten, beginnt recht zügig „zu nerven" und ob der „Sims"-Part (Test: Die Sims 3) rund um die eigene Blockhütte ausreicht, um das Spiel über einen etwas längeren Zeitraum interessant zu finden, darf durchaus bezweifelt werden. Dennoch schafft es „Go Vacation", dass man im Mehrspieler über all dies hinwegsehen kann, da einige dieser Kritikpunkte durch bereits einen Mitspieler nicht mehr bzw. kaum noch zur Geltung kommen.

Fazit:
„Go Vacation" ist eine etwas bessere Mini- bzw. Sportspielesammlung für Nintendos Wii. Technisch in jeglicher Hinsicht grundsolide entfalten die Spiele meist erst im Mehrspielerbereich ihren vollen Spielspaß. Als Einzelspieler, vor allem als etwas Erfahrenerer, überwiegen die Mankos des Spiels. Insbesondere der kaum als solcher zu bezeichnende arg niedrige Schwierigkeitsgrad und der damit einhergehende Mangel an ‚wahren' Herausforderungen schmälern den Spielspaß dabei doch zu sehr.

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Ü8 Franz-Vaahsen-Schule Düsseldorf
Bewertung Spielspass