Heroes of Order & Chaos

Genre
Apps
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Gameloft
Erscheinungsjahr
2012.11
Systeme
iOS, Android
System im Test
iOS
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
Vorteile durch Ingame-Käufe
Kurzbewertung
komplexes Multiplayer-Erlebnis
Redaktion
Leonard Mühring
Spieleratgeber-NRW
Screenshot 2Screenshot 3

Spielbeschreibung:
Da Heroes of Order&Chaos (HOC) ein reines Multiplayerspiel ist, in dem Spieler rundenweise in Teams gegeneinander antreten, gibt es keine ausgeprägte Story. Alles was der Spieler mitbekommt, ist eine klassische Fantasy-Rahmenhandlung mit Guten und Bösen. Mehr als das erfährt der Spieler allerdings nicht über die Spielwelt. Im Spiel selbst steuert man einen Helden, den man am Anfang der Runde auswählt. Jeder Held hat 4 Fähigkeiten, die man erst nach und nach in der laufenden Runde durch Levelaufstiege freischalten kann. Einmal freigeschaltet lassen sich die Fähigkeiten auch noch in 3 Stufen ausbauen.
Zudem kann man für Gold Ausrüstung und Heiltränke kaufen, die den Helden zusätzlich stärken.
Neben den Helden schicken beide Teams auch gleichstarke Wellen PC-gesteuerter Kreaturen in den Kampf. Diese Kreaturen werden automatisch alle paar Minuten vom Spiel selbst generiert und sorgen für noch mehr Komplexität in den Gefechten.
Ziel des Spiels ist es, das Hauptgebäude im gegnerischen Lager zu zerstören.

Pädagogische Beurteilung:
Eine Kopie, mit Licht und Schatten.
Heroes of Order & Chaos ist im Grunde eine Kopie des sehr beliebten PC-Spiels League of Legends (Test: League of Legends). 
Für die mobilen Betriebssysteme iOS und Android bietet Heroes of Order&Chaos aber die erste Umsetzung dieser Spielmechanik.
Das Erstaunliche dabei ist, dass HOC den großen Konkurrenten auf dem PC optisch einen Schritt voraus ist. Die comicartige Grafik ist knallig und bunt und dürfte sowohl Kinder als auch Erwachsene schnell in die Spielwelt ziehen. Trotz der tollen Grafik läuft das Spiel auch auf älteren Geräten wie dem iPod touch der dritten Generation. Zudem belegt das Spiel „nur“ 655MB des Speichers, was angesichts der Vielfalt und aufwendigen Grafik mehr als vertretbar ist. Auch soundtechnisch lässt sich kaum etwas an dem Spiel aussetzen.
Zu beachten ist aber, dass auf kleineren Geräten schnell die Übersicht verloren geht.

Komplexes Spiel, komplexe Steuerung
Level, Fähigkeiten, Ausrüstung, Tränke, Klassen und noch viele weitere Faktoren beeinflussen das Spiel. Heroes of Order&Chaos ist ein sehr komplexes Spiel. Ohne Einarbeitung und Training kann man als Spieler sehr schnell gefrustet werden. Dafür bietet das Spiel auch noch nach mehreren Stunden immer wieder etwas Neues und weiß auch Erwachsene zu motivieren. Das liegt besonders daran, dass man mit der Zeit nicht nur immer bessere Fähigkeiten freischalten kann, sondern auch mehr und mehr die ganze Komplexität der Spielmechanik versteht.
Ebenso komplex wie die Spielmechanik ist die Steuerung. Das Spiel erfordert in vielen Situationen gekonnte Fingerakrobatik. Neben der Steuerung des eigenen Charakters müssen vor allem die Fähigkeiten des eigenen Helden eingesetzt werden. In hektischen Situationen kann das Spiel Ungeübte schnell überfordern. Besonders auf kleineren Displays frustriert die Steuerung, da es viele Knöpfe gibt und diese einen Großteil des Bildschirms einnehmen, sodass nicht viel vom eigentlichen Spiel zu sehen ist. In jedem Fall dürften sowohl die Spielmechanik, als auch die Steuerung für Kinder unter 14 Jahren nur schwer zu bewältigen sein.

Free-to-Play kann teuer werden
Grundsätzlich lässt sich die App kostenlos herunterladen und nutzen. Wie jedoch viele dieser so genannten Free-to-Play Titel kann man innerhalb der App Einkäufe gegen echtes Geld tätigen.
Das Spiel will auch gezielt zum Geldeinsatz verleiten (Artikel zum Thema Apps und die inApp-Käufe). Zum Beispiel wechseln die verfügbaren Helden wöchentlich. Da sich jeder Held aber anders spielt möchte man einen Helden, mit dem man trainiert hat natürlich auch immer spielen können. Bis zu 480 Runen werden dafür verlangt. Zum Beispiel 900 Runen kosten schon 13,99€. Zudem verleitet ein Glücksspiel zur regelmäßigen Ausgabe von Runen. An einem einarmigen Banditen lassen sich sogar ganze Helden gewinnen. Jede Runde kostet hierbei 100 Runen, also 1,79€.

Bis auf diese Lotterie lassen sich aber auch alle Artikel mit so genannten Schilden kaufen. Diese Schilde verdient man sich in jedem Kampf, so dass die Runen an sich keinen spielentscheidenden Vorteil verschaffen und das Spiel auch ohne den Einsatz von echtem Geld viel Spaß machen kann.
Besonders kritisch zu sehen ist die Möglichkeit sich vermeintliche „Gratis“ Runen zu verschaffen. Die Runen kann man sich zum Beispiel durch Einkäufe auf anderen Seiten im Internet verdienen. Bei einigen Anbietern reicht aber wieder nur eine Registrierung für einen 30-Tägigen Probezugang. Neben den persönlichen Informationen erfordert ein solcher Schritt aber auch den Zugriff auf eine Kreditkarte.
Neben dem Shop muss man sich zudem bei G-Live, Gamelofts eigener Community, per E-Mail Adresse registrieren. Die Datenschutzbestimmungen von Gameloft geben Auskunst darüber, dass die Hersteller jegliche Daten auch personenbezogen für Werbezwecke auswerten und nutzten.
Ein vorsichtiger Umgang mit der Preisgabe der Daten ist also in jedem Fall ratsam.

Fazit:
Heroes of Order&Chaos ist beeindruckend komplex. Das gilt für die fantastische Grafik, aber auch für die Spielmechanik und die Steuerung. Kinder unter 14 Jahren dürften solch komplexe Zusammenhänge nur schwer erfassen können.
Neben den bekannten Möglichkeiten im Spiel selbst Geld auszugeben, ist besonders die Beschaffung von Runen durch die Registrierung bei anderen Diensten bedenklich.
Zum Glück lässt sich das Spiel auch ohne den Einsatz der Runen gut spielen. Einzig der Einstieg wird erschwert.

Ein offenes und ehrliches Gespräch mit den Kindern über die Risiken der Bezahlmöglichkeiten ist Eltern aber in jedem Fall zu empfehlen.