Kinect Rush: Ein Disney Pixar Abenteuer

Genre
Denken / Geschick
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2012.03
Systeme
Xbox 360
System im Test
Xbox 360
Hinweis(e)
Kinect Sensor erforderlich
Kurzbewertung
Gelungener Film-Jump&Run-Minispiel-Mix mit etwas zu geringem Umfang
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Microsofts „Kinect Rush: A Disney Pixar Adventure" ist eine weitere Minispielsammlung für den bewegungssensitiven Kinect Sensor. Wie der Name bereits vermuten lässt, wird man spielerisch in die Filmwelt von Pixar eingeführt. Aufgrund der Masse an ähnlich gearteten Spielen á la „Film trifft auf Minispiel", könnte man an dieser Stelle die Rezension im Grunde bereits beenden, wenn das Spiel nicht überraschend viele Elemente eines klassischen, wenn auch recht simplen 3D Jump'n'Runs bereithalten würde. Nach der Wahl des Avatars, sprich der Spielfigur, findet man sich in einem entfernt an Disneyworld erinnernden Themenpark wieder. Auf der Suche nach der nächsten Attraktion flitzt man, mit einigen anderen Kindern, mit denen man kaum bis gar nicht in Kontakt treten kann, durch den Park. Fünf Blockbuster haben es ins ‚Pixarland' geschafft: „Ratatouille", „Die Unglaublichen", „Toy Story", „Oben" und „Cars". Alle filmischen Attraktionen bieten jeweils drei ‚Level', wobei zunächst nur eines frei zugänglich ist. Insgesamt zehn zusätzliche themenbezogene Inhalte können somit nach und nach freigeschaltet werden. Hat man sich seinen Film dann ausgesucht, kann das Minispiel starten und genau an dieser Stelle weiß „Kinect Rush" zu überraschen. Anders als Millionen anderer Spielesammlungen, handelt es sich bei diesen Spielen mitnichten um ein- oder zweiminütige Spielchen. So gilt es beispielsweise als Mitglied der „Unglaublichen" eine Insel zu überqueren und dabei an diversen Gegenständen, wie etwa Lianen, hochzuklettern, über klaffende Abgründe zu springen oder Kreissägen und Laserstrahlen auszuweichen. Selbst bei der Umsetzung von „Cars", bei der man reflexartig simple Rennen erwartet, gilt es ganz im Jump'n'Run-Stil Abgründe gekonnt zu überqueren, Hindernisse zu umschiffen oder Münzen einzusammeln. Je nachdem, wie gut man solch eine, durchaus auch mal etwas langwierigere Aufgabe gemeistert hat, wird man mit unterschiedlichen Medaillen und weiteren Extras, wie etwa neuen Spielfiguren belohnt. Alle Level können dabei als Einzelspieler oder im Kooperationsmodus mit maximal zwei Spielern offline angegangen werden.

Pädagogische Beurteilung:
Gelungener Auftakt
„Kinect Rush" setzt den Kinectsensor auf besondere Art und Weise ein. So werden Neuspieler zu einem ‚Körperscan' eingeladen. Was an deutschen Flughäfen umstritten ist, baut hier eine unvergleichliche Verbindung zwischen Spieler und Spielfigur. Anhand der gescannten Daten generiert das Spiel eine Figur im Stile der Pixar-Filme und so erscheint man gewissermaßen selbst auf der Leinwand bestehend als Mischung aus Animation und Realität. Mit dem kreierten Pixar-Ebenbild spaziert man nun durch den Themenpark auf der Suche nach dem nächsten Spiel. Hat man es gefunden, kommt die zweite, ebenfalls gelungene, Funktion des Bodyscans ins Spiel. Für jede der Spielewelten bekommt man eine eigene Figur, so ist man bei „Cars" ein Sportwagen oder bei „Oben" ein Pfadfinder. Das Raffinierte dabei ist, dass die jeweilige Spielfigur farblich und mitunter auch den Kleidungsstil betreffend an das Original, sprich an den Spieler, angepasst ist. Hat man nun beispielsweise ein rotes Shirt und blaue Jeans, erscheint man bei „Cars" als blauer Flitzer mit roten Streifen. Diese neue Möglichkeit der Identifikation faszinierte die Testerund rief gar das Gefühl hervor „bei den Filmen mitzuspielen".

Mut zur Lücke
So innovativ die Möglichkeiten von Kinect durch den Auftakt von „Rush" auch erscheinen mögen, so lückenhaft bzw. ungenau ist mal wieder dessen Steuerungserfassung. Das Spiel erfordert vollen Körpereinsatz, soll die Spielfigur beispielsweise rennen, hüpfen, greifen oder sich bücken, so gilt es eben diese Bewegungen selbst durchzuführen. Klingt einfach, war es aber nicht. Gefühlt jede zweite Bewegung wird vom Sensor verzögert oder gar nicht erfasst, was mitunter dazu führt, dass einfachste Aufgaben wie etwa an einer Kurbel drehen, sich als langwieriger entpuppen als einem lieb ist. Zugute halten kann man dem ‚Pixarabenteuer', dass es sich lediglich in eine schier unendliche Kinect-Spieleliste mit ähnlich unausgereift wirkender Steuerungserfassung einreiht und dabei zumindest nicht abfällt.

„Wie im richtigen Film."
Der Effekt des äußerst gelungenen Start ins Spiels in Form des Körperscanners, wird durch das audiovisuelle Gewand von „Kinect Rush" zusätzlich unterstützt. Dem Spiel kommt dabei natürlich zugute, dass der Weg vom Animationsfilm zum Spiel nicht gar so weit ist. So können hier und da auch mal etwas verwaschenere Hintergründe und Texturen, rar gesäte grafische Details und manchmal plumpe Soundeffekte, gekonnt kaschiert werden. Der quietschbunten Filmvorlage wird man letztlich, trotz einiger Mängel, dennoch gerecht, wenn auch in jeglicher Hinsicht ‚nur' in DVD-, statt BluRay-Qualität. Größtenteils Originalschauplätze sowie der Originalsound samt musikalischer Anleihen aus den jeweiligen Filmen erhöhten den spürbaren Effekt des Gefühls bei „einem richtigen Film dabei zu sein".

‚Kurzfilmvergnügen'
Durch die Einbindung des eigenen Ebenbildes in das Spielgeschehen, durch die Nähe zum Film und durch den etwas anderen Jump'n'Run-Charakter der präsentierten Minispiele schaffte es „Rush", die Tester auf Anhieb in seinen Bann zu ziehen. Der gebotene Schwierigkeitsgrad, der die Gruppe (Ü8) durchaus vor interessante Herausforderungen stellte, sowie die Auszeichnung der eigenen Leistung in Form von Medaillen, hatte dabei durchaus unterstützende Wirkung. Und dennoch schafft es „Kinect Rush" dieses zweifelsfrei vorhandene Potential langfristig zu vergeuden. Das der erzeugte ‚Filmgenuss' mehr als abendfüllend sein wird, bezweifelten die Tester. Ihrer Meinung nach bietet das Spiel mit 15 Minispielen einfach zu wenig Umfang und nur geringe spielerische Abwechslung. Die durchgeführten Bewegungen sind sich, mit der logischen Ausnahme der Cars-Rennen, sehr ähnlich und erzeugen eine gewisse Beliebigkeit hinsichtlich der Spielewelten. Sinnbildlich für dieses verschenkte Potential nannten die Jugendlichen beispielsweise auch der Themenpark an sich. Wünschenswert wäre es hier gewesen, noch mehr solcher kleinen Interaktionsmöglichkeiten in diesem riesigen Areal anzubieten, anstatt ihn zum reinen Menü verkommen zu lassen. Letztlich sei „Kinect Rush", vor allem für ein jüngeres Zielpublikum ab etwa 8 Jahren dennoch eine ordentliche, wenn auch kurzweilige Portion Spielspaß.

Fazit:
„Kinect Rush: A Disney Pixar Adventure" wurde als eine durchaus gelungene Minispielsammlung mit einigen Jump'n'Run-Elementen für Microsofts Kinect bezeichnet. Abgesehen von der teilweise tückischen Steuerung, hatten die Tester auf Anhieb ihren Spaß. Vor allem die Nähe zum Film und die Einbettung eines eigenen ‚Ebenbildes' in eben diesen, lösten beim Test Faszination aus. Ein etwas zu geringer Spieleumfang und wenig Abwechslung im Bewegungsablauf verhindern leider eine womöglich länger andauernde Faszination.

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Spieletester
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass