Privatdetektiv Diggs

Genre
Adventure
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Sony
Erscheinungsjahr
2013.05
Systeme
Playstation 3
System im Test
Playstation 3
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
Sonys Wonderbook erforderlich
Kurzbewertung
Interaktives Spiel - besonders für Grundschulkinder interessant
Gruppenleiter
Niko Boßmann
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Die Medienwelt unserer Zeit unterliegt einem starken Wandel. Noch vor ein paar Jahren waren Röhrenfernseher der Standard der Technik - heute werden nur noch Flachbildschirme verkauft. Videokonsolen sind allgemein ein sehr junges Phänomen, das erst in den vergangenen Jahren starke Wachstumszahlen verzeichnet. Aber selbst in dieser kurzen Zeit hat sich einiges auf diesem Markt getan. Hauptsächlich haben diese Veränderungen in Hinblick auf qualitative Merkmale wie Bild und Ton stattgefunden, aber auch innovative Konzepte wurden mehr oder weniger erfolgreich umgesetzt. Eine ganz neue Erfindung ist das Wonderbook für die Playstation 3 (Artikel Sony Wonderbook). Da es ein relativ neues Konzept ist, gibt es auch noch nicht allzu viele Spiele hierfür. Eines der neuen Spiele ist „Privatdektektiv Diggs".

Privatdetektiv Diggs ist ein lustiger Bücherwurm, der als Privatdetektiv in Library City tätig ist. Als nun Eierkopf Humpty Dumpty von einer Mauer geschubst wird und Diggs als Hauptverdächtiger in Frage kommt, muss dieser den Fall aufklären, um seine eigene Unschuld zu beweisen. Der Spieler übernimmt die Rolle des Partners von Diggs und versucht den wahren Täter zu finden. Im Laufe des Spiels trifft der Spieler auf zahlreiche andere bekannte Charaktere aus Kindergeschichten und Märchen. „Privatdetektik Diggs" greift hierbei viele gängige Klischees des Detektiv-Genres auf und verarbeitet diese in amüsanten Szenen.

Pädagogische Beurteilung:
Detektivgeschichten laden Grundschulkinder dazu ein, ihre Fantasie voll auszuleben
Detektivgeschichten sind beliebt, egal in welcher Altersschicht. Besonders beliebt sind sie aber bei Grundschulkindern, die in ihrer Freizeit gerne in jedem Fall ermitteln, beispielsweise wenn etwas abhandengekommen ist oder aber mysteriöse Dinge passieren. Hierzu werden gerne auch mal eigene Visitenkarten entworfen und Nachbarn befragt. Wie beliebt dieses Genre ist, zeigt sich immer wieder auch am Erfolg von Hörspielen und Büchern wie den „Die Drei ???" oder „TKKG". Es lädt die Kinder dazu ein, ihre Fantasie voll auszuleben. Das Videospiel regt also schon alleine aufgrund seiner Themenwahl die Fantasie von Kindern an. Aber auch die Umsetzung, die den Spieler sehr interaktiv einbindet und nicht nur zum Bedienen eines Controllers degradiert, sorgt für diese Möglichkeit.

Einfachere Steuerung durch das Wonderbook
Die Steuerung von Privatdetektiv Diggs ist sehr einfach gehalten. Die meisten gängigen Videospiele werden durch gewöhnliche Controller gesteuert. Seit geraumer Zeit gibt es auch die Steuerung per Bewegungssensor, der die Bewegungen des Spielers auf dem Bildschirm umsetzt. Mit letzterer Variante wird auch das hier getestete Spiel gesteuert. Anders als bei den meisten Spielen wird aber nicht mit einem speziellen Controller gesteuert, vielmehr wird das Wonderbook selber zur Bewegung der Spürnase Diggs eingesetzt. Der Spieler dreht und wendet das Buch, öffnet oder schließt Seiten. Insbesondere für jüngere Kinder ist diese Variante der Steuerung wesentlich leichter zu bedienen als die gängige Steuerung mit Knöpfen. Darüber hinaus wirkt sie auch wesentlich authentischer, da die Bewegungen des Spielers tatsächlich auf den Bildschirm übertragen werden. Der Spieler wird durch seine Bewegungen direkt in das Spielgeschehen einbezogen. So muss er z.B. den Move Controller ähnlich einer Luoe über das Buch halten, um Indizien zu sammeln und den Fall zu lösen. Hierdurch gelingt es auch leichter, sich in die Spielwelt hineinzuversetzen und sich mit der Geschichte zu identifizieren. „Ich finde gut, dass man mit dem Buch steuert. Das ist mal was anderes" (Tester 12 Jahre).

Relativ kurzes Vergnügen
Das Medienverhalten von Kindern und Jugendlichen sollte durch Eltern durchaus kontrolliert werden. Die wenigsten Kinder werden selber in der Lage sein, ein angemessenes Maß an Medienkonsum abzuschätzen und sich selber zeitlich zu begrenzen. Aber auch wenn man diese zeitliche Begrenzung befürwortet, wird man den Spielumfang als recht gering empfinden. Mit etwa zwei Stunden befindet sich Privatdetektiv Diggs eher am unteren Ende der Spielzeiten von Videospielen. Natürlich ist die Spielzeit auch sehr stark davon abhängig, wie sehr sich die Spieler mit Details auseinandersetzen. Dennoch dürften auch Kinder die Spielzeit als gering empfinden.

Durchschnittliche Grafik, durchschnittlicher Sound
Sowohl die Grafik als auch der Sound wurden insgesamt als durchschnittlich bewertet. In beiden Eigenschaften kann das Spiel mit anderen Spielen, die herausragend in diesen Bereichen sind, nicht wirklich mithalten. Allerdings muss man auch anmerken, dass dies dem Spielspaß keinen Abbruch tut. Jüngere Kinder, an die das Spiel primär ja gerichtet ist, legen auf beide Aspekte eigentlich keinen gesteigerten Wert. Viel wichtiger ist die Geschichte des Spiels, auf die sowohl Grafik als auch Sound perfekt passen. Dadurch, dass stets auch der Raum in dem sich der Spieler befindet über die Videokamera aufgefangen und auf dem Bildschirm wiedergegeben wird, vermittelt es dem Spieler noch viel mehr den Eindruck, dass dieser tatsächlich am Spielgeschehen teilnimmt.

Sehr witzige Dialoge lockern das Szenario auf
Die Dialoge und Sprüche in „Privatdetektiv Diggs" bereichern das Spiel auf eine sehr amüsante Weise. Es kann schon mal passieren, dass der Privatdetektiv in einem absolut unpassenden Moment nach einem Pizzaboten verlangt. Diese lustigen Momente lockern die Atmosphäre auf, sorgen dafür, dass der Spieler auch mal über den speziellen Humor des Spiels lachen kann und sich nicht zu verbissen mit dem Inhalt auseinandersetzt. „Der Detektiv Diggs sagt manchmal echt lustige Sachen" (Tester 12 Jahre).

Fazit:
„Privatdetektiv Diggs" ist das nächste Spiel für das innovative Konzept des Wonderbooks auf der Playstation 3. Tatsächlich bringt diese neue Technik einige interessante Aspekte mit sich, die sich direkt auf das Spielgeschehen auf dem Bildschirm auswirken. Das Spiel an sich ist liebevoll gestaltet. Es ist deutlich erkennbar, dass die Entwickler eine klare Zielvorstellung hatten und diese mit viel Liebe zum Detail umgesetzt haben. Die grafische Darstellung ist sehr interaktiv und bezieht die Spieler toll mit ins Geschehen ein. Die Detektivgeschichte wirkt – mit dem Wonderbook in der Hand – authentischer als vergleichbare Detektivspiele, bei denen noch ein Controller zur Hand genommen werden muss. Inhaltlich ist das Spiel dennoch stark an eine Zielgruppe geknüpft. Sowohl die thematische Aufbereitung als auch der Schwierigkeitsgrad waren für die 11- und 12-jährigen Tester aus der Spieletester-AG nicht mehr angemessen. Für jüngere Kinder ist das Spiel aber wie beschrieben eine tolle Möglichkeit, kindergerecht in die Welt der Videospiele einzutauchen.

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Spieletester
Ü12 Porz
Köln
Bewertung Spielspass