Super Monkey Ball - Banana Blitz

Genre
Denken / Geschick
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Sega
Erscheinungsjahr
2006.12
Systeme
Wii
System im Test
Wii
Kurzbewertung
Geduld und Motorik forderndes Geschicklichkeitsspiel mit Tücken im Mehrspielerbereich
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
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Spielbeschreibung:
Wer kennt sie nicht, diese kleinen Holzlabyrinthe, bei denen man ein kleines Metallkügelchen über eine bewegliche Plattform an etlichen Löchern vorbei ins Ziel balancieren muss. Irgendwann verschwand die Kugel dann beinahe in den unendlichen Weiten der Kinderspiele und es hatte sich ausbalanciert in den Kinderzimmern bis am Anfang des Jahrtausends Sega für den Nintendo GameCube „Super Monkey Ball" auf den Markt warf. Da waren die Parcours zwar meist etwas komplizierter und in den Kugeln befanden sich komische kleine Affen, trotzdem steckte ein analoges Spielprinzip dahinter. Nur die teilweise öde Steuerung via Analogstick fühlte sich nicht ganz so gut an, wie die eines Holzlabyrinths. Doch 2006, mit „Super Monkey Ball: Banana Blitz" hat Sega mittels Wii-Remotecontroller endlich eine der Mechanik nahezu ebenbürtige Steuerungsart parat.
Bei „Super Monkey Ball" steuert man Affen, die sich nur in Seifenblasen bzw. Kugeln aufhalten und bewegen können. Während derartiges in der Realität befremdlich klingt und wohl einen Aufschrei bei WWF, Greenpeace und Co. bedingen würde, pflegt Sega seit über zehn Jahren diesen sehr eigenwilligen Umgang mit Affen. Das Spielgeschehen unterteilt sich dabei in einen Teil mit Labyrinthen und in einen in diesem Fall enorm großen Partyspiel-Teil.
Der Einzelspielermodus schließt dabei nahtlos an das Spielprinzips eines Holzlabyrinths an: Mit viel Geschick muss man die Affenkugel zu einem festgelegten Ziel bringen, vorbei an kniffligen Labyrinth-Passagen oder Geschicklichkeitsprüfungen. Auf dem Weg dahin soll man zudem, möglichst viele Zusatzpunkte einheimsend Bananen einsammeln und auch noch den Timer im Auge behalten, denn es gilt jedes Level in einer bestimmten Zeit zu passieren. Man steuert jedoch eben nicht die Kugel selbst, sondern kippt im Grunde die imaginäre Unterfläche des Levels in die entsprechende Richtung, um den Affen in diese Richtung zu steuern und die Kugel zu beschleunigen oder abzubremsen.
Insgesamt 100 Levels verteilen sich auf zehn Missionen. Zu Beginn wählt man zwischen verschiedenen ‚Kugelaffen', die jeweils je nach Größe etwas leichter oder behäbiger zu steuern sind. Die Levels sind allesamt für die Wii neu gestaltet worden und schwanken im Schwierigkeitsgrad sehr abwechslungsreich zwischen kinderleicht und nahezu frustrierend komplex. Ab und an wartet am Ende einer Mission ein Endgegner, welche jedoch kein größeres Problem darstellen.
Man sollte meinen, Sega hat bei der Zusammenstellung der Party-Spiele auf „Banana Blitz" nicht gegeizt, schafften es doch 50 von Anfang an frei wählbare Exemplare auf die Disc. Doch würde dies nicht ganz der Wahrheit entsprechen, natürlich bietet Sega damit eine umfangreiche Sammlung an, die neben klassischen Spielereien wie Bowling, Darts, Golf und ähnlichem auch exotischere Spielchen bereit hält wie etwa Ruderboot oder Gleitschirmflieger, jedoch wäre eine kleinere und dadurch womöglich feinere Minispielauswahl sehr viel gelungener gewesen. Die Spielideen an sich sind meist äußerst spaßig, lediglich ein Drittel der Minispiele hingegen überzeugt zumindest mit einem ausgereiften Gameplay. Trotz genauer Anleitung vor dem Beginn einer jeden Partie ist oft nicht klar, was genau man eigentlich machen muss, wie die Steuerung funktioniert und worin genau der Sinn des Spiels liegt. Weniger, dafür aber technisch ausgereiftere Spiele, hätten ihren Zweck sicherlich besser erfüllt. So hat man nach zig misslungenen Minispielen meist keinerlei Motivation alle 50 überhaupt erst auszuprobieren.

Pädagogische Beurteilung:
„Nicht so hastig spielen!"
Musste man bei den Vorgängern von „Super Monkey Ball: Banana Blitz" bisher per Analog-Stick oder Steuerkreuz die Bewegungen vollbringen, nutzt man nun
die Wiimote. Diese wird möglichst auf der Handfläche liegend in die entsprechende Richtung bewegt – und schon bewegt sich die Spielewelt und die kleinen Kugelaffen rollen los. Die Steuerung ist dabei etwas gewöhnungsbedürftig ausgefallen, da sie enorm sensibel reagiert und man gerade beim Einstieg in das Spiel stark dazu neigt, die Hand zu fest in eine Richtung zu drehen. Dies führt anfangs dann zu in einem Affentempo die Bahn verlassenden Kugeln oder zu einem kompletten Stillstand dieser. Hat man sich allerdings etwas besser eingespielt, gelingen einem aber durchaus feinfühligere Manöver – einfach ist dies aber sicherlich nicht. Auch strengt „Super Monkey Ball" irgendwann ganz schön an, da man das Handgelenk ständig hin und her biegen muss, damit man vorankommt. Die Kugel kann man zusätzlich auf Knopfdruck hüpfen lassen, was sich natürlich auf das Leveldesign ausgewirkt hat und das Spielgeschehen noch interessanter macht, da man über verschiedenste Hindernisse wie etwa Baumstümpfe oder Holzbalken springen muss. Um ein Mindestmaß an Feinmotorik und Geduld kommt man bei „Banana Blitz" nicht herum. Eher grobe und hastige Bewegungen werden schnell ins Verderben führen und den Spielspaß damit erheblich mindern. Ein weiterer Spieltipp, der in unserer Spieletestergruppe mehrfach ausgesprochen wurde lautet: „Bevor man springt, sollte man die Richtung vorgeben, sonst geht's abwärts.".

Minimalismus pur
Grafisch stellt „Super Monkey Ball" nicht unbedingt einen Leckerbissen im Konsolenmenü dar, kommt aber mit einer Wii- und eigentlich Nintendo-typischen schrill bunten und kindgerechten Optik daher. Meist sehr kurze Sicht auf die Level, mangelhafte Kameraoptionen und ein manchmal seltsamer Nebel lassen jedoch darauf schließen, dass die Grafik nicht unbedingt das Hauptaugenmerk der Entwickler auf sich zog. Nichtsdestotrotz rollen die Kugeln stets flüssig durch die meist minimalistischen Level und lassen so die grafischen Defizite letztlich zum Teil verpuffen. Die musikalische Untermalung, sowie die einzelnen Audioeffekte beim Spielen sind hingegen im Grunde äußerst gelungen und dem Spiel nahezu perfekt zugeschnitten. Großes Manko stellt jedoch trotzdem diese immer wieder kehrende, immergleiche Musik dar, welche meint komplett ohne jegliche Abwechslung auszukommen. Dies wäre an sich unter Umständen nicht so schlimm, wenn man wenigstens die Möglichkeit hätte die Musik und die Soundeffekte selber zu regulieren, so jedoch verkommt die Musik irgendwann zu einem fortwährenden elektronischen Gedudel und ist „nervig laut". Der angewandte audiovisuelle Minimalismus von Sega kann sich zwar sehen, aber kaum hören lassen.

„Was muss ich tun?"
So gelungen, innovativ und knifflig der Einzelspielermodus von „Banana Blitz" auch ist, so schlecht und nervig ist der Mehrspielermodus. Dies war in unserer Testergruppe auch letztlich der entscheidende Grund für einen Abzug bei Spielspaß und Steuerung. Natürlich machen einige Minispiele unglaublich viel Spaß, zumindest sofern man herausgefunden hat, welche Spiele denn überhaupt eine Runde wert sind. Leider präsentieren sich die Spielchen dann doch meist ohne Sinn und Verstand, mit mangelhafter technischer Umsetzung und einer Steuerung, die ungenauer und ungenügender kaum sein kann. Dies erstaunt umso mehr als, dass Sega im Singleplayermodus fast alles richtig gemacht hat.

Fazit:
Sehr gelungene Umsetzung des uralten Spielprinzips eines Holzlabyrinths mit enttäuschendem Mehrspielermodus. „Super Monkey Ball: Banana Blitz" ist im Grunde jedoch kein klassisches Partyspiel, denn der Schwerpunkt liegt, trotz umfangreicher Minispielsammlung, ganz klar auf den Geschicklichkeitslevels. Diese erfordern wiederum ein hohes Maß an Feinmotorik und Geduld, so dass man zumindest um die acht Jahre alt sein sollte, um überhaupt in einen Spielfluss zu kommen.

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Spieletester
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass