Knack

Genre
Jump&Run
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Sony Computer Entertainment
Erscheinungsjahr
2013.11
Systeme
Playstation 4
System im Test
Playstation 4
Kurzbewertung
Unterhaltsames Abenteuerspiel für Jung und Alt mit guter Geschichte
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4Screenshot 5

Spielbeschreibung:
Zum Start der neuen Konsolengenration wird der Spielergemeinde von Sony mit Knack ein Exklusivtitel für die Playstation 4 angeboten. Die Einordnung in ein bestimmtes Genre ist nicht ganz eindeutig. Für die einen ist es ein dreidimensionales „Jump'n' Run", für die anderen eher ein Action-Adventure. In diesem comicartig gestalteten Spiel sind Elemente von beidem enthalten, welche sich ansprechend ergänzen, vergleichbar mit der ebenfalls für Sony exklusiven „Ratchet und Clank-Reihe" (Test: Ratchet und Clank).

Knack ist eine Phantasiefigur, die aus einzelnen Bausteinen, den sogenannten Artefakten, einer vergangenen Zivilisation besteht, die durch ihre geheimnisvolle Kraft in ihrer Form gehalten werden und Knack seine Figur verleihen. Er ist somit der Hauptcharakter und Held des Spiels, der auch dringend benötigt wird. In einer kurzen Filmeinspielung zu Beginn erfahren wir, dass eine Horde Kobolde mit neuartigen Waffen die Städte und Lager der modernen Menschen überfallen und etwas Böses planen. Daher beschließt der Regierungsrat, eine Expeditionsgruppe zu entsenden, um dem Geheimnis und der Absicht der Kobolde auf die Spur zu kommen. Diese Gruppe besteht aus den üblichen Verdächtigen für ein Abenteuerspiel: dem hinterhältigen Waffenproduzenten Viktor mit seinen Robotern (welcher stark an Robert Downey Jr. aus Ironman erinnert), dem Draufgänger Ryder (optisch ähnlich wie Indiana Jones), Doktor Vargas, einem Wissenschaftler, Lucas, seinem Assistenten, und deren „Schöpfung", Knack.

Nach einer kleinen, aber hilfreichen Einführung in die Steuerung des Spiels, in der wir als Knack beweisen müssen, dass wir mit den Robotern Viktors mithalten können, dürfen wir also mit auf die Mission und das Abenteuer beginnt. Im Folgenden durchläuft man dreizehn Kapitel, die in Unterkapitel unterteilt sind und die gesamte Geschichte erzählen. Knack ist also ein lineares Spiel, bei dem der Weg vorgegeben ist und man, wie in einem Film oder einem Buch, die Geschichte in der Rolle des Helden durchläuft. Neben der Aufgabe, das Geheimnis hinter den Kobolden aufzudecken, ist der Spieler hauptsächlich damit beschäftigt, die Gegner, welche sich einem in den Weg stellen, zu beseitigen und nebenbei auch etwas über Knacks Entstehungsgeschichte herauszufinden. Wie in vielen Jump'n' Runs kann der Spieler auch bei Knack die Augen offen halten und, quasi als Nebenmission, verschiedene versteckte Spezialbausteine für hilfreiche Maschinen finden und einsammeln.

Auf seinem Weg durchläuft der Spieler verschiedene Schauplätze. Von den Bergen der Kobolde, durch Minenstollen, in Städten, Fabriken oder auch Luftschiffen, wenngleich das Spielprinzip doch immer gleich bleibt. So entsteht durch die Geschichte und die Spielumgebung aber genug Abwechslung, um den Spieler auch längere Zeit an den Bildschirm zu fesseln. Vor allem die Abenteuergeschichte und der Drang, die Geheimnisse aufzudecken, sind das Salz in der Suppe und der Antrieb, um am Ball bleiben zu wollen. Wer möchte, kann auch mit einem Partner zusammen spielen. Wird ein zweites Gamepad angemeldet, kann ein Spieler als Knack und ein anderer Spieler als ein „Blech-Knack", der etwas kleiner als Knack ausfällt, agieren.

Pädagogische Beurteilung:

Von Kai Harder - Videospiele- und Medienpädagogikprojekt Hildegard-von-Bingen-Gymnasium

Grundlegend wurde Knack von den Jugendlichen als ein solides und gut gemachtes Spiel beurteilt, welches allerdings keine bahnbrechenden Neuerungen im Hinblick auf die neuen technischen Möglichkeiten der Playstation 4 bietet. Dies dürfte vermutlich ein Grund dafür sein, dass es teilweise keine gute Wertung von anderen Fachmagazinen bekommen hat. Wir denken aber, dass man das Spiel nicht in diesem Zusammenhang bewerten sollte, sondern eben als ein Spiel unabhängig von der Plattform.

Spielablauf
Knack ist ein übersichtliches Spiel, was gleichzeitig als Schwäche, aber auch als Stärke ausgelegt wurde. Inhaltlich hätte es nach Meinung der Jugendlichen umfangreicher und noch abwechslungsreicher ausfallen können. Die Steuerung ist denkbar einfach gehalten. Wie bei derartigen Spielen üblich, gibt es eine einfache Tastenbelegung mit den Funktionen Springen, Benutzen und Schlagen. Gelenkt wird Knack mit dem linken Analogstick, mit dem rechten kann man ausweichen. Mit diesen Funktionen ließe sich das Spiel schon weitgehend bestreiten, es gibt aber noch drei Spezialaktionen, die in schwierigen Situationen weiterhelfen können. Aber auch diese waren auch von Anfängern leicht zu beherrschen. Um diese Aktionen ausführen zu können, muss der Spieler Energiekreise durch das Einsammeln von Kristallen, von denen es ausreichend gibt, auffüllen, die durch das Auslösen der Aktionen wieder geleert werden. Aufgrund der einfachen Struktur der Steuerung, war kein Handbuch erforderlich, auf das Sony ohnehin verzichtet hat. Dem Spiel liegt ein Blatt mit einer Übersicht bei. Um die Steuerung rasch zu erlernen, haben die Entwickler das bereits erwähnte anfängliche Tutorial eingefügt, in welchem die einzelnen Elemente und auch die Kombinationen anschaulich und umfassend beschrieben sind und anschließend geübt werden können. Somit sind die Spielabläufe auch schnell verdeutlicht und es blieben eigentlich keine Fragen offen. Und sollte man doch einmal in die Verlegenheit kommen und doch von den Gegnern geschlagen werden, so kann man direkt an einem der ausreichend platzierten Speicherplätze wieder beginnen, ohne zu viel Zeit zu verlieren. Im gesamten Spiel kam es lediglich ein einziges Mal dazu, dass die zu wiederholdende Passage gefühlt zu lang war, in Anbetracht der Spieldauer von bis zu zehn Stunden absolut verschmerzbar, nicht zuletzt, da es die Spieler an dieser Stelle nicht geärgert hat, den unterhaltsamen Abschnitt noch einmal zu durchlaufen.

Eine stimmige, aber keine bahnbrechende Präsentation
Zur Unterhaltung des Spielers tragen durchaus auch die Grafik und der stimmungsvolle Sound bei. Wie bereits erwähnt, handelt sich bei Knack nicht um eine technische Innovation. Das Spiel ist in einer ruckelfreien animierten, comicartigen Landschaft verortet, was einerseits den Charme ausmacht und andererseits auch angemessen ist, da es der Atmosphäre im Kampf von Menschen und Kobolden deutlich die Schärfe nimmt. So wird kein Blut vergossen, die Gegner verpuffen einfach und auch die Bösewichte bzw. Gegner wirken nicht sonderlich furchteinflößend. Gelegentlich wird man zwar von dem Blickrichtungswechsel überrascht, man wird aber dadurch nicht wesentlich eingeschränkt. Wenn man sich darauf einlässt und die Grafik nicht unter dem Gesichtspunkt der neuen Konsolengeneration beurteilt, lässt sich nach Meinung der Tester festhalten, dass der Comicstil sogar sehr passend gewählt wurde und Knack zu einem leichten, schönen und angenehmen Erlebnis macht. Die Grafik von Knack ist aber sicherlich keine Hilfe bei einer Kaufentscheidung für eine Playstation 4. Auch das Zusammenspiel von Grafik und Sound ist solide und konsequent. Die Musik kann die Szenen und Level dramatisch angemessen unterlegen und es findet keine Überlagerung von Musik mit Soundeffekten oder den Charakterstimmen statt. Auch wird der Lautsprecher am Controller der PS4 zwar selten aber gut eingesetzt. Ein nettes Feature – so die Tester. Ebenso gut umgesetzt sind die Zwischensequenzen, die in der Regel kurz gehalten sind und an den richtigen Stellen eingesetzt werden, um die verschiedenen Level bzw. Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen.

Alleine oder gemeinsam spielen
Knack ist sowohl für Einzelspieler, aber auch im Team zu zweit spielbar. Beide Möglichkeiten wurden getestet und gestalteten sich gleichermaßen ansprechend, wobei sogar die Partnervariante von den Testern vorgezogen wurde. Das kooperative Spiel mit dem großen und dem kleinen Knack funktioniert sehr gut und man kann sich gegenseitig ergänzen. Ein „sich-im-Weg-stehen" wie bei vielen Spielen dieser Art zu beobachten, kommt bei Knack so gut wie gar nicht vor. Zu Beginn lässt sich zwischen drei Schwierigkeitsstufen wählen, um das Spiel an die eigenen Fähigkeiten anzupassen. Weitere Spielmöglichkeiten werden allerdings erst freigeschaltet, wenn man Knack durchgespielt hat. Von diesem Zeitpunkt an kann man die einzelnen Level direkt anwählen, in einem Kampfarenamodus in Gladiatormanier kämpfen oder bestimmte Level gegen die Uhr so schnell wie möglich versuchen durchzuspielen. Insgesamt hat das Spiel eine Länge von bis zu zehn Stunden, abhängig auch davon, ob man alle Zusatzbausteine freischalten oder lediglich die Geschichte durchspielen möchte. Aufgrund der gut gesetzten Speicherpunkte, an denen das Spiel automatisch speichert, kann man Knack auch nur kurzweilig genießen, wobei die Möglichkeit des manuellen Speicherns an jeder Stelle des Spiels schön gewesen wäre.
Knack wird lediglich offline gespielt, eine Möglichkeit des Mehrspielererlebnisses über das Internet ist nicht vorgesehen. Es gibt auch keine Möglichkeiten, etwa Ausrüstungsgegenstände oder andere Dinge über das Internet zu kaufen, wodurch also keine Zusatzkosten entstehen.

Fazit:
Knack ist etwas mehr Jump'n'Run als Action und bietet laut den Testern kurzweilige Unterhaltung. Es lebt von der spannenden Story, den sympathischen Charakteren und seiner Einfachheit. Man durchspielt eine Geschichte, in der klar zwischen Gut und Böse unterschieden wird und die frei von expliziter Gewalt ist. Das Spiel ist schnell erlernbar und es gibt einen gradlinigen Ablauf, wodurch sich aber auch die Abwechslung insgesamt in Grenzen hält. Selbst wenn man einmal an einer Stelle des Spiels einen Fehler begeht, so wird man es beim zweiten Anlauf in der Regel lösen können. In einem gewissen Rahmen muss manchmal auch taktisch vorgegangen werden. Für erfahrene Gamer, die grafischen und spielerischen Neuheiten entgegenfieberten, war Knack etwas enttäuschend. Man hätte durchaus noch mehr herausholen können, indem man zum Beispiel eine Interaktion mit der Spielumgebung ermöglicht oder auch zusätzliche Aufgaben in das Spiel integriert hätte. Für jüngere Mädchen und Jungen, etwa ab 10 Jahren, oder ungeübte Gelegenheitsspieler kann das Spiel durchaus interessant sein.