Dungeon Keeper

Genre
Apps
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Electronic Arts
Erscheinungsjahr
2014.01
Systeme
iOS, Android
System im Test
iOS
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Langweiliger Geldfresser mit zu langen Wartezeiten
Redaktion
Markus Sindermann
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Electronic Arts hat den PC-Klassiker „Dungeon Keeper“, der 1997 von Bullfrog entwickelt wurde, als mobile Version neu aufgesetzt. Ziel des Spiels ist es ein Verlies (Dungeon) für böse Kreaturen zu errichten, auszubauen und andere Spieler zu überfallen, um Rohstoffe zu sammeln. Der Spieler kann seinen Dungeon frei gestalten, neue Räume freischalten und verbessern sowie Fallen aufstellen und Kreaturen zur Verteidigung heranziehen. Dabei setzt das Spiel auf gewohnte Warte-Mechanismen (siehe z.B. Farmville oder Clash of Clans). Allerdings beträgt die Wartezeit nicht nur einige Minuten, sondern oft mehrere Tage. Das einfache Ausgraben eines Steinblockes dauert in der Regel zwischen 4 und 24 Stunden, wobei für einen klassischen Raum meist 3x3 oder 4x4 Felder abgebaut werden müssen. Diese Wartezeit kann nur mit dem Einsatz von Geld überbrückt werden, auf den es das Spiel ganz offensichtlich angelegt hat.

Pädagogische Beurteilung:
„Dungeon Keeper“ ruft bei vielen erwachsenen Spielern angenehme Erinnerungen hervor, da das damalige Spiel ein großer Erfolg war und viele Fans um sich scharte. Der Reiz lag in dem sarkastischen Humor und der Möglichkeit, als böser Kerkermeister ethisch fragwürdige Handlungen in einer spielerischen Umgebung auszuführen. Das augenzwinkernde Spielprinzip ist bei der mobilen Version grob das Gleiche geblieben, allerdings ist bereits nach kurzer Spielzeit zu bemerken, dass ohne den Einsatz von Geld nur schwer gespielt werden kann. Dafür gibt es eine spieleigene Währung in Form von Juwelen, für die alle Vorgänge verkürzt werden können. Das Abbauen eines Gesteins beispielsweise, was normalerweise 4 Stunden dauern würde, kann für knapp 50 Juwelen sofort abgeschlossen werden, was umgerechnet etwa 45 Cent entspricht. Zwar bekommt der Spieler beim Start ein paar Hundert Juwelen, die auch nach dem anfänglichen Tutorial noch zur Hälfte da sind, sind diese jedoch aufgebraucht, heißt es kaufen: Das beste Preis-Leistungsverhältnis verspricht EA beim Kauf von 14 Tausend Juwelen, die es für 89,99 € zu erwerben gibt. Zwar gibt es auch die Möglichkeit eine Handvoll Juwelen durch entsprechende Erfolge zu ergattern, diese stehen aber in keiner Relation zu den genannten Kosten.

Ungeeignet – Nicht nur für Kinder
Konstanter Spielspaß kommt bei den Wartezeiten kaum auf und auch der hohe Juweleneinsatz ist mehr als realitätsfern. Das Spiel versucht den Spieler durch das einführende Tutorial und immer wiederkehrende Herausforderungen sowie einer globalen Bestenliste an das Spiel zu binden, schafft dies aber nur schwer. Medienunerfahrene oder unkritische Kinder und Jugendliche werden hier ganz offensichtlich zum Kauf von erfolgsversprechenden Juwelen verleitet. Aber auch Erwachsene sollten sich fragen, ob Ihnen solch ein Geldeinsatz sinnvoll erscheint. Wenn es nicht unbedingt „Dungeon Keeper“ sein muss, finden sich sicher viele Alternativen in den jeweiligen App-Stores.

Fazit:
Die mobile Version hat mit dem klassischen „Dungeon Keeper“ nicht mehr viel gemein und kann durch horrende Investitionsmöglichkeiten für unerfahrene, unreflektierte und erfolgsorientierte Kindern und Jugendlichen zur Kostenfalle werden. Denn ohne Zahlungen bleibt der Spielspaß schon kurz nach Beginn auf der Strecke. Für Erwachsene, die in nostalgischen Erinnerungen schweben möchten, ist diese App allerdings ebenfalls nicht zu empfehlen.

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