Sensei Wars

Genre
Apps
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
2K Play
Erscheinungsjahr
2013.12
Systeme
iOS, Android
System im Test
iOS
Kurzbewertung
Kung-Fu Aufbaustrategie mit zahlreichen Kaufanreizen
Redaktion
Torben Kohring
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Sensei Wars orientiert sich stark an „Clash of Clans" (Test: Clash of Clans) einer 2013 enorm populären App auf allen mobilen Systemen. Der Spielaufbau ist dabei weitestgehend identisch und wird lediglich um einige Elemente erweitert.
Thematisch befindet sich der Nutzer in einer Asien nachempfundenen Spielwelt. Die Geschichte ist schnell erzählt: Nachdem der Spieler als Kind ansehen musstest, wie Mongolen das heimische Dorf zerstört haben, sinnt der Protagonist als Erwachsener nach Rache. Dafür muss jedoch zuerst die Dorfgemeinschaft wieder aufgebaut werden. Das Dorf muss mit Bauernhöfen und Minen versehen werden, die mit Nahrung und Gold, zwei der drei Spielwährungen neben Diamanten darstellen. Diese Gebäude müssen in regelmäßigen Abständen geerntet und geleert werden. Mithilfe von Nahrung und Gold können weitere Gebäude, Verteidigungsanlagen und Einheiten gebaut werden, die sowohl Schutz vor gegnerischen Angriffen bieten aber auch Angriffe auf die verfeindeten Mongolen und andere menschliche Mitspieler ermöglichen. Diamanten lassen sich lediglich über Spezialaufgaben wie zum Beispiel das Zerstören einer bestimmten Menge von Mongolenbasen oder per Echtgeldkauf erspielen, bzw. erwerben.
Um in der Einzelspielerkampagne weiterzukommen gilt es, möglichst viele und starke Einheiten zu produzieren und Mission für Mission gut befestigte gegnerische Basen zu zerstören. Hierfür winken Belohnungen in Form von Nahrung und Gold. Die Stützpunkte der Gegner werden immer schwerer einzunehmen, nur mit einer gut ausgebauten eigenen Basis und damit starken Einheiten sind Kämpfe im Einzelspielermodus überhaupt noch mühsam zu gewinnen.
Auch im Mehrspielerteil bildet der Spieler Truppen aus und zieht mit diesen gegen den eigenen Stützpunkt von anderen Spielern ins Feld. In diesen Kämpfen verlieren die Spieler jedoch lediglich Ressourcen, die Gebäude der Basis werden nur für die Schlacht zerstört, sind danach jedoch wieder intakt.

Pädagogische Beurteilung:
Free2Play
Sensei Wars kann kostenlos heruntergeladen und auch komplett kostenlos gespielt werden. Zu Beginn erhält der Spieler alle Rohstoffe um problemlos ins Spiel einzusteigen, die ersten Missionen zu erfüllen und die eigene Basis auszubauen. Mit den Rohstoffen Nahrung und Gold können alle Einheiten und Gebäude produziert werden, mit einer Ausnahme: Bauarbeiter sind nur gegen Zahlung von Diamanten erhältlich. Kommt man zu Beginn mit den zwei Standartbauarbeitern noch hin, entsteht später im Spiel der Wunsch, mehr als zwei Gebäude gleichzeitig errichten oder upgraden zu können. Jedes Gebäude kann nämlich in mehreren Stufen ausgebaut werden, dies kostet sowohl Rohstoffe, wie auch eine bestimmte Zeit bis zur Fertigstellung. Diese Zeitspannen können durch den Einsatz von Diamanten abgekürzt werden. Das Hauptgebäude auf einer höheren Stufe von jetzt auf gleich fertigzustellen kann so schon einmal mit Diamanten im Gegenwert von ungefähr 5 Euro zu Buche schlagen. Auch ein weiterer Arbeiter schlägt mit derselben Summe zu Buche.
Ein Heer von Einheiten fertigzustellen dauert ca. 10 Minuten, ein direkter Zugriff auf 60 Einheiten ist für ca. 10 Cent zu haben. Als Spieler hat man also die Wahl: warten oder zahlen. Zu Beginn ist Warten durchaus noch eine Option, wenn später im Spiel jedoch Unmengen an Rohstoffen benötigt werden, um eine Kanone oder ein Gebäude auf die nächste Stufe upzugraden, wächst schnell der Wunsch die Wartezeiten abzukürzen. Und wenn es im Shop Diamantenpakete (15000 Diamanten) im Gegenwert von 89,99 € zu kaufen gibt, muss man kein Prophet sein um festzustellen, dass es wohl Spieler gibt, die diese Summen ausgeben. Sensei Wars ist sicherlich nicht das unfairste Spiel seiner Art, da es komplett kostenlos spielbar ist, jedoch sind die Kaufanreize, die es schafft für Kinder und Jugendliche nicht sofort durchschaubar. Eltern sollten mit ihren Kindern auf jeden Fall das Thema In-Game-Käufe behandeln um hier einer bösen Überraschung zu entgehen.

Mein Chi, Dein Chi...
Der Ausbau der eigenen Basis und der Kampf gegen andere Spieler dienen neben der Produktion und Eroberung von Rohstoffen der Erlangung von Chi und dem Aufstieg des eigenen Samurai. Das Chi zeigt die Erfolge des Spielers an. Für jeden Sieg gegen einen anderen Spieler erhält man abhängig von der Stufe des Gegners Chi, für eine Niederlage wird Chi abgezogen. Durch dieses Chi können Spieler miteinander verglichen werden. Der eigene Samurai steigt mit Spielerfolgen Stufe für Stufe auf und erhält neue Fertigkeiten, mit denen er die eigenen Truppen in der Schlacht unterstützen kann. Da der Stufenaufstieg stark an die gebauten Gebäude in der Basis gebunden ist, kann gerade bei jüngeren Jugendlichen hier schnell der Wunsch entstehen, durch den Einsatz von Echtgeld den spielerischen Erfolg zu beschleunigen.

Indirektes Kampfsystem
Die Auseinandersetzungen in Sensei Wars laufen komplett indirekt ab. Greift ein Spieler die Basis eines anderen Spielers an, muss er sich durch die mehr oder wenig geschickt platzierten Abwehrstellungen der Basis zum Haupthaus durchkämpfen und parallel den gegnerischen Samurai besiegen. Was spannend klingt entpuppt sich nach dem zwanzigsten oder dreißigsten Kampf als Pflichtaufgabe um an Rohstoffe des Gegners zu gelangen. Eine Niederlage der eigenen Basis hat bis auf den Verlust von Gold und Nahrungsmitteln keine Konsequenzen für den Spieler. Ist die eigene Basis überfallen worden erhält der Spieler eine Mitteilung über Sieg oder Niederlage und kann sich die Schlacht danach in einer Wiederholung anschauen, um die eigenen Verteidigungsanlagen gegebenenfalls anders zu arrangieren. Ein Blick in die Basen erfolgreicher Spieler zeigt schnell, dass es einige wenige Möglichkeiten gibt, die eigene Basis zuverlässig vor gegnerischen Angriffen zu schützen.
Die Kämpfe laufen ohne explizite Gewaltdarstellung ab, besiegte Einheiten verschwinden einfach, der besiegte Samurai kniet erschöpft auf seiner Waffe. Die comichafte Grafik unterstützt die zurückhaltende Gewaltdarstellung zusätzlich.

Technisch auf der Höhe der Zeit
Die Grafik ist comichaft gehalten und bietet für ein Strategiespiel auf dem Smartphone und Tablet viele Details. Auf älteren Geräten konnten keine Leistungseinbußen festgestellt werden.
Gesteuert wird das Spiel durch Toucheingabe, dies funktioniert genau und direkt, auch in den Schlachten behält der Spieler so die Kontrolle über das Geschehen auf dem Schlachtfeld.

Fazit:
Sensei Wars orientiert sich stark am erfolgreichen Spiel „Clash of Clans". Es bietet auf tragbaren Geräten ein strategisches Aufbauspiel ohne große Ansprüche an den Spieler. Die Kämpfe sind auch von Kindern und Jugendlichen in der dargebotenen Grafik ohne Probleme zu verkraften, durch die schnell auftretenden Kaufanreize eignet sich das Spiel jedoch erst für Jugendliche ab 12 Jahren, mit denen die Problematik von Free2Play Titeln und den damit verbundenen In-Game-Käufen bereits diskutiert wurde. Jugendliche Spieler sollten für den Umgang mit solchen Titeln auf jeden Fall Regeln mit auf den Weg gegeben werden.

Sensei Wars Gameplay auf Youtube

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Spieletester
Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass