Brunswick Pro Bowling

Genre
Sport
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
505 Games
Erscheinungsjahr
2011.04
Systeme
Playstation 3, Xbox 360
System im Test
Xbox 360
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
Kinect Sensor erforderlich
Kurzbewertung
Bowling Simulation
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
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Spielbeschreibung:
Der seit 2006 weltweit agierende Spieleentwickler 505 Games, u.a. bekannt durch „Zumba Fitness" oder kontrovers diskutierte Titel wie „Sniper Elite" (Test: Sniper Elite), stellt mit „Brunswick Pro Bowling" einen durchaus als ‚special interest' zu bezeichnenden ‚reinen' Bowling-Titel in die Verkaufsregale. Vier Jahre nach der gleichnamigen Veröffentlichung des Titels für Nintendos Wii (2007), sollen nun auch Kinect- und Move-Besitzer in den Genuss kommen, die laut Herstellerangaben „einzigartig realistische und authentische" Bowlingsimulation zu erleben. Die Namensleihgabe der nicht nur bei Bowlingexperten als Referenz in punkto Sportartikel angesehenen Brunswick Corporation und offizielle Lizenzen, lassen den Titel als Bowlingpendant zur „FIFA" (Test: FIFA 10)oder „Tiger Woods"-Reihe (Trailer: Tiger Woods PGA Tour 14 auf Youtube) erscheinen. Seit nunmehr 15 Jahren werden Brunswick Bowlingsimulationen für diverse Spielekonsolen veröffentlicht, jeweils entwickelt von verschiedenen Softwareschmieden und mit unterschiedlichsten Steuerungsoptionen. Stets gleich oder zumindest kaum verändernd zeigen sich hingegen die Spielmodi. Wie es sich für eine Simulation gehört hält sich die Extravaganz dieser dann auch in Grenzen. Mit bis zu vier Spielern kann man sich Off- wie Online zwischen schnellem Spiel, einer Spare-Herausforderung und einem Karriere-Modus ausprobieren. Die mit höherem Zeitaufwand verbundene Karriere ist ebenfalls klassisch angelegt. Aus acht vorgefertigten Charakteren gilt es zunächst seinen Bowler auszuwählen. Mit diesem spielt man dann beispielsweise Turniere oder fordert einen Rivalen direkt heraus. Siege werden stets mit einer höheren Reputation und natürlich auch finanziell entlohnt, was wiederum die Möglichkeit einer besseren Ausrüstung bietet. Der Schwierigkeitsgrad steigt dabei nach einer bestimmten Anzahl von Siegen stufenweise an bis hin zum bestdotierten Profibowler.

Pädagogische Beurteilung:
Ungenau einfach
Der Einstieg in das, zumindest für die Testergruppe äußerst ungewöhnliche, Bowlingerlebnis ist symptomatisch für das Spielerlebnis während des Tests. Die Steuerung gestaltet sich im Grunde einfach und ist schnell erlernt, gilt es doch schlicht via entsprechender Arm- und Handbewegungen die Wurfhand auszuwählen, die virtuelle Kugel aufzunehmen und diese dann in Richtung der Pins auf die Reise zu schicken. Leider scheint sich der Hersteller oder der Bewegungssensor der Kinectkamera mit solch einer einfachen Herangehensweise nicht begnügen zu wollen, denn was sich kinderleicht anhört, entpuppt sich nicht nur manchmal als schwieriges Unterfangen. Während die Menüsteuerung und auch der erste Wurf samt Kugelaufnahme durch Armbewegungen von Spieler 1 zunächst mindestens ordentlich gelingt, erweist sich ein Spielerwechsel gewissermaßen als Genickbruch, denn das Verlassen der einmal eingenommenen Idealposition für die Steuerungserfassung, führt zu ungeahnten Irritationen. Die Handhabung verkommt dadurch des Öfteren zum reinen Glücksspiel, da die einzelnen Bewegungen schlicht verzögert, ungenau oder eben gar nicht erfasst werden. Die Richtung, die man der Kugel mit seinem Wurf mitgibt, erweist sich dagegen meist als präzise, was wiederum nur marginal zum Spielspaß beiträgt. Für Kenner von diversen Kinecttiteln, also auch für unsere Testergruppe, leider nicht weiter verwunderlich oder gar ärgerlich. Wenn man allerdings miterlebt, mit welcher Präzision die Steuerung ab und an dann doch gelingt, kommt man nicht umhin, sich mit steigender Spieldauer maßlos zu ärgern. Wahrscheinlich würde man derartigen Steuerungsdefiziten bei einer spaßigen Minispielsammlung dennoch positiver begegnen, aber „Brunswick Pro Bowling" versteht sich selbst als Bowlingsimulation, wirbt mit Realismus und scheitert dadurch, zumindest die Steuerung betreffend, am eigenen Anspruch. Interessanterweise ist wiederum anzunehmen, dass etwas weniger Sensibilität hinsichtlich kleiner Positionsveränderungen während des Spiels, aus einer hakelig und ungenau wirkenden Steuerung, eine mindestens als gelungen anzusehende Bewegungserfassung zaubern würde.

Audiovisuelle Zweckmäßigkeit
„Pro Bowling" präsentiert sich audiovisuell zweckmäßig und das durchaus gelungen. Eine für Kinecttitel ordentliche HD-Grafik mit meist realistisch anmutenden Darstellungen und Bewegungsabläufen, hier und da vielleicht etwas zu bunten Bahnen, ansehnliche Spiegelungen auf Bahn und Kugel, Fahrstuhlmusik und überaus gelungene Soundeffekte in Form von diversen Kugelgeräuschen, lassen einen Hauch vom ‚Bowlingbahnen-Flair' aufkeimen. Leider verneinte die junge Testergruppe auf Nachfrage jemals eine Bowlingbahn von innen gesehen zu haben. Da das Spiel letztlich auch ‚echten' Full-HD-Titeln hinsichtlich Grafik und Tonabmischung nur bedingt das Wasser reichen kann, versetzte sie die Gruppe zu keinem Zeitpunkt in Ekstase: „Es sieht schon besser aus als auf der Wii, aber gut? - Na ja, geht so, oder?"

‚Special interest'
„Boah, müssen wir das wirklich nochmal spielen?" - diese von einem Tester am zweiten Testtag geäußerte Unmutsbekundung, dürfte, sofern man kein ‚Bowling-Nerd' ist oder ein Faible für ein etwas anderes Spielerlebnis hat, allgemeingültig sein. Es ist nur schwer abzuschätzen, inwiefern und ob das Spiel mit seinen on- wie offline angehbaren Spielmodi überhaupt langfristig begeistern kann. Das Spiel kam zunächst dennoch durchaus an und wurde kurzfristig positiv bewertet. Langfristig jedoch - beim Test nach bereits knapp 30-40 Minuten - kam die Gruppe schnell zu der Erkenntnis, dass „man da ja nur bowlt" und „das is auf Dauer irgendwie nicht soo toll". In der Tat: „Brunswick Pro Bowling" ist gewissermaßen Bowling, nichts weniger, aber leider eben auch nicht mehr.

Fazit:
Eine Bowlingsimulation ist eine Bowlingsimulation ist eine.... So oder so ähnlich könnte man nach Meinung der Tester das Spiel ausreichend beschreiben. Kurzfristig bietet „Brunswick Pro Bowling" in seinem gelungenen, jedoch zweckmäßigen audiovisuellen Gewand auch für Laien eine durchaus ordentliche Portion Spielspaß. Langfristig jedoch dürfte das Spiel, außer bowlingaffinen Zockern, kaum jemanden begeistern. Festhalten muss man auch die dubiose Widersprüchlichkeit der Bewegungserfassung. Ist die Idealposition vor dem Sensor eingenommen, ist ein relativ reibungsloser Ablauf garantiert. Bewegt man sich jedoch auch nur minimal aus diesem Idealfeld heraus, verkommt ein Spare zum reinen Glücksspiel. Schwer vorstellbar, dass es Spieler gibt, die sich bei einem bewegungssensitiven Spiel, stets exakt auf dem gleichen Punkt im Raum befinden.

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Ü8 Franz-Vaahsen-Schule Düsseldorf
Bewertung Spielspass