Octodad

Genre
Action-Adventure
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Young Horses
Erscheinungsjahr
2014.01
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One, Wii U, Mac, iOS, Android
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Xbox Live, Playstation Network, Steam
Kurzbewertung
spielbare Slapstick-Komödie
Redaktion
Daniel Heinz
Spieleratgeber-NRW
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4Screenshot 5

Spielbeschreibung:
Octodad ist eine spielbare Slapstick-Komödie im Comic-Look. Ursprünglich als Studentenprojekt entwickelt, wurde es als Gratis-Download Kult. Nun ist der sympathische Kraken endlich in einer optisch verbesserten und leichter bedienbaren Version verfügbar, die allerdings auch etwas kostet.
Das Action-Adventure beginnt am größten Tag des sympathischen Octodad – seiner Hochzeit. Mit Haus, Frau und 2 Kindern scheint das Glück perfekt - und auch seine Tarnung. Denn niemand darf wissen, dass sich hinter dem Anzugträger, der nur blubbernde Geräusche von sich gibt und irgendwie sehr merkwürdig läuft, in Wirklichkeit ein gelber Kraken verbirgt.
Die Geschichte liest sich skurril. Und genau so gestaltet sich auch der Spielablauf. Denn jede seiner Extremitäten muss gesondert gesteuert werden, woraus alltägliche Aufgaben wie Türen öffnen, Kaffee trinken, Einkaufen gehen oder eine Frikadelle braten zur kniffligen Herausforderung mit jeder Menge Chaos werden.

Pädagogische Beurteilung:
Ein Ohrenschmaus
Das Spiel ist durchgehend im witzigen Comiclook gehalten. Dieser wurde von den Testern als nicht sonderlich detailreich, aber dennoch ansprechend bezeichnet. Zwar sind die Figuren auf Englisch vertont, dank Untertitel konnten die witzigen Gespräche jedoch auch von Kindern ab 10 Jahren nachvollzogen werden. Ein Highlight war der Titelsong, der dank Ohrwurmcharakter immer wieder gesungen wurde.

Unfälle sind vorprogrammiert
Octodad kann wahlweise mit Maus und Tastatur oder Gamepad gesteuert werden. Z.B. drückt man mit der Maus zunächst einen der Knöpfe für ein Bein und bewegt es nach vorne. Im Wechsel ergibt sich hierdurch eine Vorwärtsbewegung. Gleiches gilt für die Arme, wobei der Spieler mit den Saugnäpfen nach Gegenständen greifen kann. Um es noch komplizierter zu machen, kann die Armhöhe mit dem Mausrad justiert werden. Ähnlich gestaltet sich dies per Gamepad mit den Analog-Sticks und den Schultertasten. Dass sich hierbei oft die Beine verknoten, ist keine Seltenheit und auch so gewollt. Es entsteht das Gefühl, sich in einem fremden Körper zu befinden. Und das Ergebnis dieser komplexen Bewegungsabläufe sieht so ulkig aus, als stamme Octodad aus Monty Pythons „Ministry of Silly Walks“.

Gemeinsam lachen…
Zur Freude unserer Tester besteht sogar die Möglichkeit, mit bis zu vier Spielern den Kraken durch das Abenteuer zu begleiten, wobei jeder Spieler eines seiner Körperteile unter Kontrolle hat. Hierbei ist Absprache gefordert, um nicht die gesamte Spielwelt mit unkontrollierten Arm- und Beinbewegungen zu verwüsten. So ging es nach der Hochzeit nach Hause, wo Rasen gemäht, gegrillt und Holz gehackt wurde sowie anschließend mit der Familie in den Supermarkt, in dem Obst-Theken und Dosen-Pyramiden nur darauf warteten, vom Octodad umgeworfen zu werden. Gerade weil das Spielprinzip auf Komik setzt, lockte es auch zahlreiche interessierte Zuschauer vor den Bildschirm.

Nicht nur Kinder und Jugendliche waren von der Grundidee angetan und amüsiert, auch bei Workshops mit Pädagogen erfreute sich das Spiel hoher Beliebtheit. Kein Wunder – ist hier das unglückliche Bewegen und der daraus resultierende Schaden der eigentliche Witz. Und so macht es nichts aus, ob man Videospiel-Erfahrung besitzt. Denn jeder, egal ob Anfänger oder erfahrener Spieler, erfreut sich an dem immer größer werdenden Chaos auf dem Bildschirm.

…frustriert Schleichen
Wie bereits erwähnt, muss Octodad möglichst unauffällig den eigenen Tagesablauf gestalten. Bei zahlreichen Missgeschicken füllt sich allmählich eine Tintenleiste. Ist diese voll, gilt man als entdeckt und muss den Abschnitt neu beginnen. Zwar haben die Entwickler jede Menge Hindernisse wie Bananenschalen auf dem Boden verteilt, diese zu umgehen stellt bei Spielbeginn jedoch noch keine allzu große Herausforderung dar. Im weiteren Spielverlauf macht die Familie jedoch einen Ausflug ins Meereszentrum und Octodad erblickt voller Furcht die hier ansässigen Meeresbiologen. Diese Menschen besitzen den nötigen Sachverstand, seine Tarnung zu erkennen und so gilt es sich möglichst heimlich an ihnen vorbeizumogeln.

Die Jugendlichen fanden solche Passagen eher frustrierend, denn die Steuerung wurde zur „ernsten Angelegenheit“. War es vorher witzig, sich tollpatschig durch die Kulisse zu bewegen und für jede Menge Porzellanbruch zu sorgen, mussten sie nun möglichst vorsichtig agieren,  über Balken balancieren und per Trial-and-Error herausfinden, wie die Biologen umgangen werden konnten.

Stellenweise mit moralischem Zeigefinger
Abseits des Schleichens nimmt die Emotionalität im Meereszentrum an Fahrt auf. So ist der Kraken sichtlich entsetzt von der Haltung seiner Artgenossen. Auch muss er sich den Haien, seinen natürlichen Feinden und somit den Urängsten, stellen. Außerdem ahnt seine Frau mittlerweile, dass mit ihm etwas nicht stimmt und verwickelt ihn in fordernde Gespräche, auf die er nur mit Blubberlauten antworten kann. Die Tragik des Octodad, nicht das sein zu können, was er in Wirklichkeit ist, verbleibt allerdings stets in witzigem Gewand.

Jähes Ende
Kaum hatten sich die Jugendlichen eingespielt, war das Alltags- Gagfeuerwerk auch schon wieder vorbei. Manche Spieler sahen das Ende sogar in weniger als 2 Stunden. Nach der anfänglichen Euphorie trat nun Enttäuschung ein, denn alle hätten sich gewünscht, noch weitere Szenarien zu durchlaufen. Dem gegenüber steht das Versprechen des Herstellers, in Zukunft Fan-Inhalte anzubieten und so das Erlebnis zu verlängern.

Fazit:
Aufgabe ist es, als Oktopus ein Doppelleben zu führen, den treusorgenden Familienvater zu mimen sowie abwechslungsreiche und alltägliche Aufgaben zu meistern. Gefordert wird Hand-Auge-Koordination, Übung und genaue Absprachen, wenn mehrere Spieler den Kraken zeitgleich steuern. Gemeinsam machte der Klamauk im Test am meisten Spaß und seine schwächsten Momente hatte das Spiel, wenn Octodad umherschleichen musste. Die Spieletester waren sich dennoch einig: Sie hatten den Kraken trotz viel zu kurzer Spielzeit ins Herz geschlossen. Um es mit Octodas Worten zu sagen: „blrlb“.

Beurteilung der Spieletester zuklappen
Spieletester
Ü16 Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass