Fable Anniversary

Genre
Action-Adventure
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Microsoft
Erscheinungsjahr
2014.02
Systeme
Xbox 360
System im Test
Xbox 360
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
gelungene Neuauflage des Spielehits
Redaktion
Christina Kurzweil
Spieleratgeber NRW
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Spielbeschreibung:
Gut zehn Jahre ist es her, als die Fable-Reihe mit dem ersten Titel der gleichnamigen Serie seinen Anfang nahm und damit zahlreiche Computerspielfans in seinen Bann zog. Fable Anniversary ist die Neuauflage dieses Klassikers und lässt die Welt und ihre Bewohner in neuem Glanz erstrahlen. Die Spielgeschichte hat sich hierbei nicht verändert. Noch immer ist der Protagonist ein kleiner Junge, der durch einen Raubüberfall seine Familie und seine Heimat verliert und von dem geheimnisvollen Mann namens Maze aus diesem Alptraum gerettet wird. Schnell stellt sich heraus, dass Maze Mitglied der Heldengilde Albions ist und auch der junge Protagonist dazu ausersehen ist, einer der vielen mächtigen Helden des Landes zu werden. Allerdings entscheidet der Spieler selbst, welchen Weg der namenlose Heranwachsende einschlägt: machtbesessen und gefährlich oder allzeit hilfsbereit und aufopferungsvoll. Eine nähere Beschreibung der Spielgeschichte ist hier zu finden: Test zu Fable.

Pädagogische Beurteilung:
Altes Spiel, neuer Glanz
Wenn ein HD-Remake von einem Spiel auf den Markt kommt (also im Endeffekt eine Generalüberholung eines Computerspiels vorgenommen wird) stellt sich zunächst immer die Frage nach der Optik und den Neurungen im Spiel. Bei Fable kann sich Albion, ganz in neues Licht und neue Schatten getaucht, durchaus sehen lassen. Im Vergleich zum zehn Jahre alten Vorgänger, wirkt die Landschaft jetzt deutlich farbenfroher, teilweise sogar ein wenig zu bunt. Insgesamt kommt immer wieder das Gefühl auf, sich in einer Märchenwelt zu bewegen, so sehr glüht und strahlt das neue Albion. Bei den Figuren haben sich die Entwickler ebenfalls Mühe gegeben, den beliebten Charakteren ein ganzen neues Festtagsgewand anzuziehen, vor allem was die Gestaltung der Gesichter angeht. Leider sind Mimik und Ton an allen Stellen absolut nicht synchron was dem Spiel eine teilweise ungewollte Komik verleiht und eben doch daran erinnert, dass man es hier mit einer älteren Dame zu tun hat. Auch bei der Steuerung hätte man sich sicher noch einmal ein neues Konzept überlegen können, da gerade hier oftmals echte Profikenntnisse gefordert sind, wenn es darum geht, den Helden konträr zur Kameraführung zu steuern und dabei gleichzeitig zu hüpfen, zu blocken und anzugreifen. Gerade unerfahrene Spieler dürften hier einige Übung brauchen um sich zurechtzufinden.

Mehr zu sehen…
Durch die neue Optik des Spiels profitieren auch die kämpferischen Auseinandersetzungen, die durchaus an Spannung gewonnen haben. Insbesondere die Möglichkeit des Spielers, durch einen sogenannten „Finishing-Move“ einen Kampf zu beenden, indem der Gegner mit dem Schwert durchbohrt wird oder ähnliches, haben durch die neuen technischen Erweiterungen deutlich an Härte gewonnen. Deshalb ist Fable Anniversary, im Gegensatz zur Spielvorlage, auch erst für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben, da die gezeigten Szenen auf jüngere durchaus verstörend und brutal wirken könnten.

Moralisches Probehandeln
Der Reiz an der Fable-Reihe sind moralische Entscheidungen und deren sichtbare Auswirkungen in der Welt. So kann sich der Spieler in vielen Situationen entscheiden, ob er mit guten oder bösen Taten sein Heldenimage pflegt. Diese Entscheidungen verändern sein Erscheinungsbild in entweder eine engelsgleiche Figur mit Heiligenschein oder einen diabolischen Hörnerträger mit herumkreisenden Schmeißfliegen. Auch die anderen Bewohner reagieren unterschiedlich auf gute oder böse Helden, was durchaus zum erneuten Durchspielen einlädt. In einem virtuellen, comichaften Märchensetting einmal richtig gemein zu sein, können Spieler im Alter von 16 Jahren i.d.R. als fiktive Probehandlung einordnen.

Auf ein Neues!
Weder an der Spielgeschichte noch an der Spielwelt von Fable hat sich im neuen Ableger etwas geändert. Insbesondere Kenner des Spiels dürften begeistert sein, nach Albion zurückkehren zu dürfen und das bequem, ohne auf ihren Flachbildschirm verzichten zu müssen. Aber auch Neulinge können sich der spannenden Aufgabe stellen, herauszufinden, ob es denn wirklich Spaß macht, einmal wirklich böse zu sein. Oder wie schnell sich dann doch das schlechte Gewissen einschleicht, da zum Beispiel durch kleine teuflische Hörner die bösen Taten direkt deutlich sichtbar werden. Gerade für Jugendliche bietet das Spiel hier eine interessante Diskussionsbasis, um einmal eigenes Verhalten in Videospielen zu reflektieren und dies natürlich auch auf reale Muster in Gesprächen zu übertragen.

Fazit:
Fable Anniversary macht vieles richtig, was ein Remake tun sollte: Es behält die gelungenen Elemente bei und verpasst veralteten Spielmechanismen und der Grafik einen neuen Anstrich. Mit der Zeit gehen, heißt aber auch, das wachsende grafische Detailreichtum im Auge zu behalten, weshalb das Spiel aufgrund seiner teilweise brutalen Videoszenen und düsteren Stimmung erst für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben ist sowie für all die Spieler, die es vor zehn Jahren schon gespielt haben und es damals schon toll fanden. Neue Inhalte bietet das Spiel allerdings nicht.

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Spieletester
Ü16 Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass