Ape Escape

Genre
Denken / Geschick
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Sony Computer Entertainment
Erscheinungsjahr
2011.06
Systeme
Playstation 3
System im Test
Playstation 3
Hinweis(e)
Move erforderlich
Kurzbewertung
Witziges, aber wenig spannendes Äffchenspiel
Gruppenleiter
Christopher Wandel
Games4Kalk
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Ein weiterer Klassiker erfährt eine Neuauflage. Die verrückten Äffchen begleiten Jung und Alt nun schon seit 1999.. Jetzt will Sony es wissen und veröffentlich den ersten Teil für die Playstation 3 – welcher mit Hilfe des Move Sensors (Bewegungssteuerung) zu spielen ist.

Die Geschichte ist leicht verständlich: Nahezu unzählige Weltraumäffchen belagern unseren Planeten und treiben ihr chaotisches Unwesen. Ihre Blechhelme verleihen ihnen menschliche Intelligenz und die Vorliebe für Bananen ist ungebrochen. Angeführt wird die wilde Meute vom Oberaffen Specter. Die Spieler haben als namenlose Helden die Aufgabe, jenen Boss ausfindig zu machen. Dies wird in Form zahlreicher Anime-Sequenzen dargestellt.

Pädagogische Beurteilung:
Der Anfang
Die erste Level-Serie dient als Tutorial. Hier ist es möglich sich mit der neuen Spielsituation vertraut zu machen, die Art der Steuerung, sowie deren Einsatz der zur Verfügung stehenden Waffen zu ergründen. Diese werden mit dem Motion Controller bedient. Hierbei stehen den bis zu vier Spielern eine Auswahl diverser Gerätschaften zur Verfügung, wie zum Beispiel einem Kescher mit Teleskoparm, ein Bananerisierer, einer Steinschleuder und noch einiger weiterer hilfreicher Gegenstände.

Ab der zweiten Level-Serie geht's dann richtig los – genauer gesagt sind ab dann die Affen los. Sie werden schneller, fieser und gewitzter. Die Level sind entsprechend unterschiedlich gestaltet. Die Reise führt uns beispielsweise durch einen Freizeitpark, eine Geistervilla, auf eine tropische Insel oder durch eisige Landschaften, die grafisch ansprechend umgesetzt sind und technisch keine Störungen oder Verzögerungen mit sich bringen.

Minimale Bewegungsfreiheit und vorprogrammierte Pfade auf hohem technischen Niveau
Eigentlich sollte man meinen, dass so ein „Move Controller" ein hohes Maß an Bewegungsfreiheit bietet – schließlich steckt das Wort „Bewegung" ja schon im Namen. Doch stets gilt es das Gerät von links nach rechts zu drehen, um die Äffchen mit einer entsprechenden Armbewegung zu erwischen. Auch die vorprogrammierten Pfade schränken die spielinterne Bewegungsfreiheit deutlich ein. Anstatt hier und da noch einmal zu gucken, ob sich irgendwo ein pelziger Chaot versteckt hält, werden die Kids nahezu linear (wie auf Schienen) durchs Spiel geführt.

Besonders positiv fällt hier allerdings das hohe Niveau der Präzision auf. Sämtliche Bewegungsabläufe werden exakt und präzise erfasst und im Spiel umgesetzt. So bleibt es zunächst bei einem leicht reduzierten Spielspaß, der glücklicherweise keinen technischen Dämpfer erfährt.

Der Bananen-Shooter
Es wird geschossen. Allerdings mit vergleichsweise harmlosen Waffen wie einer Steinschleuder. Ape Escape dürfte in der Hinsicht als eine Art „Light-Gun Shooter" zu bezeichnen sein. Dabei kommen uns Bananen, Äffchen, garstige Schneemänner und andere „Gefahren" vor das Zielrohr. Ein ausklappbarer Fächer dient als Nahkampfwaffe. Entsprechende Bewegungsabläufe sorgen dafür, dass die Affen im Netz landen. Wenn es darum geht die Tiere mit dem Kescher zu fangen, bleibt man stehen und die Affen kommen auf den Spieler zugelaufen. Gelegentlich kommt es vor, dass Geschosse der Affen abgewehrt werden müssen. Diese Handlungen verbleiben in einer wenig bedrohlichen, spaßhaften Darstellung, die Kinder ab 6 Jahren i.d.R. nicht ängstigen und als Fiktion einordnen können.

Kurzweiliger Spielspaß ohne nennenswerte Abwechslung
Obwohl das Spiel insgesamt nur wenige Stunden in Anspruch nimmt, schafft Sony es nicht, dem Ganzen einen abwechslungsreichen Charakter zu verleihen. Die meisten Bewegungsabläufe sind identisch und münden in einer ewig monotonen Abfolge – es werden Affen mit einem Kescher gefangen. Es bedarf nur weniger Momente um alles Interessante und für den Spielverlauf wesentliche gesehen zu haben. Zwar werden die Affen immer flinker und der Anspruch der Level immer anspruchsvoller (anstatt immer geradewegs auf den Spieler zuzulaufen, bewegen die Affen sich nun auch mal im zick zack oder

weichen im letzten Moment dem Kescher aus), doch insgesamt hat das mit den alten Abenteuern nur wenig zutun. Da die fehlende Abwechslung sich stark auf de Motivation der Spieletester auswirkte, fiel es den Kids zunehmend schwer, den Titel zu Ende zu spielen.

Ausreichend Lebensenergie
Die Lebensenergiepunkte werden in Form von Bananen dargestellt, die es im Spielverlauf einzusammeln gilt. Kommen die pelzigen Kollegen allerdings zu nahe, werden einige Früchte geraubt. Erwischt man sie bei ihrer Flucht mit der Steinschleuder, gibt es die Bananen wieder zurück, Die Vielzahl an zusätzlichen Bananen gewährleistet, dass es für niemanden zu einem vorzeitigen Ende kommen muss – somit ergab sich auch für die jüngeren Spieler ein frustfreies Erlebnis.

Wenige, aber witzige Minispiele + Affziklopädie
Als netten Zusatz werden den Spielern weitere drei Minispiele gereicht. So wird ein Wagen von einem Spieler mit dem Dual Shock Controller gesteuert, der Andere beschießt plötzlich auftauchende Gegenstände mit dem Move-Controller. Weitere zwei Minigames können im Laufe des Spiels freigeschaltet werden. Somit war auch für ein wenig Abwechslung gesorgt. Als weiteren Bonus gibt es die Affziklopädie! Eingefangene Tierchen, die erstaunlicher Weise alles sehr individuell sind, können dort genauer betrachtet werden.

„Hab dich"
Auch, wenn der Sound im Großen und Ganzen als recht annehmbar beurteilt wurde, gab es ein wesentliches Merkmal, dass nach spätestens zehn Minuten alle nervte. Jedes Mal, wenn ein Affe geschnappt wurde, ertönt der Satz „Hab dich!".

Fazit:
Ausgehend von den ursprünglichen Klassikern, haben die Spieletester der Stadtbibliothek Köln Kalk nur wenig übrig für die Neuerscheinung. Die Reduzierung auf den Move-Controller schränkt nicht nur die Bewegungsfreiheit ein – sondern auch den Spielspaß. Das spannende und reizvolle Aufsuchen der verrückten Äffchen der vergangenen Teile fällt komplett weg, stattdessen erwarten den Spieler belang- und anspruchslose Fangsequenzen. Zwar ist die Steuerung sehr präzise – dafür scheint sie zu den wenig gelungenen Anteilen des Titels zu gehören. Die Kids waren sich einig: Wer auf Spaß, Quatsch und kleine und verrückte Äffchen steht, sollte sich vielleicht der älteren Teile bedienen – diese sorgen für mehr Unterhaltung und Abwechslung.

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Spieletester
Games4Kalk
Köln
Bewertung Spielspass