echoshift

Genre
Denken / Geschick
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Sony
Erscheinungsjahr
2010.02
Systeme
Playstation Portable
System im Test
Playstation Portable
Kurzbewertung
Interessantes Logikspiel - auch für jüngere Spieler
Gruppenleiter
Niko Boßmann
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Sudokus, Kreuzworträtsel oder auch Zauberwürfel erfreuen sich auch im Jahr 2013 noch erstaunlicher Beliebtheit, auch wenn der ganz große Hype natürlich nachgelassen hat. Dies ist bemerkenswert, denn das Konzept hinter diesen Logikspielen ist schon etwas älter. Der Erfolg basiert auf der Beliebtheit in allen Generationen, egal ob Enkelkind oder Großmutter, fast jeder hat sich in einer ruhigen Minute schon einmal mit einem Denkspiel beschäftigt. In dieser Aussage liegt gleichzeitig deren die zentrale Stärke: man kann sich intensiv und langfristig in besonders ruhigen und gemütlichen Momenten beschäftigen und sich ganz auf sich und die Aufgabe konzentrieren. Dieser Fokus auf das Spiel und die Aufgabe kann die Umwelt dann schon mal in den Hintergrund treten lassen. Aber wie passt dieses Genre mit dem Medium Videospiel zusammen, dem ein grundlegend anderes Konzept - das des Virtuellen - zugrunde liegt? Ganz so abwegig ist der Gedanke der Fusion von Knobeln und Videospiel aber nicht, wie bereits Tetris gezeigt hat. Tatsächlich gibt es sogar eine eigenständige Klassifikation dieses Genres als Denk- und Logikspiele.

„echoshift" aus dem Jahr 2012 ist ein verhältnismäßig neuer Ableger dieses Genres der Denk- und Logikspiele. In diesem muss der Spieler einem kleinen Strichmännchen den Weg aus der Gefangenschaft in einem Labyrinth befreien. Insgesamt stehen dem Spieler 56 Stufen zur Verfügung. Was auf den ersten Blick noch relativ harmlos erscheint, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung mit steigendem Schwierigkeitsgrad als ziemliche Herausforderung, denn der Weg in die Freiheit führt über einen Wettlauf gegen eine ablaufende Uhr. Teilweise ist die Zeitspanne, die dem Spieler zur Verfügung steht, sogar so kurz, dass die Aufgabe nicht zu bewältigen ist. Ein Spiel, das nicht zu bewältigen ist? Nein, denn hier kommt die Besonderheit des Spiels zum tragen, nämlich die Möglichkeit zum Zeitsprung. Ist die Zeit für das Strichmännchen abgelaufen und die Tür zur Freiheit noch nicht erreicht, beginnt die Runde von Neuem. Anders ist dieses mal aber, dass auch der Schatten des Strichmännchens aus der ersten Runde versucht, dem Labyrinth zu entkommen und die Hebel, die es in der ersten Runde in Bewegung gesetzt hat, auch für die zweite Runde gelten. Hierdurch ergibt sich für Strichmännchen Zwei im Idealfall ein entscheidender Zeitvorteil. Reicht es am Ende dennoch nicht bis zur Tür, beginnt die dritte Runde mit zwei schattigen Strichmännchen der Vorrunden. Desto komplexer die Level sind, desto mehr Schattenmännchen wird der Spieler koordinieren müssen, um die Tür zu erreichen. Aber natürlich sind auch hier die Schattenmännchen begrenzt, insgesamt acht Wiederholungen kann der Spieler durchführen.

Pädagogische Beurteilung:
ausgeklügeltes Spielprinzip sorgt für Begeisterung
Die Idee, taktisches Spielen anhand von mehreren Zeitebenen ins Spielprinzip von „echoshift" einzubinden, wurde als gelungen bezeichnet. Zunächst bereitete es den Spielerinnen und Spielern in der Spieletester AG Probleme, die verschiedenen Figuren zu koordinieren. Zwar steht das Grundprinzip der Wiederholung im Handbuch erklärt, die Kinder verloren aber keine Zeit und legten das Spiel lieber direkt in die Konsole ein. So dauerte es etwas länger, bis die Idee hinter „echoshift" verstanden, sondern versucht wurde, die einzelnen Runden miteinander zu koordinieren. Dementsprechend schnell stellten sich auch die ersten Erfolge ein und begeisterten die Kinder.

Kinder teilweise leicht überfordert
Dies änderte sich aber mit laufender Spielzeit. Wurden die ersten Levels mit Auszeichnung bestanden, sahen sich die Spieler doch schnell mit größeren Herausforderungen konfrontiert. Besonders frustrierend war eine Stelle im Spiel, wo ein Tester ein kniffliges Level fast abgeschlossen zu haben glaube, nur damit kurz vor dem Ziel ein neues Hindernis von der Decke viel und die Uhr somit ablief. An Stellen wie dieser zeigt sich dann auch, ob die Spielerin oder der Spieler tatsächlich ein Logikspiel wie „echoshift" interessant findet, denn es erfordert eine gewisse Faszination für Herausforderungen und einhergehend eine erhebliche Frustrationstoleranz. In der Spieletester AG konnten nicht alle Kinder diese aufweisen, weshalb einige Unmutsäußerungen folgten.

einfache Steuerung mit kleinen Macken
Die Steuerung des Spiels ist sehr simpel gehalten. Im Wesentlichen kommt es nur auf die Pfeiltasten an, um das kleine Strichmännchen über den Bildschirm zu bewegen. Zeitweise müssen auch andere Tasten gedrückt werden, dies wird aber auf dem Bildschirm entsprechend angezeigt. Grundsätzlich stellt die Steuerung also keine Herausforderung dar, wäre dort nicht eine kleine Ungenauigkeit. Ab und zu muss der Spieler, um die Handlungsebene zu wechseln, Treppen steigen. Diese sind allerdings eine Ebene hinter der eigentlichen Spielebene angesiedelt, so dass diese gewechselt werden muss. Ist die Treppe direkt neben einem Abgrund platziert, kann es passieren, dass Spielerin oder Spieler die Treppe verpasst und statt die Ebene zu wechseln den Abgrund hinunter fällt. Auch wenn dies vielleicht so von den Machern gewollt ist, wirkt dieser Aspekt bei einem primär als Logikspiel gedachten Videospiel überflüssig.

Fazit:
Die Idee, mehrere Zeitebenen zu kombinieren und Wiederholungen zu ermöglichen, sorgte in der Spieletester AG für Begeisterung. Hieraus ergeben sich eine Vielzahl taktischer Möglichkeiten und echte Herausforderungen. Einige der Tester waren aber schnell frustriert wegen schwierigeren Levels, was zeigt, dass ein gewisses Maß an Frustrationstoleranz unabdingbar ist. Ansonsten ist das Spiel, auch von der Steuerung her, für jüngere Spieler geeignet. Wesentlich entscheidender als der Faktor Alter ist die Motivation.

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Spieletester
Ü12 Porz
Köln
Bewertung Spielspass