Creeper World 3: Arc Eternal

Genre
Strategie
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Knuckle Cracker
Erscheinungsjahr
2013.10
Systeme
PC, Mac
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Tower Defence Spiel der etwas anderen Art
Redaktion
Dominik Kelecic
Spieleratgeber NRW
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Bei "Creeper World 3" des Indie Game Studios Knuckle Cracker handelt es sich um ein reines Einzelspielerspiel, das wie seine Vorgänger an das Tower Defence Prinzip angelehnt ist. In Tower Defence Spielen verteidigt der Spieler in der Regel seine Basis vor immer stärker werdenden Wellen von Gegnern, die vorbestimmte Wege ablaufen. Die Spiele der Creeper World Reihe unterscheiden sich hier jedoch von anderen Tower Defence Spielen. Die sehr abstrakt gehaltenen Gegner, die „Creeper“ laufen nicht etwa vorgegebene Wege ab, sondern sprudeln aus verschiedenen Quellen auf dem Spielfeld hervor und verhalten sich dabei wie eine Flüssigkeit. Die Maps sind meist so gestaltet, dass die Landschaft aus verschiedenen Höhenebenen besteht und die „Creeper“ vorerst eine Ebene vollständig „aufgefüllt“ haben müssen (ähnlich wie Wasser, das in ein Gefäß gefüllt wird, bis es überläuft), um die nächst höhere Ebene zu erreichen. Ziel des Spielers ist es in der Regel seine Basisstation zu schützen, indem er ein Verteidigungs-, Versorgungs- und Angriffssystem aufbaut, um letztendlich in die Nähe der Quellen der „Creeper“ zu gelangen und diese zu zerstören. Hierzu steht ihm im Laufe der Missionen ein wachsendes Arsenal an Waffen und anderen unterstützenden Einheiten zur Verfügung.

Der Spieler schlüpft in die Rolle des Commanders Skarsgard Abraxis, der nach einigen Milliarden Jahren aus dem Schlaf erweckt wird, in den er zuvor versetzt wurde. Er findet sich in einem Raumschiff wieder, das um einen unbekannten Planeten kreist. Unterstützt durch die künstliche Intelligenz „Lia“ begibt er sich auf eine Reise durch verschiedene Sternsysteme auf der Suche nach Spuren von überlebenden Menschen und nach einem Mittel, die „Creeper“ zu stoppen. Diese haben auf ihrem Weg durch das Universum alle Planeten unbewohnbar gemacht und alles Leben auf ihnen vernichtet.

Pädagogische Beurteilung
Präsentation
Creeper World 3 wird – wie bei Tower-Defence Spielen üblich – aus der Top-Down Perspektive (Vogelperspektive) gespielt, wobei Grafik und Sound sehr schlicht gehalten wurden. Die Hintergrundmusik bietet während der verschiedenen Missionen keine große Abwechslung, passt allerdings zu der bedrohlichen Stimmung der Spielgeschichte. Diese stellt ein nettes Beiwerk zum Storymodus dar, spielt aber keine große Rolle für das Gesamtwerk. Bis auf das Ende bleibt sie auch linear, das heißt, der Spieler hat keinen Einfluss auf die Entwicklung der Spielgeschichte. Sowohl Spielmenüs als auch Erklärungen und Geschichte sind in relativ einfachem Englisch verfasst, was das Spiel für Spieler ab ca. 12 Jahren spielbar machen sollte. Auch die Steuerungselemente sind sehr einfach gehalten. Creeper World 3 wird in erster Linie mit der Maus gespielt, bietet allerdings die Möglichkeit via Tastaturkürzel die Bedienung zu beschleunigen. So platziert der Spieler seine Waffen und Gebäude möglichst geschickt auf dem Spielfeld, um seine eigene Basis zu schützen und gleichzeitig den Gegner zurückzudrängen.

Einfaches Spielprinzip
Das Spielprinzip ist sehr einfach, hat jedoch seinen Reiz. Auf den ersten Blick ist die Taktik immer dieselbe: „Collectoren“ bauen, die die eigene Basis mit Energie versorgen, Laser und Mörser aufstellen, um die „Creeper“ zurückzudrängen und die Quellen („Emitter“) zerstören. Während das in den ersten Leveln auch genauso einfach funktioniert wie es sich anhört, kommt es im Laufe des Spiels immer mehr darauf an, verschiedene Taktikten zu entwickeln. Denn auch der Gegner rüstet auf und das Terrain hat zunehmend Einfluss auf Erfolg oder Niederlage. So können Täler in der Landschaft eine Gefahr darstellen, sollten die „Creeper“ über die Hügel schwappen, bevor man ausreichend vorbereitet ist. Mauern aus erhöhtem Terrain bieten vorerst Schutz, bieten aber z.T. auch für die eigenen Waffen Hindernisse oder können von dem Gegner durch den Einsatz neuer flugfähiger Waffen überwunden werden. Obwohl das Prinzip um ein Level zu gewinnen nahezu immer gleich ist, ist eine stetige Anpassung der eigenen Vorgehensweise nötig.

Kurzes Hauptspiel…
Der Storymodus des Spiels stellt für erfahrene Spieler erst spät eine größere Herausforderung dar und ist mit seinen 23 Missionen deshalb relativ schnell bewältigt. Jedoch werden nach deren Absolvierung weitere Spielmodi freigeschaltet, in denen es noch einige hundert neue Level zu spielen gibt. In diesen herrschen zum Teil auch etwas andere Spielregeln, was wiederum zur Abwechslung beiträgt und dem Dauerspielspaß förderlich ist. Hat man im Spiel bisher keine Herausforderung für sich gefunden, bietet sich der Spielmodus „Tormented Space“ (zu Deutsch so viel wie: „gepeinigter Weltraum“) an, in dem der Schwierigkeitsgrad deutlich den der anderen Spielmodi übersteigt. Dem Namen alle Ehre machend kann das Spiel hier auch frustrierend auf den Spieler wirken, da häufiges Scheitern quasi vorprogrammiert ist.

…kontinuierlicher Nachschub
Sollte man feststellen, dass der „Tormented Space“ einem gar nicht liegt und man alle anderen Spielmodi schon durchgespielt hat, gibt es noch weitere Möglichkeiten Creeper World 3 zu genießen. Eine Möglichkeit besteht darin, die beinahe täglich neu erscheinenden Level kostenlos herunterzuladen und zu spielen, die von anderen Spielern erstellt und zur Verfügung gestellt werden. Eine weitere Möglichkeit ist es, per im Spiel integriertem Editor selbst Level zu erstellen und diese ggf. auch mit anderen Mitspielern zu teilen. Hier findet sich für Interessierte auch eine kreative Komponente in dem Spiel. Eine Motivation, auch schon durchgespielte Level erneut zu spielen kann die Online-Rangliste bieten, in der die Zeit und die Punktzahl für das jeweilige Level eingetragen wird. 

Fazit:
Creeper World 3 ist ein vom Spielprinzip her innovatives Tower Defence Spiel, das viele Stunden Spielspaß verspricht. Der Reiz des Spiels besteht nicht in der grafischen oder soundtechnischen Umsetzung, sondern vielmehr im einfachen, aber taktisch geprägten Spielprinzip. Den Dauerspielspaß verspricht der kontinuierliche Nachschub an neuen Leveln und – für Spieler die sich gerne mit anderen Messen wollen – die Online-Rangliste. Die meisten Level sind zwischen 5 und 30 Minuten zu schaffen. In schwierigen Fällen kann es sich aber auch je nach Spielart über mehr als eine Stunde hinziehen. Es ist jedoch möglich das Spiel jederzeit zu unterbrechen, da das Spiel stets gespeichert und zu einem anderen Zeitpunkt fortgesetzt werden kann. Gewaltdarstellung ist nur in sehr abstrakter und damit unbedenklicher Form vorhanden. Das Spiel erfordert teilweise eine erhöhte Frustrationstoleranz, da es zu Spielsituationen kommen kann, in denen man erkennt, dass zuvor geleistete Arbeit und investierte Zeit nicht zum erhofften Erfolg führt. Gerade in sehr schwierigen Leveln muss der Spieler eventuell erkennen, dass er sich verplant hat und ein Neuanfang unumgänglich ist. Aus diesem Grund und weil das Spiel komplett in Englisch gehalten ist dürfte das Spiel für Jugendliche ab ca. 12 Jahren interessant sein.