Nitro Bike

Genre
Rennspiele
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2008.02
Systeme
Playstation 2, Wii
System im Test
Wii
Kurzbewertung
Rasantes Rennspiel mit hohem Crashpotential
Redaktion, Gruppenleiterin
Linda Scholz
Spieleratgeber-NRW, OT St. Anna Ehrenfeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Dies ist ein Moto-Cross-Rennspiel, bei dem der Spieler in die Rolle eines Motorradfahrers schlüpft, um Turniere zu meistern und diverse andere Herausforderungen zu bestreiten. Die Motocross-Strecken variieren hierbei zwischen Gelände, Wald oder Schnee Rennpisten. Das Besondere ist hierbei, dass man einen Boost einsetzen kann, bei der sich die ‚Nitro'-Leiste füllt. Diese stellt die Temperatur des Motors während des Geschwindigkeitsschubs dar. Übertreibt man, explodiert das Bike. Zusätzlich hat der Spieler die Möglichkeit Stunts zu vollführen, wodurch er ebenfalls schneller wird. Die Stunts sind ebenso wie die Crashs dreidimensional in Szene gesetzt – man sieht die Fahrer im wahrsten Sinne des Wortes in die Luft fliegen. Nach und nach kann man im Karrieremodus durch Siege neue Fahrer, Motorräder und Strecken freispielen. Dieser besteht aus verschiedenen Herausforderungen, die es nach und nach zu bestreiten gilt. Zusätzlich kann man im Versus Modus auch mit bis zu vier Spielern antreten und gegeneinander Rennen fahren.

Pädagogische Beurteilung:
Lenken will gelernt sein
Die Tastenbelegung bei der Steuerung wurde als nicht schwer beurteilt, das Manövrieren an sich dafür umso mehr. Das Grundprinzip ist simpel - man hält die Wii-Fernbedienung waagerecht mit beiden Händen und kann per Tastendruck Gas geben, während man durch bewegen der Wiimote lenkt. Ähnlich wie bei anderen Rennspielen für die Wii, wie etwa Mario Kart Wii [Beurteilung http://www.spieleratgeber-nrw.de/Test.3069.de.1.html], fungiert die Wiimote hierbei als Lenkrad und der Fahrer kann durch Kippen nach rechts und links gesteuert werden. Allerdings ist die Lenkung der Bikes ziemlich empfindlich, wodurch Neueinsteiger wie auch erfahrene Spieler ihre Schwierigkeiten hatten, ihre Fahrer durch die oftmals engen Kurven zu lenken. Dies führte oftmals zu Crashs, was den Testern häufig nicht nur Zeit sondern auch den Sieg kostete. Ein wenig kann man hierbei mit der Wahl von Fahrer und Bike punkten: „Das ist das beste Bike und das einzige mit dem man lenken kann" (Tester 11 Jahre).

Die Funktion des Nitro-Anschubs stellte eine zusätzliche Herausforderung für die Spieler dar, da die erhöhte Geschwindigkeit das Lenken des Bikes noch erschwerte. Schnell wurden Taktiken entwickelt, auf welchen Teilen der Strecke sich die Nitro Power am besten eignet und wann besser gebremst werden sollte.

Explosionen und Stunts
Da das Spiel besonders im Geschwindigkeitsrausch des Nitro Boosts recht unübersichtlich wurde und dadurch auch die Lenkung betroffen war, endeten einige Manöver rasch im Aus und führten zu Explosionen. Die Spieler konnten nur noch zuschauen, wie ihre Fahrer haushoch in die Luft flogen und die Bikes explodierten. Die Tester fanden die Crashs zwar „cool", allerdings stellte sich rasch die Frage, inwieweit es Ziel des Spieles sein kann, dass sich Unfälle durch das ganze Rennen ziehen, wenn es hingegen eher Glückssache ist, wenn ein Stunt gelingt. Die Rampen auf den Strecken laden zwar zu Sprüngen ein, allerdings waren die Tester mehr mit der sicheren Landung auf der Strecke beschäftigt, als dass sie Zeit hatten sich in halsbrecherischen Stunts zu üben. Der Ein oder Andere war zwar schnell in der Lage, sein Gefährt sicher durch die Strecken zu lotsen, dies führte jedoch auch zu Frust und Langeweile bei den übrigen Testern.

Die Karriere eines Rennfahrers
Besonders die Steuerung war es, die den Karrieremodus erschwerte. In 10 verschiedenen Cups warten unterschiedliche Herausforderungen auf den Spieler. Wobei sich diese Aufgaben auf Rennen gegen Computergegner, Zeitfahrten und Zielfahrten, in denen man durch Reifen fahren muss, beschränken. Gegen den Computer zu fahren war hier für die Tester die angenehmste Herausforderung. Die Zeitrennen, in denen man gewisse Rundenzahlen unterbieten muss, waren für jüngere Spieler meist nicht zu bewältigen. Auch die Zielfahrten durch die Reifen konnten die Tester nicht lange in den Bann ziehen, da die engen Kurven durch die Steuerung oftmals nicht schaffbar waren. Auch die besten Fahrer der Gruppe kapitulierten nach einigen Versuchen. Ein veränderbarer Schwierigkeitsgrad wäre hier für die meisten Tester wünschenswert gewesen oder zumindest eine Möglichkeit, die Karriere zu gemeinsam bestreiten: „Zu zweit würde das mehr Spaß machen" (Tester 11 Jahre).

Je nachdem, wie man die Herausforderungen abschließt, kann man eine Gold, Silber oder Bronzemedaille erhalten, wodurch man wiederum Punkte erlangt und neue Events freischalten kann. Die Bronzemedaillen sind durchaus erreichbar, allerdings fehlen einem später Punkte, falls man nicht ab und an Silber oder gar Gold erreicht, um alles freizuschalten

Miteinander gegeneinander
Schnell kristallierte sich heraus, dass die Spieler den meisten Spaß im Versus-Modus hatten. Hierbei ist ein Rennen mit bis zu vier Freunden möglich. Wenn sie gegeneinander antreten konnten, erkannten die Spieler, dass sie einen Gegner hatten, dem sie gewachsen waren. Es entstand schnell ein Wettbewerb, wer die meisten Siege einfahren konnte. Auch wenn ein Spieler nicht gewann, hatte er hierbei immerhin Spaß an den Crashs und Explosionen, die er im Rennverlauf baute. Positiv ist, dass man zwar seinen Fahrer durch die Luft fliegen sieht, allerdings auf die Darstellung von Verletzungen und Blut verzichtet wurde. Genauso wenig Einfluss haben die Unfälle auf den weiteren Rennverlauf, abgesehen von einer kurzen Strafzeit für den Fahrer. Alle Kinder und Jugendlichen konnten die Darstellungen als Fiktion einordnen. Vor allem, weil man danach sofort weiterfahren konnte.

Schlammige Pisten und rockige Musik
Die Strecken in „Nitro Bike" sind an das Cross-Racing angepasst und befinden sich auf verschneiten Berghängen, Schrottplätzen oder in schlammigen Tälern. Hierbei stehen den Fahrern Abkürzungen zur Verfügung, da man auch durch herumliegende Rohre fahren oder über Hindernisse springen kann. Zusätzlich verändert sich die Strecke nach und nach, da Bauteile, gegen die man fährt abfallen oder verschoben werden können. So stellten sich den Testern immer neue Hindernisse in den Weg und die Rennen wurden trotz der gleichen Rennpiste nicht langweilig. Zusätzlich sieht man auch je nach Strecke Schlamm oder Schnee aufspritzen, wenn man in wendigen Manövern gewisse Streckenteile passiert. Untermalt wird das Geschehen durch rockige Klänge, die zur Spielthematik passen. Die Tester fanden die Musik gut, kritisierten nur, dass das Motorbrummen oftmals zu laut sei. Andererseits machte grade dieser Faktor das Spiel realistischer und auch die Explosionen hallten laut über die Musik. Dadurch waren die Tester von der Spielatmosphäre schnell euphorisiert.

Fazit:
„Nitro Bike" für die Wii ist ein Rennspiel, welches bei der Testergruppe für geteilte Meinungen sorgte. Sobald man in der Lage ist, sein Bike trotz der schwammigen Lenkung auf der Piste zu halten, sorgt ein Rennen gegen seine Freunde für Unterhaltung. Allerdings waren sich die Tester einig, dass es für Neueinsteiger schnell frustrierend sein dürfte, wenn das Rennen dauerhaft zu Explosionen und Crashs führt. Die Missionen im Einspielermodus waren nur für erfahrenere Spieler interessant. Bei jüngeren Spieler waren andere Funracer spannender. Die harte Grafik ist nicht besonders kindgerecht und die Lenkung kann Jüngere wohl eher überfordern.

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Spieletester
OT St. Anna Ehrenfeld
Köln
Bewertung Spielspass