Spaceteam

Genre
Apps
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Sleeping Beast Games
Erscheinungsjahr
2012.01
Systeme
iOS, Android
System im Test
iOS
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Rein kooperatives und sehr hektisches Weltraumspiel
Redaktion
Dominik Kelecic
Spieleratgeber NRW
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Bei "Spaceteam" handelt es sich um ein kostenloses, rein kooperatives Multiplayerspiel für 2 bis 4 (bzw. 8 in einem experimentellen Modus) Spieler. Dabei sind alle Spieler Teil einer Raumschiffcrew, die gemeinsam versuchen muss einer Feuerwelle zu entkommen, die ihr Schiff verfolgt. Dies gelingt, indem sich die Spieler gegenseitig verschiedene Befehle zurufen, die innerhalb eines kurzen Zeitrahmens von einem zufälligen Mitspieler auf seinem Tablet oder Smartphone ausgeführt werden muss. Dabei bekommen alle Spieler gleichzeitig unterschiedliche Befehle. Dieses Durcheinander muss nun koordiniert werden. Je erfolgreicher die Crew das Raumschiff steuert, desto weiter entfernt es sich von der Feuerwelle bis es irgendwann ein Level gemeistert hat.

Pädagogische Beurteilung:
Die Crew macht sich bereit
Gleich zu Beginn fällt an "Spaceteam" positiv auf, dass es ein Spiel ist, das mindestens 2 Spieler braucht, um überhaupt gespielt werden zu können. Um das Spiel zu starten treffen sich also 2-4 Spieler und verbinden sich über dasselbe WLAN Netz (dann auch Plattformübergreifend zwischen iOS und Android Betriebssystem) oder über Bluetooth (dann aber nur zwischen gleichen Betriebssystemen). Jedem Spieler wird zufällig eine kunterbunte und teilweise futuristisch anmutende Spielfigur zugewiesen, die schon allein bei den Testern für den einen oder anderen Schmunzler sorgte. Alle teilnehmenden Spieler treffen sich mit ihren Spielfiguren in einer Art Lobby und halten einen Knopf gedrückt, sobald sie bereit sind. Haben alle Mitspieler ihre Bereitschaft signalisiert startet das Spiel.

Das Chaos beginnt
Zu Beginn erscheint bei allen Spielern eine zufällige Anzahl an Bedienelementen, von denen keine denen der Mitspielers gleichen. Diese Bedienelemente bestehen aus Tasten, Schiebe- oder Drehreglern und sind größtenteils mit Fantasienamen beschriftet. Bedient werden die Elemente einfach per Touchscreen. Am oberen Bildschrimrand erscheint bei jedem Mitspieler eine Anweisungen, die ausgeführt werden muss, bevor der jeweilige Countdown (in Form einer sich verfärbenden und abnehmenden bunten Leiste) abgelaufen ist. Das Problem dabei ist allerdings, dass alle Spieler gleichzeitig eine Anweisung bekommen, diese allerdings in den meisten Fällen nicht selbst ausführen können, sondern an die Mitspieler weitergeben müssen. Hier beginnt das Chaos: Jeder einzelne Spieler steht unter Zeitdruck, da er gleichzeitig seine Bedienelemente im Blick haben und bedienen muss und ganz nebenbei auch noch seine Anweisungen an die Gruppe weiterzugeben und die Anweisungen der anderen Spieler, die ihn betreffen könnten, auszuführen hat. Gelingt es einem Spieler, eine Anweisung zu erfüllen, bewegt sich das Raumschiff, das oben im Display der Spieler angezeigt wird, ein Stück weiter nach rechts und somit von der Feuerwalze weg, die das Schiff verfolgt . Wird ein Befehl nicht rechtzeitig ausgeführt, fällt das Raumschiff wieder etwas zurück.
Zusätzlich zu dem zeitlichen Stressfaktor werden die Spieler noch durch entgegenkommende Asteroiden oder Wurmlöcher gestört. Diesen gilt es durch gemeinsames Schütteln oder Kippen der Spielgeräte auszuweichen. Des Weiteren können sich Bedienelemente lösen und somit ihre Bedienung erschweren, Schleim kann austreten und die Beschriftungen unlesbar machen oder andere seltsame Dinge passieren. Je weiter die Spieler in den Leveln gelangen, desto mehr Störfaktoren gelangen ins Spiel und desto schneller müssen die Anweisungen erfüllt werden. Der Stressfaktor steigt hier bei einer ehrgeizigen Gruppe immens. Auch die Lautstärke und der Ton in der Kommunikation zwischen den Spielern können deutlich variieren.
Trotz allem Stress hatten die Tester allerdings immer wieder Zeit, sich über Anweisungen wie „Müll entsorgen“, „Berufswahl bereuen“ oder „ruhig bleiben“ zu amüsieren, auch wenn manchmal gar nicht klar war, dass z.B. „ruhig bleiben“ eine Anweisung für ein Bedienelement war und nicht den Spieler selbst betraf. 

Kostenlos mit In-App Angeboten
Wie für viele kostenlose Apps üblich bietet auch "Spaceteam" die Möglichkeit, In-App Käufe zu tätigen. Es ist hierbei allerdings nicht möglich, sich Vorteile für das Spiel zu kaufen. Es handelt sich bei den Angeboten lediglich um kosmetische Erweiterungen wie neue Raumschiffe und ein paar weitere Spielmodi. Es besteht also kaum ein Zwang, die In-App Käufe zu tätigen. Will man dies jedoch tun um die Entwickler finanziell zu unterstützen, schlägt die In-App Option „alles kaufen“ bei Android mit 4,99$ (umgerechnet 3,65€) und bei iOS mit 4,49€ zu Buche.

Fazit:
An "Spaceteam" fällt positiv auf, dass es ein sehr unterhaltsames, leicht zu erlernendes und kooperatives Spiel ist, das z.B. auch gemeinsam in der Familie gespielt werden kann. Es bietet somit ein schönes Angebot für diejenigen, die es bevorzugen, mit ihren Mitspielern nicht in Konkurrenz zu treten, sondern sich als Team zu verbessern und gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Teamplanung, Absprachen, sich Gehör verschaffen und sich gegenseitig zuhören sind in diesem Spiel ausschlaggebende Kriterien.
Schön ist auch, dass man mit bis zu acht Spielern gemeinsam spielen kann (zumindest gab es bei sechs Mitspielern im Test, trotz experimentellem Modus, keine technischen Probleme). Auch die In-App Käufe sind nicht zwingend erforderlich, um Erfolg im Spiel zu haben.
Gerade weil es sich bei den Anweisungen in der Regel um Fantasiebegriffe handelt, ist jedoch eine gewisse Lese- und Sprachkompetenz von Nöten. Außerdem entsteht bei den sehr unterhaltsamen Spielrunden sehr viel „positiver“ Stress. Mit diesem und mit unvermeidlichen, gemeinsamen und sich ständig wiederholenden Niederlagen muss der Spieler umgehen können. Aus diesen Gründen empfehlen wir "Spaceteam" für Spieler ab 10 Jahren.