Avatar: Das Spiel

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2009.12
Systeme
PC, Playstation 3, Xbox 360, Wii, Playstation Portable, Nintendo DS
System im Test
Playstation Portable
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Grafisch überragende Filmadaption - leider etwas kurzlebig
Gruppenleiter
Niko Boßmann
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Über zehn Jahre thronte das Liebesdrama „Titanic" vom überaus erfolgreichen Star-Regisseur James Cameron mit deutlichem Abstand an der Spitze der weltweit erfolgreichsten Kinofilme. Nur um die Dimensionen zu verdeutlichen: Titanic spielte mehr als doppelt so viel ein wie der bis dahin erfolgreichste Film, „Der König der Löwen". Ziemlich genau zwölf Jahre lang gelang es keinem anderen Film ein Einspielergebnis in auch nur ansatzweise gleicher Höhe einzuspielen. Dies änderte sich im Dezember 2009, als wieder Cameron einen neuen Kassenschlager ins Rennen schickte: „Avatar – Aufbruch nach Pandora". Binnen einen Monats übertraf der Film die Titanic-Bestmarke und erzielte bislang unerreichte Einspielergebnisse. Auch die Kritiker nahmen den Film sehr positiv auf, die Atmosphäre der gesellschaftskritischen Geschichte wurde als hervorragend bewertet. Insbesondere hervorgehoben wurde aber immer wieder die optische Aufarbeitung, die wahrlich ein Meisterwerk ist.

Mittlerweile ist es gang und gäbe, zu großen Kino-Blockbustern auch ein Videospiel zu produzieren und auf den Markt zu bringen. Der riesige kommerzielle Erfolg von Camerons futuristischem Meisterwerk brachte natürlich auch dem Videospiel einiges an Aufmerksamkeit ein. Jedoch finden sich – insbesondere in Hinblick auf die Geschichte von Film und Spiel – einige kleinere Unterschiede. Während im Film der gehbehinderte, frühere US-Marine Jake Sully die Hauptrolle im Kampf zwischen Recht und Unrecht einnimmt und die eingeborenen Na'vi im Kampf um ihren Heimatplaneten Pandora unterstützt, schlüpft der Spieler bei „James Cameron's Avatar – Das Spiel" in die Rolle eines der Na'vi. Diese müssen sich gegen die menschliche Invasion wehren. Im farbenfrohen, naturbelassenen Pandora sind düstere Wolken aufgezogen und der Spieler hat alle Hände voll zu tun, das aufziehende Unheil abzuwenden und das friedlebende Volk der Na'vi vor dem Untergang und der Ausbeutung durch die Menschheit zu bewahren. Nur wenn es dem Spieler gelingt, die unterlegenen Waffen der Na'vi geschickt einzusetzen und sich die natürliche Verbindung dieses ehrbaren Volks zur Natur zunutze zu machen, kann die Mission Erfolg haben.

Pädagogische Beurteilung:
Ansprechende Grafik und Sound
Wie auch der Filmhit überzeugt „James Cameron's Avatar – Das Spiel" mit einer – für PSP-Verhältnisse – stimmungsvollen grafischen Umsetzung. Die Tester aus der Spieletester-AG waren sich in ihrem Urteil einig: diese Grafik ist wirklich top. „Das sieht alles sehr echt und gut aus" (Tester, 12 Jahre). Auch der Ton ist gut gelungen und unterstützt die Atmosphäre, die durch das Bild erzeugt wird, maßgeblich. Wenn der Spieler die Augen schließt, findet er sich mit ein bisschen Fantasie im Urwald von Pandora wieder.

Fehlender Mehrspielermodus
Ein wichtiger Punkt, der häufig zu langfristigem Spielspaß beiträgt, sind Mehrspielermodi. Auch wenn die normalen Einzelmissionen und -kampagnen abgeschlossen sind, findet sich hier meistens noch einiges an Spielspaß, da der Spieler gegen Freunde oder andere Mitspieler antreten kann. Diese Möglichkeit bietet Avatar – Das Spiel leider nicht. Dies wiegt umso schwerer, da der reguläre Einzelspielermodus von den Tester der Spielegruppe als relativ eintönig beschrieben wird: „Es passiert nicht so viel Neues. Es fehlt ein bisschen Abwechslung" (Tester, 12). Überhaupt ist die Hauptgeschichte relativ schnell durchgespielt und das Spiel dadurch abgeschlossen. Sofern der Spieler sich nicht dafür begeistern kann, bereits gespieltes noch einmal zu durchleben, wird das Spiel wohl relativ schnell wieder im Regal verschwinden.

Fantasiewelt zum Träumen
Besonders Kindern, die vom Film begeistert waren und am liebsten selbst in den Kampf gegen die imperialistischen Menschen auf Seiten der Na'vi eingegriffen hätten, bietet das Spiel eine tolle Möglichkeit, diese Fantasie auszuleben. Zwar finden sich kleinere Unterschiede zwischen Film und Videospiel, jedoch heißt das nicht, dass dem Spiel Anziehungskraft verloren geht. Pandora kann mit seiner atmosphärischen Anziehungskraft punkten und schafft so für Kinder, die sich mit den Na'vi identifizieren, eine tolle Welt, um sich so richtig auszuleben.

Kampf zwischen Eingeborenen und Invasoren – Gut gegen Böse
Ein wichtiger Aspekt bei der Beurteilung des Spiels ist sicherlich der altbekannte Kampf zwischen Gut und Böse. Während es in vielen Science-Fiction-Abenteuern darum geht, die Menschheit vor einer aggressiven außerirdischen Spezies zu retten, sind die Vorzeichen diesmal andere: die friedliebenden Na'vi verteidigen sich gegen habgierige und rücksichtslose Menschen. Diese Rolleneinteilung kann insbesondere jüngere Spieler verwirren. Da das Spiel aber erst ab 12 Jahren zum Verkauf freigegeben ist, wiegt diese Tatsache nicht so schwer. Spieler, die keine Probleme mit solchen Rollenverteilungen haben, können ihre Tatkraft in den Dienst der guten Sache stellen und so vielleicht sogar eine moralische Lektion lernen: das eigene Handeln kritisch hinterfragen, wie das Handeln der Menschen in diesem Spiel.

Heiligt der Zweck die Mittel?
Auch wenn die Na'vi im Vergleich zu den Menschen mit altmodischen Waffen ins Gefecht ziehen, so sind Bogen und Stab in den Händen der riesigen Na'vi todbringende Waffen. Diese werden zwar nicht verherrlicht, aber es stellt sich die Frage, ob das Spiel nicht auch ohne das Töten des Gegners funktionieren würde. Sicherlich ist dies ein Aspekt, für den sich Pro- und Contra-Argumente finden lassen, aber zumindest sei an dieser Stelle darauf hingewiesen.

Schwierigkeitsgrad kann vor jedem Level neu eingestellt werden
Sehr anfängerfreundlich ist die Gestaltung des Schwierigkeitsgrads. Dieser kann nach jedem Level neu eingestellt werden. Somit muss der Spieler nicht, wie es teilweise in anderen Spielen vorkommt, mit einer falsch eingestellten Schwierigkeit leben, sondern kann diese bei Bedarf anpassen. Dies fand auch Zuspruch bei den Testern aus der Spieletestergruppe.

Fertigkeiten verbessern
Es besteht im Verlauf des Spiels die Möglichkeit, den Charakter mit neuen Fähigkeiten auszustatten. Mit diesem neuen, besseren Na'vi wird auch der Kampf gegen die Eindringlinge wieder leichter. Um die Fähigkeiten verbessern zu können sammelt der Spieler den „Geist Eywas", gewissermaßen die Verbindung zur Natur, die für die Na'vi so maßgeblich für ihre Existenz ist.

Flugeinlagen sorgen für Abwechslung
Für Abwechslung sorgen definitiv die Flugsequenzen, die im Spiel immer wieder zu bewältigen sind. Auf dem Rücken eines Banshee, gewissermaßen ein Flugdrachen, schwingt sich der Spieler hoch in die Luft, um hier den Kampf gegen die Menschen in schwindelerregender Höhe fortzuführen. Diese Sequenzen stellen eine große Abwechslung dar und waren dementsprechend auch bei den Testern der Spieletestergruppe beliebt.

Fazit:
James Cameron's Avatar – Das Spiel ist eine insgesamt gelungene Umsetzung des Kinohits. Das Spiel ist – wie auch der Film – insbesondere bei der grafischen Umsetzung und im Ton absolut überzeugend. Leider gerät die Geschichte ein wenig zu kurz und einen Multiplayer-Modus sucht man vergebens. Nichtsdestotrotz funktioniert das Spiel als eigenständiges Werk und besonders Jugendliche, die den Film klasse fanden, werden mit dem Videospiel tolle Stunden verbringen. Die Tatsache, dass der Schwierigkeitsgrad nach jedem Level neu eingestellt werden kann, ist ein großes Plus und erleichtert auch Videospiel-Neulingen den Einstieg. Aufgrund dieser Tatsache kann auch die USK-Freigabe ab 12 Jahren unterstützt werden.

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Spieletester
Ü12 Porz
Köln
Bewertung Spielspass