Pokémon X und Y

Genre
Rollenspiele
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Nintendo
Erscheinungsjahr
2013.10
Systeme
Nintendo 3DS
System im Test
Nintendo 3DS
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
3D-Ableger der Pokémon-Reihe
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Spielbeschreibung:
Mit den Spielen Pokémon X und Pokémon Y veröffentlichte Nintendo die beliebte Pokémon-Reihe (Beurteilung zu Pokémon Weisse Edition) bereits für die 6. Spielegeneration – diesmal für den Nintendo 3DS. Außerdem sind die beiden Titel die ersten Ableger, die weltweit zeitgleich veröffentlicht wurden. Das schlägt sich auch in den Verkaufszahlen nieder – alleine in den ersten zwei Tagen gingen über 4 Millionen Exemplare über die Ladentische. Obwohl sich das grundlegende Prinzip seit nunmehr 18 Jahren nicht verändert hat, kommen mit diesen Editionen sehr viele Neuerungen auf den Handheld, die sich nicht nur auf eine Erweiterung des Pokédex (digitales Pokémon-Lexikon) auf 719 verschiedene Arten beschränken, sondern auch völlig neue Fortbewegungsmittel und sogar – zum ersten Mal seit der 2. Spielegeneration - wieder einen neuen Pokémon-Typen ‚Fee‘ mit einschließen. Auch die Multiplayer-Erfahrungen wurden massiv ausgebaut, indem einige neue Online-Features integriert wurden.
Ziel des Spiels ist aber unverändert – es gilt alle Pokémon zu fangen und zu trainieren, die 8 Leiter der Arenen herauszufordern, um ihre Orden zu erlangen und anschließend gegen die Pokémon-Liga zu bestehen, die sich aus den Top 4 und ihrem Champ zusammensetzt. Der Spieler muss also der Champion der Pokémon-Liga werden, ganz im Sinne des Intros der gleichnamigen  Anime-Reihe:  „Ich will der Allerbeste sein!“ Ein Team mit bösen Absichten – diesmal Team Flare – darf hierbei jedoch auch nicht fehlen. Diese tauchen an verschiedenen Stellen des Spiels auf und müssen immer wieder aufs Neue besiegt werden. Die ausdauernden Spieler können sich nach dem Durchspielen auch noch an die Vervollständigung des Pokédex machen. Dabei ist wichtig zu erwähnen, dass es in Pokémon X Pokémon zu fangen gibt, die es in Pokémon Y nicht gibt, und umgekehrt. Auch gibt es sehr kleine Storyunterschiede.

Pädagogische Beurteilung

Von Pascal Fassbinder

Einstieg in die Spielwelt
Nachdem sich der Spieler auf eine männliche oder weibliche Spielfigur festgelegt hat, befindet er sich in der Region Kalos, die sternförmig aufgebaut und an Frankreich angelehnt ist. Dies spiegelt sich nicht nur an einigen Städten wieder, wie z.B. Illumina City, die mit dem Prismaturm eine dem Eiffelturm ähnelnde Einrichtung besitzt, sondern auch an dem Verhalten und der Kleidung der Bewohner. Wie in den anderen Spielen der Hauptreihe fängt das Abenteuer in einer kleinen Stadt an, dieses Mal bekommt man sein Starterpokémon allerdings von einem Freund überreicht. Auch der Pokédex hat sich auch verändert – so ist er diesmal in einen Zentral-, Küsten- und Gebirgsdex aufgeteilt, da der Spieler in jedem dieser Abschnitte natürlich andere Pokémon findet. Der Spieler muss fortan die Welt erkunden, Pokémon fangen und die verschiedenen Arenen in unterschiedlichen Gebieten besuchen.
Die Kämpfe laufen dabei immer nach dem gleichen Schema ab. Jeder Trainer setzt eines seiner Pokémon ein.  Diese greifen sich abwechselnd an, wobei bis zu 4 Attacken erlernt werden können. Wenn ein Pokémon besiegt ist, wird ein neues eingesetzt – bis keine mehr übrig sind. Welches der Taschenmonster dabei gewinnt, hängt oft vom Typen ab. So ist ein Pokémon vom Typ Feuer gegen jene vom Typ Pflanze stark, aber schwach gegen ein Wasser-Pokémon. Deswegen ist Abwechslung im Team von bis zu 6 Pokémon gefragt, damit man von nichts überrascht werden kann.  Auch ist es wichtig, regelmäßig im hohen Gras gegen wilde Pokémon zu kämpfen, da so die eigenen gestärkt werden und das Spiel sonst kaum zu schaffen ist.

Viel zu viel zu tun!
Neben dem eigentlichen Story-Modus kann der Spieler allerlei Nebenaufgaben erledigen.  So wird er im Laufe des Spiels im Kampfschloss zu einem Baron ernannt und kann dort gegen andere Adelige im Pokémon-Kampf antreten, um schnell an Geld zu gelangen und seinen Adelstitel zu steigern. Das gewonnene Geld kann dann in verschiedenen Städten dazu verwendet werden, die Boutiquen zu besuchen und sich neu einzukleiden oder seinen Haarschnitt beim Coiffeur zu verändern. Hierdurch können sich die Spieler ihre Spielfigur nach eigenen Wünschen personalisieren. Zusätzlich kann der Spieler mit Rollerskates herumfahren und sogar auf gewissen Pokémon reiten. In einem felsigen Gebiet muss man sich beispielsweise von einem Rihorn herumtragen lassen und in einer Schneelandschaft macht ein Mamutel die Überquerung der Schneemassen möglich. Und wenn das auch noch nicht reicht, kann man Beeren anpflanzen und sogar miteinander kreuzen, um neue Beeren zu erhalten. Diese kann man den Pokémon zum Tragen geben, was im Kampf verschiedene Auswirkungen haben kann. In einem neuen Feature namens PokéMonAmi kann man seine Pokémon sogar mit dem Stift des 3DS streicheln, es füttern und seine Bewegungen nachahmen (die integrierte Kamera des 3DS wird hier zur Bewegungserkennung verwendet), um die Freundschaft zu steigern. Gerade dieses Feature könnte Kinder dazu bringen, sich an ihr Lieblingspokémon zu binden.

Technische Neuerungen
Auffällig ist natürlich, dass die gesamte Welt erstmals komplett in 3D dargestellt wird, aber wie auch bei anderen Nintendo3DS Titeln, kann man den 3D-Effekt jederzeit ausschalten. Auch der Sound ist passend gestaltet, leider fehlt jedoch eine richtige Synchronisation weiterhin. Die quirligen Geräusche der kleinen Wesen hingegen mögen für Anhänger der Spiele einen Reiz darstellen, klingen für Nichtfans aber immer noch seltsam bis befremdlich. Die Spielwelt ist detailreicher und realistischer als bei den Vorgängern – so erscheinen beispielsweise Sprechblasen mit einem Gespräch, wenn man an zwei sich unterhaltenden Passanten vorbeiläuft. Auch die Kampfanimationen sind ein Stück realistischer geworden. So zucken die Pokémon jetzt zusammen, wenn sie von einer Hieb-Attacke getroffen werden.

Spielen mit der ganzen Welt
Doch auch die zahlreichen Online-Funktionen des 3DS werden verwendet. So kann man, wenn das Gerät online ist, jederzeit mit Menschen aus aller Welt kämpfen und tauschen. Haben beispielsweise Freunde eines der beiden Spiele, können die Spieler währenddessen sogar über das integrierte Mikrofon miteinander sprechen. Auch werden andere Spieler angezeigt, denen man über die StreetPass-Funktion des 3DS begegnet ist, um mit ihnen Pokémon zu tauschen. Im Spiel kann man auch sogenannte O-Kräfte freischalten, die man auf sich oder seine Freunde einsetzen kann, um vorrübergehend z.B das Geld zu erhöhen, welches sie bei einem gewonnenen Kampf erhalten. Dadurch ist das Spielerlebnis viel sozialer geworden und kann als Mittel dienen, sich mit Freunden auszutauschen.

Fazit:
Auch dieses Spiel wird die Spieler, die mit der Pokémon-Serie und den Spielen nie etwas anfangen konnten, wahrscheinlich nicht davon überzeugen können, den Hype doch mitzumachen. Auf Fans der Reihe wartet allerdings ein verbessertes Abenteuer mit vielen neuen Möglichkeiten, in welchem sie alleine im Zuge der Hauptstory 50 Stunden lang ihre Fertigkeiten als Trainer unter Beweis stellen können. Die vielfältigen Online-Angebote bieten zudem zusätzliche Möglichkeiten, mit dem Spiel auch nach dem Durchspielen der Hauptstory noch viel Spaß zu haben.
Warum Spieler aller Altersklassen dabei so fasziniert von den Spielen sind, ist leicht zu erklären: Abwechslung! Kleine Kinder werden solche Pokémon wie den bunten Schmetterling Vivillon lieben und ältere Kinder und Jugendliche werden von mächtigen Bestien wie dem Klon Mewtu oder dem Drachen Zygarde begeistert sein. Dazu kommt, dass jedes der insgesamt 719 Pokémon anders aussieht, viele auch noch unterschiedliche Formen haben und sie andere Attacken lernen, von denen es 617 gibt – und jede wirkt anders. Beim Entdecken von immer wieder neuen Wesen und ihrer Angriffe wird beinahe zwangsläufig der Sammeltrieb geweckt, sodass erfolgsorientierte Spieler alle Pokémon haben wollen. Ob es sich hierfür allerdings lohnt, zwei fast identische Spiele zu kaufen, nur um das ein oder andere Pokémon mehr zu haben, ist eine Verkaufspolitik, die von Eltern mit dem Kind hinterfragt werden sollte.