Trials Fusion

Genre
Rennspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2014.04
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox 360, Xbox One
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Wenig Innovationen, aber neue Strecken und Fahrzeuge
Redaktion
Alexander Hundenborn
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
"Trials Fusion" ist der dritte Teil der Crossbike-Spiele von Ubisoft. Mit dem ersten Teil, Trials HD, veröffentlichte Microsoft unter Xbox Live-Arcade ein Spiel, in dem der Spieler einen Kurs voller Hindernisse mit einem Motocross Bike in möglichst kurzer Zeit überwinden musste. Als besondere Schwierigkeit verfügen alle Trials-Titel über eine Physikengine, die das Gleichgewicht des Fahrers und somit das Fahrgefühl beeinflussen. Wer zu schnell anfährt ohne sich nach vorne zu lehnen, kippt nach hinten über. Ebenso werden über die rückseitigen Triggertasten Gas und Bremse gesteuert, so dass Beschleunigung und Bremse dosiert eingesetzt werden müssen. Die Strecken sind hierbei angelehnt an mögliche Szenarien von zerstörten Fabriken, einfacheren Hügelstrecken und ähnlichem, jedoch sind sie erkennbar fiktiv und entsprechen keinen realen Orten. Diese optische Levelgestaltung wurde im zweiten Teil Trials Evolution beibehalten. Im aktuellen Teil wird jedoch ein durchgehend futuristisches Setting eingeführt. Sowohl urbane Strecken, wie auch die gewohnten Fabrikhallen, sind durch ein industrielles Design mit vielen Lichteffekten und Bildschirmen, Schwebebahnen und Hebebühnen versehen.
"Trials Fusion" bietet neben der intuitiven Steuerung die Neuerung der Stunts. In verschiedenen Spielmodi müssen bestimmte Figuren absolviert werden, um eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen oder die Herausforderungen zu meistern. Um diese neuen Herausforderungen in ihrer Gänze zu bewältigen, können zusätzlich zu den Stunts entlang der Strecken bestimmte Geheimnisse entdeckt werden. Pro Strecke werden drei Herausforderungen beim Start angezeigt.
Die große Stärke der Vorgänger wird auch in "Trials Fusion" wieder mitgeliefert: Der integrierte Level-Editor. Hier können aus einzelnen Versatzstücken komplette Rennen gebaut werden. Soundeffekte, Loopings und Hindernisse können nach eigenem Belieben in das Level integriert werden.
Der Mehrspielermodus bietet die Möglichkeit gegeneinander Rennen zu fahren. Hierbei kommt es nicht nur darauf an, wer zuerst die Ziellinie überquert, sondern auch, wer am wenigsten Fehler gemacht hat. Jedes Stürzen vom Bike bedeutet einen Minuspunkt in der Gesamtwertung.

Pädagogische Beurteilung:
Passende Atmosphäre
Die optische und akustische Gestaltung der Trials-Spiele war nicht immer auf Höhe der Zeit, jedoch immer ansprechend. Die Perspektive aus der die Motorräder gesteuert werden ist in 2,5D gehalten. Das bedeutet, dass die Fahrer sich von links nach rechts bewegen, die Perspektive jedoch auch gedreht und geändert werden kann und eine grundsätzliche Tiefe im Hintergrund herrscht. Diese Tiefe wird in Trials klassischerweise durch Explosionen, herabstürzende Felsen, Feuerwände oder Wasserfontänen ausgenutzt. Der Fahrer kommentiert auch in "Trials Fusion" besonders hohe und weite Sprünge mit Ausrufen und Schreien, so dass eine entsprechend motivierende Atmosphäre erschaffen werden kann.

Leicht zu erlernen, schwer zu beherrschen
Die Steuerung ist weiterhin sehr reduziert, was jedoch den Einstieg deutlich erleichtert. Lediglich der Analogstick und die rückseitigen Trigger-Tasten werden benötigt, um das Gleichgewicht zu verlagern und um das Motorrad zu beschleunigen oder zu bremsen. Eine kurze Eingewöhnungszeit sollte man gerade unerfahreneren Spielern einräumen, um das richtige Gefühl für die Gewichtsverlagerung zu bekommen. Grundsätzlich gilt jedoch auch hier, dass die Steuerung leicht zu erlernen, aber schwer zu meistern ist. Jedes der fahrbaren Vehikel bringt nämlich durchaus ein anderes Fahrgefühl mit, so dass unterschiedliche Strecken auch unterschiedliche Fahrzeuge und Fähigkeiten der Steuerung benötigen.

Leider keine großen Neuerungen im Nachfolger
"Trials Fusion" bietet einige Neuerungen im Vergleich zu den Vorgängern, jedoch bleiben Kernpunkte der Spaßmomente aus Trials Evolution auf der Strecke. Zum einen werden in Multiplayer-Partien keine Zeiten der einzelnen Spieler angezeigt. In Trials Evolution konnten die Spieler so ihre Zeiten vergleichen und die ärgerlichen Momente, wenn der Gegen-/Mitspieler nur wenige hundertstel Sekunden vorher ins Ziel kommt, fallen somit weg. Eine weitere Neuerung, die viel Potenzial zu haben scheint, reizt dieses jedoch nicht vollständig aus. Dass neben der Bewältigung der Hindernisse bei gewagten Sprüngen Stunts eingebaut werden, schien für einen Nachfolger von Trials Evolution die logische Konsequenz. Jedoch gibt es weder einen Extra-Highscore für die besten Tricks noch Vorteile, wenn man diese einsetzt. Eher das Gegenteil ist hier der Fall. Lediglich ein Wow-Moment, wenn man die Tricks landen kann, wird hervorgerufen und der Spieler kann sich den Respekt der Mitspieler für einen kurzen Moment erarbeiten. Grundsätzlich fällt das Gesamtpaket von "Trials Fusion" etwas geringer aus als bei den Vorgängern. So sind beispielsweise zu Beginn weniger Strecken befahrbar als noch in Trials Evolution.

Fazit:
"Trials Fusion" bietet mehr und gleichzeitig weniger vom Gleichen. Die Reihe der Motocross-Rennspiele wird halbwegs gelungen fortgeführt. Die Technik wurde optisch etwas überarbeitet, das gelungene Spielprinzip beibehalten. Lediglich die Anzahl der Strecken und die Verwendung der Features enttäuschen beim neuesten Teil. Grundsätzlich werden jedoch Geschicklichkeit, vorrausschauendes Denken und grundlegende Kenntnisse über Gleichgewicht und physikalische Auswirkungen gefordert und gefördert. "Trials Fusion" bringt wenig Innovationen mit, erweitert aber das gewohnt spaßbetonte Spielgefühl um neue Strecken, ein neues Setting und neue Fahrzeuge.