MySims

Genre
Simulation
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Electronic Arts
Erscheinungsjahr
2007.09
Systeme
PC, Wii, Nintendo DS
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Kindgerechte Aufbau- und Lebenssimulationen
Gruppenleiter
Dirk Poerschke
Game On/Two Kinderhilfezentrum Düsseldorf
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
"MySims" handelt von einer kleinen Stadt, die man mit einer eigens erstellten Figur wiederbeleben soll, indem man neue Bewohner einlädt und sie mit den zu ihnen passenden Häusern und Einrichtungsgegenständen versorgt. So kommen weitere Personen in die Stadt, z. B. ein italienischer Küchenchef, ein DJ. oder eine Floristin. In "MySims" kommt es vor allem auf Design und Gestaltung an: Man kann individuelle Gegenstände planen und entwerfen und baut Häuser und Geschäfte von der Eingangstür bis zum Dach. Je weiter die Stadt wächst, desto mehr besondere Dekorationen und seltene Farbmuster werden freigeschaltet, die man anschließend auf die selbst gemachten Möbel und Gegenstände anwenden kann. Über Die Sims wurden auf dem Spielratgeber schon einige Tests erstellt (Beurteilung zu Die Sims 3). "MySims" ist ein Ableger (siehe auch Beurteilung zu MySims Racing) der sehr erfolgreichen Sims-Reihe (laut Angaben von Electronic Arts wurde das Spiel insgesamt 125 Millionen Mal verkauft) und richtet sich an die jüngsten unter den Spielern.

Pädagogische Beurteilung:
Spielumfeld Marke Eigenbau
Nach der Installation und dem Start des Spiels wird in einem kleinen Tutorial die Geschichte der kleinen Stadt erzählt. Der Baumeister dieser Stadt, die wir auf den Namen Düsseldorf getauft haben, ist auf mysteriöse Weise verschwunden. Das hatte zur Folge, dass viele Bewohner der Stadt den Rücken gekehrt haben. Jetzt kommen wir ins Spiel und gestalten erst einmal einen eigenen Spielcharakter. Für die Haut- und Haarfarbe oder für Kleidung und Extras wie z.B. Brillen stehen eine Vielzahl von Möglichkeiten offen. Alle Charaktere im Spiel werden im Chibi, einem für Mangas typischen Zeichenstil für Kinder, dargestellt. Ein kleiner Körper mit überproportionalem Kopf, große Augen und ein großer Mund lassen genügend Raum, um Emotionen darzustellen und wirken niedlich und bunt. Anschließend geben wir unserer Spielfigur einen Namen und starten ins Spiel. Leider wird im gesamten Spiel keines der Tutorials, keine der Aufgaben oder das Intro mit einer Sprachausgabe unterlegt, sodass Lesefähigkeit Voraussetzung ist. Die Dialoge werden in der für die Sims typischen Weise in der Fantasiesprache „Simlish“ durch eingeblendete Symbole unterstützt. Von Vorteil für die PC-Variante ist außerdem eine gewisse Vertrautheit mit dem Standard-Schema für die Steuerung eines Spiels mit Maus und Tastatur.

MySims - die kleinen Baumeister
Die erste Person, mit der wir im Spiel in Kontakt treten ist die Bürgermeisterin Rosalyn, welche uns nach einer Einwohnermeldeschein-Prozedur unser eigenes, leider völlig verwahrlostes Haus zeigt. Einwohnermeldeschein? Schon auf dem Weg mit Rosalyn zu unserem Haus zeigt sich "MySims" von einer witzigen Seite. Der Papierkram im Vorfeld nervt die Bürgermeisterin, andere Bewohner stolpern über die eigenen Beine und die Stadt ist voller lustiger Figuren. Mit den meisten der Bewohner kann unser Sim Kontakt aufnehmen und erfährt so mehr über die Stadt. Zusätzlich haben die Stadtbewohner noch Aufgaben für uns. Zuerst sollen wir aber unser eigenes Haus wieder auf Vordermann bringen. Dazu erstellen wir mit vorgefertigten Modulen ein Gebäude und setzen Fenster und Türen ein. Anschließend dekorieren wir das Innere und streichen das Ganze. Schnell kommen wir da in der Auswahl der Möglichkeiten an unsere Grenzen. Um neue Objekte in einer eigenen Werkstatt zu erstellen und unser Haus auszubauen, benötigen wir mehr sogenannte Essenzen, die in der ganzen Stadt versteckt sind. Man angelt sie z.B. aus Teichen, schüttelt sie von Bäumen oder findet sie mit Hilfe eines Metalldetektors in der Erde. Diese Essenzen werden in einem Essenzbuch gesammelt und erweitern die eigenen Möglichkeiten für die Bautätigkeit immer weiter. Essenzen kommen auch ins Spiel, wenn man mit anderen Bewohnern Kontakt aufnimmt. Durch unterschiedliche soziale Interaktionen wie z.B. nett sein oder ärgern entstehen ganz unterschiedliche Essenzen, die wiederum mit unterschiedlichen Interessen wie z.B. lustig , strebsam, freakig gekoppelt werden können und den Charakter der Stadt ausmachen.
Zusätzlich übernehmen wir erste Aufgaben für die Bewohner unserer kleinen Stadt. Wir bauen z.B. ein Rednerpult für die Bürgermeisterin, eine Reihe Stühle für den Esstisch, einen Fernseher oder ein Opernhaus- einfach alles, was man sich so vorstellen kann - eine schier endlose Reihe von Aufgaben wartet auf uns. Dafür sollte man genügend Zeit mitbringen.

Bauhaus, Klassische Moderne, Neue Sachlichkeit oder einfach nur MySims
Meine Tester haben sich trotz der kindlichen Ausgestaltung des Spiels und des bonbonfarbenen, knuffigen Designs gern auf die Editoren zum Möbel- und Hausbau eingelassen. Der Kreativität und den eigenen Entwürfen wird viel Raum gelassen. Es ist ein wenig wie in der Werbung eines bekannten Baumarktes: "Es gibt immer was zu tun." Die meisten kannten aber auch die klassische Sims-Reihe und bemängelten die etwas abgespeckten Möglichkeiten gegenüber der Spielreihe für die Älteren.
Den Vergleich einer Testerin unseres Teams fand ich ganz passend: „Wären die Sims aus Lego, ist "MySims" ganz klar die Duplo-Version.“ Das ist allerdings nicht als Kritik zu verstehen. Die Zielgruppe des Spiels sind ganz offensichtlich die jüngsten unter den Spielerinnen und Spielern.

Baulärm?
Sehr angenehm ist auch der Sound des Spiels. Neben den gut ausgewählten Nebengeräuschen plätschert die gesamte Zeit ein Teppich aus eingängigen Synthesizer-Rhythmen inklusive dem sinnfreien, aber dennoch lustig klingenden Gebrabbel und Emotionen der "MySims".

Bauen über die Stadtgrenzen hinaus
Mit bis zu sieben Freunden kann man sich nach einer Registrierung beim Spieleanbieter in einem eigenen Garten treffen und offline hergestellte Spielinhalte tauschen, chatten oder die Gärten der anderen Spieler besuchen. Das hat Sinn, weil man dort Essenzen finden kann, die im Offline-Spiel nicht zu finden sind. Dazu kann man ausschließlich Freunde einladen, deren Spielnamen einem bekannt sind. Dies ist ein vernünftiges Verfahren, um eine sichere Kontaktaufnahme zu gewährleisten. Zusätzlich gibt es eine Einstellung für die Privatsphäre, damit nicht immer alle Online-Freunde an den Chats teilnehmen.

Fazit:
Aufbau- und Lebenssimulationen wie die Sims können sehr anstrengend sein. Ständig gibt es etwas zu tun und man übernimmt mit den Spielfiguren eine wirkliche Aufgabe. "MySims" geht hier erfreulicherweise einen anderen Weg. Ohne Zeitdruck und negative Konsequenzen erforscht man die eigene Stadt und baut mit Hilfe der nicht zu komplizierten Anforderungen und Steuerung am eigenen Erfolg. Die durchweg kindgerechte Gestaltung der Interaktion mit den anderen Spielfiguren und die Übersichtlichkeit des Bildschirms machen "MySims" zu einem gelungenen Einstieg in das Genre der sehr erfolgreichen Aufbau- und Lebenssimulationen.

Beurteilung der Spieletester zuklappen
Spieletester
Game On/Two Kinderhilfezentrum Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass