Spider-Man - Edge of Time

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Activision
Erscheinungsjahr
2011.10
Systeme
Playstation 3, Xbox 360, Wii, Nintendo DS, Nintendo 3DS
System im Test
Xbox 360
Kurzbewertung
Prügelspiel, welches „Besonderes“ vermissen lässt
Gruppenleiter
Hendrik Schmitz
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Peter Parker alias Spider-Man hat im Gegensatz zu Superhelden-Kollegen wie „Batman" oder „Wolverine" bei einer jüngeren Zuschauergruppe (und auch deren Eltern) den Vorteil, dass er selten mit düsteren Dingen und charakterlicher Ambivalenz assoziiert wird. Mit einem lockeren Spruch auf den Lippen schwingt sich der Wandkrabbler durch die Häuserschluchten Manhattans, erledigt ganz nebenbei die bösen Buben und muss sich dann nur noch beeilen, um pünktlich wieder bei seiner Angebeteten zum Abendessen zu erscheinen. Spider-Man ist für die breite Öffentlichkeit eine Art „Jack Johnson" unter den Superhelden – entspannt, nett, selten dem Tode so nahe, dass man wirklich Angst um ihn bekommt. "Spider-Man – Edge of Time" ( im Folgenden: "EoT") hat noch gar nicht richtig begonnen, wenn dem Spieler der erste dramaturgische Faustschlag versetzt wird. Das Unmögliche geschieht: Spider-Man stirbt.
Irgendwann in ferner Zukunft kommt der Oberbösewicht Walker Sloan, seines Zeichens Vorsitzender der mächtigen „Alchemax-Corporation" auf die Idee, seiner Firma einen Wachstumsschub zu verpassen. Wo andere jetzt Bücher wälzen, Investitionen tätigen oder Mitarbeiter entlassen würden, macht es sich Sloan, effektiv wie er nun einmal ist, einfacher: Er reist in die Vergangenheit und gründet seine Firma schlicht und einfach ein paar Jahre früher. Durch die Veränderung der Vergangenheit sieht dann auch die Gegenwart ganz anders aus. „Alchemax" beherrscht in dieser neuen Gegenwart praktisch die ganze Welt, die Metropolen sind schlagartig düster und von zwielichtigen Gestalten bevölkert und „Peter Parker" ist nicht mehr Reporter beim „Daily Bugle", sondern nur noch irgendein Arbeiter im riesigen Imperium des Großkonzerns. Doch damit nicht genug, denn wo sich die Gegenwart ändert, bleibt natürlich auch die Zukunft nicht die „Alte". „Miguel O'Hara", der Spider-Man des Jahres 2099, nimmt mit seinem Gegenwarts-Alter-Ego Kontakt auf und verbündet sich mit ihm, um gemeinsam gegen Walker Sloan und seine dunklen Schergen vorzugehen.

Pädagogische Beurteilung:
Zielgruppe
Die weiblichen Spiele-Tester unserer Gruppe hatten bei der Vorstellung, endlich das neue Spider-Man Spiel "Edge of Time" testen zu dürfen, nur genervt die Augen verdreht. Superhelden in bunten Vollkörper-Kostümen scheinen als Projektionsfläche anscheinend eher für die männlichen Heranwachsenden in Frage zu kommen. Das Jubelgebrüll aus der Jungs-Ecke des Zimmers legte diese Vermutung zumindest nahe. Während sich die Mädchen also „wichtigeren" und viel „erwachseneren" Spielen widmeten, blieb eine willige Testerhorde, bestehend aus drei Jungs im selben Alter zurück, die, seien wir ehrlich, wahrscheinlich auch zur eigentlichen Zielgruppe dieses Spieles gehören dürften. Mit Feuereifer stürzten sie sich zusammen ins Abenteuer, die Testphase konnte beginnen.
Die Handlung, die sich aus dieser Grundprämisse entspinnt, kann man vom logischen Standpunkt her wohl als höchst fragwürdig bezeichnen, unsere Spiele-Tester waren aber trotzdem (oder auch gerade deswegen) vom ersten Moment an gefesselt.

Gameplay
. Die Handlung ist so aufgebaut, dass man zwischen Gegenwarts- und Zukunftsversion der Spinne hin- und herspringt, sich durch lange Levels mit nicht enden wollenden Gegnerhorden prügelt, ein paar Boni in Form von „Goldenen Spinnen" und „Energie" aufsammelt um damit Spezialangriffe und andere Extras freizuschalten. Wenn man ein Level erfolgreich beendet hat, beginnt alles wieder von vorne. Doch selbst wenn man den fehlenden pädagogischen Sinn des Spieles nicht in Betracht zieht und sich allein auf den „Action-" und „Unterhaltungswert " konzentriert, hat "Eot", wenig zu bieten. Gerade das, worauf man sich bei Spider-Man Spielen besonders freut, nämlich das Schwingen durch Straßenzüge und weitläufige Gelände, bleiben einem die Macher von "EoT" schuldig. Das komplette Spiel findet in einem monströsen Hochhaus statt. Auch bei unseren Spiele-Testern sorgte die Eintönigkeit schnell für nachlassende Spielfreude, die auch durch die gute Grafik, den sehr guten Sound und einige spannende Einfälle wie lange Freifall-Sequenzen nicht wieder gesteigert werden konnte. Prügeln allein reicht eben heute nicht aus. Das Spiel wirkte auf sie wie ein wenig inspirierter Abklatsch des Vorgängers Spider-Man - Dimensions, der die Idee der dimensionsübergreifenden Spinne eingeführt hat, diese allerdings in wesentlich ausführlichere (und manchmal auch intelligentere) Gewänder kleidet. Statt vier verschiedene Spider-Mans in Dimensions, steuert man in "EoT" eben nur zwei, die Grafik wirkt liebloser als im Vorgänger und die Geschichte, obwohl dieser Punkt nie eine Stärke der Spider-Man Spiele war, erscheint in "EoT" eher wie eine schnell zusammen geschusterte Entschuldigung für ein mittelmäßiges Prügelabenteuer.

Fazit:
"Spider-Man - Edge of Time" überzeugte weder Spieletester noch Gruppenleiter. Die Begeisterung unserer Jungen zwischen 12 und 13 Jahren hielt beim Testen der neuesten Spider-Man Auskopplung ungefähr eine halbe Stunde. So lange braucht es, bis sie bemerkten, dass die Macher nichts Neues mehr zu bieten haben. Die Stärken von "Edge of Time" liegen eindeutig auf der Soundebene. Musik und Dialoge sind einnehmend und teilweise sehr amüsant, allerdings müssen die Gespräche zwischen den beiden Spinnen in Gegenwart und Zukunft mitgelesen werden, da keine deutsche Synchronisation geboten wird. Anstonsten bietet "Edge of Time" eine stupide Prügeleinlage nach der anderen, die zwar eine Weile vor den Bildschirm fesselten, irgendwann jedoch einfach zu eintönig wurden, um langfristig reizvoll zu sein.

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass