The Great Jitters: Pudding Panic

Genre
Denken / Geschick
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
kunst-stoff
Erscheinungsjahr
2011.06
Systeme
PC, Mac, iOS
System im Test
PC
Kurzbewertung
Fantasiereiches und motivierendes Denkspiel
Gruppenleiter
Dean Heap
U12 Bürgerzentrum Deutz
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Das preisgekrönte iPhone-Spiel gibt es auch für den PC. Die Mischung aus Action- und Denkspiel gewann unter anderem den Deutschen Computerspielepreis 2012. Die Geschichte des Spiels ist genauso ungewöhnlich wie auch simpel: Der ängstliche Wackelpudding J. Jitters hat sich in einer unheimlichen Geisterbahn verirrt und muss entkommen. Es liegt nun also am Spieler ihn aus dieser brenzeligen Lage zu führen. Die Hauptaufgabe besteht darin, die Gleise der Geisterbahn so umzustellen, dass der in einem Wagen fahrende Wackelpudding den Ausgang eines jeden Levels sicher erreicht. Darüber hinaus müssen die in der Bahn heimischen Geister erschrocken werden, bevor sie es schaffen, J. Jitters zu erschrecken.

Pädagogische Beurteilung:
Willkommen in der Geisterbahn!
Der Einstieg in das Spiel ist verständlich und lässt keine Fragen unbeantwortet. Sobald das erste Level startet, wird der Spieler Stück für Stück mit den Grundlagen des Spiels vertraut gemacht. In den ersten Levels wird erklärt, wie die Gleise verschoben und Gegner abgewehrt werden. Im Test zeigte sich, dass unerfahrenen wie erfahrenen Spielern ein reibungsloser Einstieg geboten wird. Doch bereits nach recht kurzer Spielzeit wird Pudding Panic langsam aber sicher anspruchsvoller, indem z.B neue Gleisformen verfügbar werden oder schwer zu erreichende Schalter umgelegt werden müssen, um das Ausgangstor zu öffnen. Dabei hatten unsere Tester nie das Gefühl, dass die Lernkurve zu steil sei oder es sogar unfair werde.

Mit den Waffen eines Wackelpuddings
Wie eingangs erwähnt, ist das Spielprinzip sehr einfach gehalten, der Spieler startet als J.Jitters an einem Punkt der Geisterbahn und muss den am anderen Ende gelegenen Ausgang erreichen. Doch muss man nicht nur geschickt die Gleise neu verlegen, um diesen zu erreichen, sondern auch Gespenster überwinden oder entlegene Schalter betätigen. Das Spiel gibt verschiedene Möglichkeiten, J. Jitters sicher durch die Geisterbahn zu führen. Vorrausschaunende Spieler können durch clevere Manipulationen der Gleise den Gruselgestalten aus dem Weg gehen. Ebenso ist es möglich, durch eine Vielzahl an Hilfsmitteln, zum Beispiel eine überdimensionale Tröte, die Geister aus dem Weg zu räumen, um in Ruhe den Weg zum Ausgang zu finden. Doch auch dies muss mit Bedacht getan werden, da für den Einsatz der Waffen Punkte benötigt werden, die in Form von Eintrittsmarken auf der Strecke eingesammelt werden müssen und rar gesäht sind. Das Spiel verzichtet im Kampf gegen die Gegner komplett auf Gewaltdarstellung, stattdessen jagt man ihnen einen gehörigen Schrecken ein und nimmt sie somit aus dem Spiel.

Schaurig-schöne Geisterbahn
Die Grafik des Spiels ist nicht besonders opulent, überzeugt aber durch einen gewissen Charme und eine liebenswerte comichafte Umsetzung. Besonders für jüngere Spieler wird eine schaurig-schöne Atmosphäre erzeugt, ohne es mit dem Gruselfaktor zu übertreiben. Das Spiel bietet zahlreiche witzigen Ideen und liebenswerte Charaktere, allen voran J.Jitters, dem wohl einzigen Wackelpudding, der Angstgefühle überzeugend darstellen kann. Auch die gespenstische Geisterbahn und die Gegner tragen zur stimmigen Atmosphäre bei. So trifft J.Jitters zum Beispiel auf Hexen, wie man sie sich aus den grimmschen Märchen kennt. Alles in allem ist die Gestaltung aber eher komisch als gruselig.

Überzeugt auch Skeptiker
Besonders unsere eher action-orientierten Tester standen dem Spiel anfangs sehr skeptisch gegenüber. Dies lag allen voran an der recht kindlichen Darstellung und dem puzzleorientierten Spielansatz. So kam es, dass sich anfangs eine relativ kleine Gruppe intensiv mit dem Spiel auseinander setzte. Doch es dauerte nicht allzu lange, bis das bunte Treiben auf dem Bildschirm neugierige Blicke auf sich zog, und sich auch der Rest der Gruppe auf Geisterbahnfahrt begab und feststellte,dass das Spielprinzip trotz der recht kindlichen Gestaltung eine Menge Spass macht.

Das ideale Spiel für Zwischendurch
Nach einer gewissen Zeit stellte sich heraus, dass Pudding Panic kein Spiel ist, das über einen langen Zeitraum an den Bildschirm bindet, sondern eher eine willkommene Ablenkung darstellt. DIe Spieler waren nach ein paar Abschnitte zufrieden und hatten erst einmal genug von dem Spiel. Doch nach einer Weile packte sie wieder die Lust an den anspruchsvollen Denkaufgaben, und es wurden wieder ein paar Level gespielt. In Anbetracht der Zielgruppe des Spiels ist dies sehr begrüßenswert, da es zum Beispiel nach den Hausaufgaben eine willkommene und kurzfristige Zerstreuung darstellen kann.

Kleinere Mängel
Insgesamt hatten unsere Tester nicht viel zu bemängeln. Der größte Kritikpunkt war die teilweise unübersichtliche Menügestaltung, die es unseren Testern schwer machte, sich zu orientieren. Das Menü ist künstlerisch anspruchsvoll gestaltet und schön anzuschauen, jedoch fällt es schwer einzelne Menüpunkte auf Anhieb zu erkennen. Zum Beispiel wird das Spiel automatisch im zuletzt gespielten Level gestartet. Dies kann zu Problemen führen, wenn mehrere Spieler das Spiel an einem PC nutzen. Dies sorgte in unserer Gruppe häufiger für Verwirrung, da die Tester mitunter plötzlich mit einem viel höherem Schwierigkeitsgrad konfrontiert waren. Desweiteren stellt sich die Frage, wie sinnvoll es bei einem Spiel ist, welches sich eindeutig an eine junge Zielgruppe richtet, eine Verknüpfung mit Facebook möglich zu machen, um seinen Spielfortschritt zu teilen.

Fazit:
Pudding Panic ist ein liebevoll gemachtes Spiel, das eher jüngere Spieler anspricht, aber aufgrund des gut durchdachten Spielprinzips auch für ältere Puzzlefans nicht uninterssant ist. Die moderat gestaltete Lernkurve sorgt auch bei Einsteigern für Spielspass ohne Frustmomente. Durch die Unterteilung in viele kurze Level bietet das Spiel einen kurzfristen Zeitvertreib für Spieler ab 10 Jahren, die Spass an Denkaufgaben haben.

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Spieletester
U12 Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass