Child of Light

Genre
Rollenspiele
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2014.04
Systeme
PC, Playstation 3, Playstation 4, Xbox 360, Xbox One, Wii U, Playstation Vita
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Xbox Live, Playstation Network, Steam, Nintendo eShop
Kurzbewertung
Einsteigerfreundliches Rollenspiel
Redaktion
Dominik Kelecic
Spieleratgeber NRW
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Spielbeschreibung:
"Child of Light" ist ein zuerst als Jump & Run anmutendes, im Aquarellstil gezeichnetes, Rollenspiel. Die Prinzessin Aurora, Tochter eines Herzogs aus „Austria“, fällt in einen tiefen Schlaf und erwacht plötzlich in der Märchenwelt Lemuria, die aber irgendwie in Verbindung zu ihrer Heimat zu sein steht. Aurora´s Stiefmutter, die dunkle Königin, hat Sonne, Mond und Sterne gestohlen und nun ist es an Aurora, diese drei Quellen des Lichts zurückzuerlangen. Gemeinsam mit Igniculus, einem Glühwürmchen und vielen anderen Freunden, die sie auf ihrer Reise begegnet, begibt sich der Spieler in der Rolle von Aurora auf dieses Abenteuer durch die zauberhafte 2D-Welt von Lemuria  und kämpft dabei gegen viele dunkle Kreaturen, um schließlich die dunkle Königin zu besiegen. 

Pädagogische Beurteilung:
Die zauberhafte Welt Lemurias
In "Child of Light" bewegt der Spieler die Prinzessin Aurora durch eine wundervoll gezeichnete Welt, begleitet von zumeist melancholisch-schöner Musik in einem klassischen Kampf zwischen Gut und Böse. Auf die grafische und musikalische Präsentation des Spiels haben die Entwickler offensichtlich viel Wert gelegt. Die gesamte Geschichte wird in Reimform erzählt. Dies gilt auch für alle Gespräche, die die Protagonisten untereinander oder mit anderen Charakteren führen. Dadurch wird die märchenhafte Stimmung unterstützt, wirkt aber in der deutschen Übersetzung an der ein oder anderen Stelle etwas, als sei man nach dem Motto „Reim' dich, oder ich fress' dich“ vorgegangen. Leider wurde bei den Dialogen auch auf eine Sprachausgabe verzichtet. Durch die Möglichkeit schon früh im Spiel mit Aurora die Welt - nicht nur laufend, sondern auch im Flug - zu erkunden, fällt die Orientierung gerade zu Beginn noch etwas erschwert aus. Auf dem Weg durch Lemuria begegnet Aurora allerhand interessanter Wesen, von der sich ihr im Laufe der Geschichte immer mehr ihrem Kampf für das Gute anschließen. Jeder neue Mitreisende bringt dabei noch eine optionale Nebenaufgabe mit sich.

Kämpfen...
Was in den ersten Spielminuten zuerst wie ein Jump & Run á la „Rayman Legends“ (Link zur Beurteilung) anmutet, entpuppt sich bei der ersten Begegnung mit einem Gegner dann doch als ein Rollenspiel. In denrundenbasierten Kämpfen ist teilweise taktisches Geschick gefragt. Für Kenner des Genres kein Problem, aber gerade unerfahrene Spieler müssen sich erst daran gewöhnen, Schwächen und Stärken bestimmter Gegner herauszufinden und ihre Taktik diesen anzupassen. Die Gewaltdarstellungen fallen dabei nicht explizit aus. Besiegte Gegner kippen meist einfach um und gehen in einer Rauchwolke auf. 

… und Erkunden
Außerhalb der Kämpfe müssen kleine Aufgaben erfüllt werden, während laufend oder fliegend die abwechslungsreiche, teils hübsche, teils düstere Welt erkundet wird. Die Aufgaben bestehen entweder daraus, etwas oder jemanden für einen anderen Charakteren zu suchen oder aus einfachen Schieberätsel. Häufig müssen auch Schalter durch Aurora oder den Gefährten Igniculus aktiviert werden, um darauf mit etwas Geschick einen zeitlich begrenzt geöffneten Durchgang zu passieren. Neben den Rätseln und Aufgaben lädt Lemuria noch zum Entdecken einiger versteckter Ecken ein, in denen verschiedene Schätze gefunden werden können.

Das Charaktersystem
Für ein Rollenspiel eher unüblich können die Protagonisten in "Child of Light" nicht mit Rüstungen oder Waffen ausgestattet werden, was das Spiel relativ übersichtlich und einfach macht. Die Charaktere können aber mit Edelsteinen, sogenannten „Oculi“ ausgerüstet werden, die ihnen – je nach Art des Edelsteines – verschiedene Verbesserungen gewähren. Sind genug Edelsteine einer Qualitätsstufe vorhanden, können drei dieser zu einem Edelstein der nächstbesseren Qualitätsstufe verbunden werden. Außerdem ist es möglich verschiedene Edelsteine zu einem weiteren Stein einer anderen Sorte und mit anderen Boni zu verbinden. Mittels dieser Edelsteine sind wiederum taktische Anpassungen an die jeweiligen Gegner möglich. Weil eingesetzte Edelsteine aber außerhalb der Kämpfe jederzeit ausgetauscht werden können, ist auch dies sehr einsteigerfreundlich, da durch falsche Entscheidungen keine dauerhaften Konsequenzen zu befürchten sind.
Eine weitere Möglichkeit die Charaktere zu verbessern ist die Zuweisung bestimmter Fähigkeiten. Nach jedem absolvierten Kampf erhalten alle Spielfiguren Erfahrungspunkte, wodurch sie im Level aufsteigen können. Ein im Level aufgestiegener Charakter erhält wiederum Punkte, mit denen neue Fähigkeiten freigeschaltet werden können.

Einstieg für Rollenspiel-unerfahrene Spieler
"Child of Light" lässt vor Beginn des Spiels zwischen den zwei Schwierigkeitsgraden „normal“ und „Experte“ wählen. Um den Einstieg zu erleichtern gibt es zwar kein Tutorial im klassischen Sinne, jedoch werden die wichtigsten Funktionen und Steuerungselemente während der ersten Spielminuten des Spiels eingeblendet, bzw. im Dialog zwischen Aurora und ihrem Begleiter Igniculus erläutert. Zusätzlich einsteigerfreundlich ist die Tatsache, dass das Spiel Fortschritte automatisch speichert. Verliert man einmal einen Kampf, so startet man entweder zu Beginn des jeweiligen Spielareals oder kurz vor dem Bossgegner, durch den man besiegt wurde. Weitere Konsequenzen hat ein verlorener Kampf nicht. Die meisten Kämpfe lassen sich außerdem vermeiden. Dies ist auf Dauer allerdings nicht ratsam, da die kommenden und nicht vermeidbaren Bosskämpfe auf Grund mangelnder Charakterenwicklung dann sehr schwer werden können und deshalb ggf. viel Zeit für stupides „Leveln“ (Kampf gegen viele Gegner in Folge, um mit den Spielfiguren mehrere Stufen aufzusteigen) verloren geht.

Vorhandener Kooperationsmodus
Der Begleiter Igniculus bietet außerdem die Möglichkeit zum kooperativen Spiel. Das kleine Glühwürmchen kann (je nach Steuerungsart) mit der Maus oder mit einem zweiten Controller gesteuert werden. So kann ein zweiter Spieler dunkle Areale beleuchten, Gegner blenden (um Kämpfe zu vermeiden), oder die Helden heilen, was einen zusätzlichen Spaßfaktor beinhaltet. Der kleine Gefährte lässt sich allerdings auch im Einzelspielermodus steuern. 

Fazit:
"Child of Light" ist ein optisch, wie auch akustisch und erzählerisch schönes und atmosphärisches Rollenspiel. Zwar ist es für einen Vertreter dieses Genres nicht besonders lang (je nach Spielart ca. 12-18 Spielstunden), bietet in dieser Zeit aber schöne Unterhaltung für bis zu zwei Personen. Der Schwierigkeitsgrad macht es auch Einsteigern möglich in das Spiel zu finden und Erfolge zu erzielen. Hohes Frustrationspotential bietet "Child of Light" auf Grund der geringen Konsequenzen einer Niederlage nicht. Lediglich das eventuell notwendig werdende Verbessern der Charaktere, um überlegene Gegner zu besiegen, kann sich etwas langatmig gestalten, sollte man zuvor den Kontakt mit den Gegnern vermieden haben.  Aufgrund einer gewissen – für Rollenspiele typischen – Komplexität und der zum vollen Genuss des Spiels benötigten Lesekompetenz eignet sich "Child of Light" für Kinder ab ca. 10 Jahren.