Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn

Genre
Rollenspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Warner Bros. Interactive
Erscheinungsjahr
2010.10
Systeme
Playstation 2, Playstation 3, Wii, Playstation Portable, Nintendo DS
System im Test
Playstation 3
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Schönes Rollenspiel, besonders für junge Einsteigern des Genres
Gruppenleiter
Christopher Wandel
Games4Kalk
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Spielbeschreibung:
Als die Spieletester das neue Spiel erblickten, überkam sie zuerst ein Ausdruck der Freude, kurz darauf folgte Irritation: „Hä?! Wieso denn Herr der Ringe? Das ist doch schon total lang her...“ (Tester, 12 Jahre). Tatsächlich ist es schon eine ganze Weile her, dass Frodo Beutlin sich gemeinsam mit Samwise Gamdschie aufmachte, um den Einen Ring in die Feuer des Schicksalsberges zu werfen. Allerdings findet in "Die Abenteuer von Aragorn" ein interessanter Perspektivwechsel statt – und das einige Jahre nach der eigentlichen Ring-Story. Der treue Gefährte Samwise ist mittlerweile Bürgermeister des Auenlands und stolzer Vater. Als solcher erzählt er seinem Sohn abends am Kamin die spannenden Geschichten von Aragorn und seinen Gefährten. In der Rolle des Sohnes erkunden wir zuerst das Auenland, in dem derzeit reges Treiben herrscht. Die Vorbereitungen für ein großes Fest sind in vollem Gange, natürlich zu Ehren des König Aragorns. An den verschiedenen Ständen gibt es kleine Aufgaben zu erledigen, welche eine Einführung in die Steuerung des Spiels ermöglicht.
Insgesamt stellt das Spiel eine Zusammenfassung aller drei Filme dar. Allerdings ist diese inhaltlich noch einmal ein ganzes Stück weiter weg als die Filme von den Büchern (Vgl. Beurteilung zu Der Herr der Ringe – Die Schlacht um Mittelerde II). Dies gilt zumindest für die Spielmechanik. Das Spiel wird aus der Third-Person-Perspektive gespielt, so wie eigentlich alle Rollenspiele. 

Pädagogische Beurteilung:
Zur Story
Zu Beginn des eigentlichen Abenteuers wechselt die Gesellschaft der Gefährten (den Hobbits, Gandalf, usw...) des Öfteren, sodass alle bekannten Gesichter nach und nach in Erscheinung treten. Es geht durch Bruchtal, die Minen von Moria, nach Rohan, dem Land der Pferdeherren, bis schließlich vor das Schwarze Tor. Auf unseren Reisen begegnen wir fiesen Orks, stinkenden Trollen, gerissenen Goblins und lauernden Wölfen. Als Endgegner erwarten uns u.a. Ringgeister oder der Balrog von Morgoth. Zwischendurch wird der Spielfluss durch einen gut gesetzten Cliffhanger unterbrochen und wir nehmen wieder die Rolle von Samwise Junior an. Möchte man die Hauptgeschichte aussetzen, besteht ebenfalls die Möglichkeit weitere Male durch das Auenland zu streifen und sich den unterhaltsamen Nebenquests zu widmen oder nützliche Gegenstände einzusammeln.

Erlebnisse abseits der Wege
Der inhaltliche Aufbau ist so gestaltet, dass nahezu jede Mission ihr festes Ziel hat. Allerdings sind die Wiesen, Wälder und Täler abseits der Wege nicht zu unterschätzen, denn auch hier finden wir wertvolle Ausrüstung und zusätzliche Aufgaben, die uns weitere Erfahrungspunkte bescheren. Ein übersichtlich Logbuch, ausreichend Wegweiser und eine übersichtliche Karte verschaffen einen guten Überblick. Gefundenes und verdientes Gold dient dem Ausbau der eigenen Fähigkeiten wie Stärke, Geschick, Ausdauer, usw. Somit können grundlegende Kenntnisse der Welt des klassischen Rollenspiels zugänglich gemacht werden, welche sich durchaus auf analoge Rollenspielsysteme übertragen lassen. Als Aragorn sind wir mit Schwert, Schild, Fackel und Bogen ausgerüstet. Zusätzlich besteht die Möglichkeit Mittelerde zu Fuß oder auf dem Rücken unseres Pferdes zu erkunden.

Gute Steuerung mit leichten Schwächen
D
ie Steuerung der Spielfigur mit dem Playstation 3-Gamepad ist leicht einprägsam und stört somit weder den Spielfluss, noch benötigt der Spieler eine Eingewöhnungsphase. Je nach Gegner bedarf es zum Teil kniffliger Tastenkombinationen, um beispielsweise viele schwere Treffer in kurzer Zeit zu ermöglichen. Hinzu kommt, dass mit der Zeit alle verfügbaren Kombinationen genutzt werden müssen, um der immer schwerer werdenden Flut von Gegnern etwas entgegensetzen zu können. Leichte Latenzen fallen dabei erfreulicherweise nicht allzu sehr ins Gewicht. Ärgerlich hingegen ist, dass der rechte Analogstick keine Veränderung der Kameraperspektive ermöglicht. Gerade in Kampfszenarien wäre dies für jüngere Spieler hilfreich, um einen Überblick über die Situation zu bewahren. Da der Schwierigkeitsgrad des Spiels tendenziell niedriger ist, stören solche Feinheiten aber kaum.

Das Alter macht den Unterhaltungsfaktor
Während die Zwölfjährigen Die Abenteuer von Aragorn mit durchweg leuchtenden Augen testeten, zog sich das Spiel für die älteren Spieletester hier und da ein wenig in die Länge. Mittelerde ist sicherlich eine Welt für Groß und Klein - dennoch variierten die Ansprüche erheblich. Die vereinzelt auftauchenden Rätsel bieten zwar ein wenig Abwechslung, sind allerdings nicht sonderlich anspruchsvoll. Im Mittelpunkt steht immer wieder der Kampf, der gerade für die Älteren nach und nach immer eintöniger wurde. Dabei hat das Spiel mit einer Gesamtspielzeit von etwa dreizehn Stunden eine angenehme Spiellänge. Dies gilt vor allem dann, wenn man den Nebenquests genügend Aufmerksamkeit beimisst. Und dafür, dass der Spieler eigentlich ein Pferd besitzt, sind die Distanzen oftmals nur zu Fuß zu überbrücken und somit ziemlich langatmig. Abwechslungsreicher wird es erst, wenn man gemeinsam mit einem zweiten Mitspieler die Welt erkundet.

Stimmungsvolle Bonbon-Grafik, authentischer Sound
Die Grafik von Die Abenteuer von Aragorn steht im Zeichen eines nicht sonderlich realistisch anmutenden Comic-Looks, der gerade auf die älteren Spieler kaum ansprechend wirkte. Es mangelt an vielen Details, mit Ausnahme der sehr gelungenen Lichteffekte. Davon ließen sich die jüngeren Spieler jedoch nicht abschrecken – schließlich konnten sie die epische Geschichte um den Einen Ring durchspielen. Immerhin wirken die Landschaften nicht ganz so plump wie die einzelnen Charaktermodelle.
Dafür konnte der Sound (-track) des Spiels besonders punkten. Die stimmungsvollen Tracks entsprechen dem Original-Soundtrack und sorgen für gute Stimmung, die jeder von uns vor einem Jahrzehnt vor der Leinwand empfunden hat. Hinzu kommt, dass viele der Originalsynchronsprecher für die Vertonung gewonnen werden konnten, was der Atmosphäre des Spiels zu Gute kommt.

Fazit:
Ein weiteres Mal schaffte es ein „Herr der Ringe“-Titel sich auf den Bildschirmen zu behaupten. Der clevere Perspektivwechsel ermöglicht es die Saga um den Einen Ring ein weiteres Mal zu erleben ohne durch zu viele Wiederholungen gelangweilt zu werden. Dies gilt zumindest für die jüngeren Spieler. Mit einer Gesamtspielzeit von etwa dreizehn Stunden bietet das Spiel viele atmosphärische Orte, die einige Nebenaufgaben und nützliche Items beinhalten. Die Steuerung ist selbsterklärend und fällt lediglich durch kurzzeitige Verzögerungen auf. Der Spielspaß wird dadurch allerdings nicht wesentlich beeinflusst. Warum das Spiel ab zwölf Jahren freigegeben ist, konnten sich die Spieletester der Games Connection nicht so ganz erklären, da die bonbonartige Grafik gerade die gewalthaltigen Szenen comicartig überzeichnet und somit entschärft.
Übrig bleibt ein ordentliches Rollenspiel, das besonders bei den jüngeren Spielern und Einsteigern des Genres punkten konnte.

Beurteilung der Spieletester zuklappen
Spieletester
Games4Kalk
Köln
Bewertung Spielspass