Professor Layton vs. Phoenix Wright – Ace Attorney

Genre
Denken / Geschick
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Level-5, Nintendo
Erscheinungsjahr
2014.03
Systeme
Nintendo 3DS
System im Test
Nintendo 3DS
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Privatdetektiv trifft Spitzenanwalt
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Knobel und Rätselfans
Sprache
Sehr textlastige Passagen, gutes Leseverständnis vonnöten!
Grafik
farbenfroh, im Comic-Stil gehalten
Sound

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Bekannte Charaktere aus den Professor Layton und Phoenix Wright Spielen
Mehrspielermodus
Spielforderungen
knifflige Rätsel, Komplexe Fälle
Zusatzkosten
Problematische Aspekte
Hexenjagt/Veruteilung durchaus Problematisch zu sehen
Redaktion, Gruppenleiterin
Linda Scholz
Spieleratgeber-NRW, OT St. Anna Ehrenfeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4Screenshot 5

Spielbeschreibung:
Für die Besitzer eines Nintendo DS oder 3DS sollte Professor Layton bereits ein Begriff sein (siehe auch Beurteilung zu Professor Layton und die Maske der Wunder). In den gleichnamigen Spielen bestreitet der Professor gemeinsam mit seinem Assistenten Luke Mysterien und komplexe Fälle. Dies geschieht, indem der Spieler unterschiedliche Rätsel löst und so interaktiv die Geschichte vorantreibt. Phoenix Wright ist in Europa nur wenig bekannt, aber erfreut sich vor allem in Japan einem ebenso hohen Bekanntheitsgrad wie Hershel Layton. Allerdings finden die Fälle von Phoenix und seiner Assistentin Maya im Gerichtssaal statt. Als Anwalt versucht er seine Mandanten zu verteidigen, indem er Beweise prüft, Zeugen befragt und Unstimmigkeiten entdeckt. Im neusten Abenteuer verschlägt es beide Charaktere inklusive Assistenten in das Dorf Labyrinthia, indem man noch an Hexen glaubt. Fortan muss die Gruppe ihre Fähigkeiten kombinieren, um die seltsamen Hexenprozesse zu beenden und das Geheimnis von Labyrinthia zu lösen. 

Pädagogische Beurteilung:
Seltsame Ereignisse
Nachdem sowohl Professor Layton wie auch Phoenix Wright versucht haben, dem mysteriösen Mädchen Sophie in der realen Welt zu helfen, finden sie sich nach turbulenten Ereignissen in Labyrinthia wieder. Schnell findet der Spieler heraus, dass in Labyrinthia einige merkwürdige Dinge vor sich gehen. So gibt es beispielsweise keine Technologie oder andere moderne Geräte und die Bewohner und die Optik des Dorfes erinnern stark an das Mittelalter. Dies liegt vermutlich daran, dass das komplette Dorf glaubt, das einzige auf der Welt zu sein und noch nie etwas von London oder Japan gehört zu haben scheint. Die Bewohner sind außerdem überzeugt davon Hexen unter sich zu  haben und führen demnach auch noch Hexenprozesse und Hexenverbrennungen durch. Ihr Anführer ist der geheimnisvolle Schöpfer, der die Geschichte Labyrinthias schreibt und dessen vorhergesagte Ereignisse tatsächlich zutreffen. Die Tester wurden also bereits zu Beginn des Spiels vor einige Rätsel gestellt und konnten die Spielgeschichte und die Ereignisse nicht zuordnen.

Einspruch!
Die Tester spielten Professor Layton und Phoenix Wright hierbei abwechselnd und während sie mit dem Professor in gewohnter Manier Rätsel lösen mussten, ging es mit Phoenix Wright oder Nick, wie er von seiner Assistentin Maya genannt wird, in den Gerichtssaal. Besonders die Spieler, die gerne Rätsel lösen und Fakten kombinieren freuten sich auf die Gerichtsprozesse. Allerdings stellte sich sehr schnell Ernüchterung ein, da die Prozesse tatsächlich fast nur aus Text bestehen und nur wenige Interaktionsmöglichkeiten geboten werden. Die meiste Zeit wird die Geschichte nur durch Text vorangetrieben: „Den ganzen Text hätte man locker halbieren können, die sagen immer das Gleiche“ (Tester 12 Jahre). Auch die Momente, in denen die Tester Zeugen befragen mussten, erwiesen sich als echte Geduldsprobe. Da man den Text teilweise immer wieder und wieder lesen musste, verloren die Jugendlichen bereits nach wenigen Minuten das Interesse: „Das hat die Frau jetzt schon drei Mal gesagt, das ist langweilig“ (Tester 14 Jahre). Eine zusätzliche Interaktionsmöglichkeit bieten hierbei die Momente, in denen die Spieler Beweise präsentieren oder bestimmte Stellen auf Beweisstücken markieren mussten. Doch auch hier gab es recht schnell enttäuschte Gesichter unter den jugendlichen Spielern. Denn letztlich wussten sie was gemeint ist, mussten dann jedoch raten, welcher Beweis oder welche Stelle des Beweises präsentiert werden muss, um das korrekte Ergebnis zu erzielen. Ohne den Einsatz der helfenden Hinweismünzen, hätten die Spieler vermutlich öfters lieber aufgegeben, als den kompletten Prozess von vorne zu beginnen. „Da muss man ja mehr raten als logisch denken. Wie soll man denn darauf kommen?“ (Tester 14 Jahre).

Minimierte Rätselfreude
Konnte der letzte Teil der Professor Layton Reihe noch mit über 500 der charakteristischen Rätsel punkten (Beurteilung zu Professor Layton und das Vermächtnis von Aslant), wurde die Anzahl bei Ace Attorney zu Gunsten der Gerichtsverhandlungen auf 70 beschränkt. Dadurch sehnten sich die Spieler nach den „ewig lang“ andauernden Prozessen regelrecht nach den Rätseln, konnten diese allerdings nur sehr selten und somit anders als erwartet vorfinden. Die Rätsel sind jedoch im klassischen Professor Layton-Stil und so mussten die Tester Objekte richtig anordnen, sortieren, Codes lösen, logische Knobeleien entschlüsseln und viel ausprobieren.

Hexenprozesse mit feurigem Ende?
Ein wichtiger Punkt zu diesem Spiel sind die Hexenprozesse, in denen junge Mädchen der Hexerei beschuldigt werden. Der Clou ist, dass sie während der kompletten Verhandlung in einem in der Luft schwebenden Käfig gefangen sind und im Falle einer Verurteilung gemeinsam mit diesem in die darunter befindliche Feuergrube heruntergelassen werden. Obwohl die Tester bereits etwas älter sind, waren sie dann jedoch sichtlich überrascht, als dieses Prozedere tatsächlich unter den flehenden Schreien des angeschuldigten Blumenmädchens stattfand: „Krass, ab wieviel Jahren ist das Spiel?“ (Tester 12). Zwar wird die Geschichte rund um Labyrinthia am Ende des Spiels komplett aufgeschlüsselt, dennoch können gerade solche Szenen auf jüngere Kinder verängstigend wirken. Auch das Happy End sorgte in der Testergruppe für Unmut, da dieses doch sehr unlogisch wirkte: „Das macht doch alles überhaupt keinen Sinn! Wer hat sich das denn ausgedacht?“ (Tester 13 Jahre).

Fazit:
Bei der Professor Layton Reihe scheiden sich die Geister. Spieler, die gerne Rätsel lösen und Geheimnisse aufdecken lieben den englischen Gentleman, während Actionfans eher wenig mit dem Spielablauf anfangen können. Leider konnte das Zusammentreffen der beiden berühmten Videospielcharaktere und der Mix aus Rätseln und Gerichtsprozessen die Tester nicht in ihren Bann ziehen. Besonders die Gerichtsprozesse waren zu textlastig, boten nur wenig Abwechslung und langweilten die Spieler bereits nach kurzer Zeit. Die zum größten Teil sehr komplexe Geschichte, die fast ausschließlich durch geschriebenen Text wiedergegeben wird, richtet sich hierbei an ältere Kinder, die über eine fortgeschrittene Lesefähigkeit verfügen.

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Spieletester
OT St. Anna Ehrenfeld
Köln
Bewertung Spielspass