Another World - 20th Anniversary Edition

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Delphine Software
Erscheinungsjahr
2013.04
Systeme
PC, Mac
System im Test
Mac
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Neuauflage eines kniffligen Abenteuerspiels
Gruppenleiter
Tobias Hübner
Georgs-Gaming-Group
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Der Protagonist von "Another World" ist ein Wissenschaftler, dessen Labor während eines Experiments von einem Blitz getroffen wurde. Dabei gerät er in eine Fantasy-Welt, die von allerlei tödlichen Kreaturen und Monstern bevölkert ist. Ziel des Spiels ist es, aus dieser mysteriösen Welt zu entkommen. Der Held des Spiels gelangt hierbei nur durch seine Schusswaffe und das Ausschalten von Monstern und menschenähnlichen Kreaturen an sein Ziel. Diese Spieldynamik wird durch einen sehr vereinfachten grafische Darstellung und den Fokus auf Geschicklichkeitsübungen ergänzt. Die Atmosphäre des Spiels ist durchaus stimmungsvoll, da der sehr abstrakte Grafikstil zwar nicht mehr ganz zeitgemäß, aber unter künstlerischen Gesichtspunkten durchaus originell und nostalgisch anmutet..
"Another World - 20th Anniversary Edition " ist die Neuauflage eines Amiga-Spiels aus dem Jahre 1991.

Pädagogische Beurteilung:
Das Trial and Error-Prinzip
Außer Schießen und Laufen bietet die Spielmechanik nur sehr wenige Funktionen, weshalb sich der Spielspaß der Spieletester in Vergleich zu modernen Videospielen in Grenzen hielt. Sie kritisierten zusätzlich, dass die Spielfigur in dem Spiel sehr häufig stirbt, da oftmals schon ein Treffer zu einem Game Over führt. Fallen bieten ein zusätzliches Hindernis, da die Spieler diese meist nicht auf den ersten Blick erkannten, sondern erst, wenn es bereits zu spät war. „Es ist unmöglich im Vorfeld zu wissen, was passiert" (Tester 12 Jahre). Die Spieler mussten sich also nach dem Trial and Error-Prinzip mühsam durch die einzelnen Level kämpfen. Mit einer interessanten Story wäre das vielleicht noch zu verkraften gewesen, die Geschichte von "Another World" wurde allerdings als durchschnittlich und nicht besonders originell bewertet. Auch auf eine Speicherfunktion wurde komplett verzichtet. Stattdessen waren die Spieler auf das Erreichen von Speicherpunkten angewiesen, die nicht besonders häufig vorkommen - so mussten sie knifflige Passagen immer wieder wiederholen.

Viele Gefechte, wenig explizite Darstellungen
"Another World" ist ein typisches Science-Fiction-Computerspiel, in dem viel geschossen wird und der Held öfters auf brutale Weise ums Leben kommt. Der sehr starke Abstraktionsgrad sorgt jedoch dafür, dass das Spiel durchaus für Jugendliche ab 12 Jahre ohne Bedenken spielbar ist. Gegner lösen sich einfach auf, wenn sie getroffen wurden und hinterlassen weder eine Leiche noch Blut. Der Wissenschaftler, den der Spieler steuert, freundet sich im Laufe des Spiels zusätzlich mit einem fremden Wesen an, das ihn bei seinem Ausbruch hilft und auf dessen Hilfe er während des gesamten Spiels angewiesen ist.

Einfache Steuerung vs. Frustrierende Level
Die Steuerung des Spiels ist sehr einfach zu erlernen. Sie besteht lediglich aus den Pfeiltasten und der STRG-Taste. Zusätzlich unterstützt das Spiel auch die Verwendung eines Gamepads. Es sei hier jedoch angemerkt, dass das Spiel viele sehr frustrierende Stellen bereithält und vom Spieler einiges an Fingerspitzengefühl abverlangt. Oftmals waren die jugendlichen Tester dadurch an ihrer Frustrationsgrenze angekommen und demotiviert, sobald sie besonders knifflige Geschicklichkeitspassagen nach einem Tod erneut spielen mussten.

Audiovisuelle Darstellung für Nostalgiker
Beim Erscheinen des Spiels vor über 20 Jahren brachte die Grafik von "Another World" die Kritiker zum Staunen. Die Animationen wurden als „brilliant" beschrieben und das Spiel erzeuge „ein Gefühl wie bei einem Kinofilm". Auch wenn man zugeben muss, dass die abstrakte Grafik des Spiels vergleichsweise gut gealtert ist, ist sie aus heutiger Sicht jedoch nicht mit modernen Spielen vergleichbar. Man braucht schon einen Sinn für Computerspielgeschichte, um daran Gefallen zu finden. Die Spieler konnten der Darstellung nur wenig abgewinnen. Auch mit der Musik des Spiels verhielt es sich ähnlich. Nostalgiker werden den Soundtrack (der auch auf einer beigefügten Audio-CD erhältlich ist) vermutlich lieben. Die Jugendlichen, die mit orchestralen Kompositionen moderner Videospiele aufgewachsen sind, interessierten sich jedoch weniger für die in die Jahre gekommene musikalische Untermalung.

Fazit:
Die Zielgruppe von "Another World" sind ganz klar Spieler, die das Spiel als Kind oder Jugendlicher in den 90er Jahren gespielt haben und nun in Erinnerungen schwelgen wollen. Die Spieletester der heutige Generationen fanden es zwar spannend zu sehen, was einmal als herausragende Grafik in Computerspielen galt, konnten jedoch nur bedingt Motivation zum Weiterspielen aufbringen. Das Spiel selbst konnte die Spieler kaum fesseln, was auf das Trial and Error-Prinzip zurückzuführen ist. Da "Another World" nur sehr spärliche Erfolgsmomente zulässt und das stetige Wiederholen kniffliger Passagen im Vordergrund steht, waren die Tester schnell frustriert. Für Nostalgiker ist das Spiel dennoch interessant, das jüngere Spieler aufgrund des Schwierigkeitsgrades und dem wenig Abwechslung bietendem Gameplays jedoch eher abschrecken dürfte.

Beurteilung der Spieletester zuklappen
Spieletester
Georgs-Gaming-Group
Bocholt
Bewertung Spielspass