Star Trek Conquest

Genre
Action-Strategie
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Koch Media GmbH
Erscheinungsjahr
2008.03
Systeme
Playstation 2, Wii
System im Test
Wii
Kurzbewertung
Weltraumstrategiespiel mit einer guten Spielidee, aber auch einigen Schwächen in der Umsetzung
Gruppenleiter
Niko Boßmann
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Der Weltraum, unendliche Weiten, unendliche Faszination. Seit Jahrhunderten beschäftigen sich die Menschen mit dem Weltall und auch wenn die Menschheit im 21. Jahrhundert bedeutend mehr Kenntnisse über das All besitzt und immer wieder die Atmosphäre der Erde verlassen hat, steht doch sprichwörtlich noch viel in den Sternen. Immer wieder setzen sich daher Künstler in Romanen, Filmen und auch Videospielen mit der Thematik „Weltraum“ auseinander. Besonderer Beliebtheit erfreut sich die wahnsinnig erfolgreiche Science-Fiction-Saga: Star Trek. Bereits legendär sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise unter der Führung von Captain Kirk und Commander Spock. Rund um die Serie hat sich eine riesige Fangemeinde gebildet, deren Bezeichnung es sogar bis ins Oxford English Dictionary geschafft hat: die „Trekkies“.
Insbesondere an diese große Fangemeinde sind sicherlich auch die zahlreichen Videospiele gerichtet, die mittlerweile unter dem Serientitel erschienen sind (Siehe auch Beurteilung zu Star Trek: Encounters). Ob am PC, an der Playstation, der Xbox, der Wii oder im Internet, egal ob Strategiespiel, Actionabenteuer oder auch Ego-Shooter - das Videospieluniversum unter dem Namen Star Trek ist wirklich sehr facettenreich. Ein Ableger der Strategiespiele ist "Star Trek Conquest". Der Spieler übernimmt hierbei die Rolle eines Kommandanten einer Raumschiffflotte. Die eigene Flotte wird ebenso wie die gegnerischen Flotten aus sechs spielbaren Rassen ausgewählt: die kriegerischen Klingonen und Romulaner, die humanioden Breen, die rücksichtslosen Cardassianer und die heterogenen Allianzen Dominion und Föderation. Diese werden in zwei verschiedenen Spielmodi gesteuert: der Kampagne oder dem kürzeren Gefecht, wobei die Kampagne im Grunde aus einer Folge einzelner Gefechte besteht. Neben relativ begrenzten taktischen Entscheidungen, etwa dem Aufbau einer Basis in verschiedenen Sternsystemen und dem Ausheben einer Kampfflotte, geht es beim Spiel in erster Linie um den Kampf mit den gegnerischen Rassen. Die Raumschiffe können von den Spielern in den einzelnen Gefechten selbst gesteuert werden, grundsätzlich besteht aber auch die Möglichkeit, die Kämpfe vom Computer simulieren zu lassen. Wer Spieltiefe sucht, stürzt sich aber natürlich selbst in das Schlachtgetümmel.

Pädagogische Beurteilung:
Fehlender Multiplayer-Modus bedeutet verschenktes Potenzial
Strategiespiele können lokal, das heißt ohne Internetverbindung, meist nur im Einzelspielermodus gespielt werden. Gegner sind in diesem Fall dann die Computergegner, die in dem getesteten Spiel durchaus ernstgenommen werden müssen. Verschiedene Schwierigkeitsgrade bieten den Spielern jedoch die Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und so für ein positives Spielerlebnis zu sorgen, das nicht von Frustration durch übermäßig schwere Gegner geprägt ist. Viele Strategiespiele gewinnen aber erst durch menschliche Mitspieler ein Motivationspotenzial, durch das Spiele auch über einen längeren Zeitraum interessant bleiben. Auch "Star Trek Conquest" ist ein Spiel, das durch diese Möglichkeit mehr Tiefe gewinnen würde. Dieses Potenzial wird aber leider nicht genutzt.

Wenig Abwechslungsreichtum, kaum Wahlmöglichkeiten
"Star Trek Conquest" hat durchaus Potanzial: Weltraum-Strategie konnte in der Spieletester-AG die Spieletester durchaus motivieren. Die Umsetzung ist, auch wenn das Spiel den Testern Spaß gemacht hat, dennoch nicht als vollkommen gelungen zu bewerten. „Ich finde, dass Star Trek sehr cool ist. Aber man kann leider nur bei jeder Rasse drei Arten Raumschiffe auswählen. Und im Spiel passiert auch häufig das gleiche“ (Spieletester, 12 Jahre). Tatsächlich haben die sechs spielbaren Rassen jeweils verschiedene Raumschiffe, diese sind aber durchgehend nach dem gleichen Muster aufgeteilt: ein schwaches und kleines Schiff, ein etwas stärkeres und größeres Schiff und ein großes und besonders starkes Schiff. Mit etwas mehr Liebe zum Detail hätten hier der Spaßfaktor und somit auch die Langzeitmotivation erhöht werden können. Ebenso kritisiert wurde in der AG die linear verlaufende, wenig motivierende Kampagne. Die Hintergrundgeschichte hat ein simples und nachvollziehbares Konzept (das Universum erlebt Zeiten des Kriegs und nur der Stärkste kann überleben), vermittelt so aber wenig Spieltiefe. Die Tatsache, dass die Geschichte auch nur per Texteinblendungen vermittelt wird, erhöhte den Spielspaß in der Spieletester-AG auch nicht unbedingt.

Gute Steuerung im Raum
Der „Arcade“-Modus ist das Herzstück des Spiels. Hier werden die Raumschiffe tatsächlich zum Leben erweckt. Eigentlich sollte man annehmen, dass die Steuerung eines solchen Weltraumboliden keine einfache Sache ist. Im Test zeigte sich aber schnell, dass die grundlegenden Steuerbefehle mit dem Wii-Controller von den jugendlichen Testern gut umgesetzt werden konnten. Gleichzeitig war die Steuerung aber auch anspruchsvoll, insbesondere wenn der Gegner in der Überzahl ist: die Raumschiffe haben alle Schutzschilde, die durch direkte Angriffe geschwächt werden. Ist der Schild an einer Seite durchlässig, kann das Schiff zerstört werden. Diese Seite sollte daher möglichst gut geschützt werden, was durchaus eine Herausforderung sein kann.

Nur für Trekkies?
An wen richtet sich das Spiel? An Fans von Strategiespielen? An Science-Fiction-Anhänger? Oder an Trekkies, wie in der Überschrift formuliert? Die Frage ist natürlich nur rhetorisch formuliert und lässt sich so genau sicherlich auch nicht beantworten, es fiel aber in der Testergruppe auf, dass die Schüler das Spiel positiv bewerteten, die auch angaben, Fans von Star Trek zu sein. Tatsache ist aber auch, dass Vorkenntnisse für das Spielerlebnis nicht gebraucht werden. Da es kaum eine Hintergrundgeschichte gibt, kann diese auch Anfänger mit der Star-Trek-Welt nicht verwirren.

Fazit:
"Star Trek Conquest" ist ein mittelmäßiger Ableger der Weltraumsaga. Das Spiel ist durchaus einsteigerfreundlich und verschreckt nicht durch eine übermäßig komplizierte Steuerung. Ein Multiplayermodus hätte dem Spiel dennoch gut zu Gesicht gestanden, insbesondere da die Hintergrundgeschichte wenig hergibt, um eine langfristige Spielmotivation zu gewährleisten. Hinsichtlich der Altersfreigabe ist die Einschätzung ab 12 Jahren angemessen.

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Spieletester
Ü12 Porz
Köln
Bewertung Spielspass