Piraten - Die Jagd nach Blackbeards Schatz

Genre
Gesellschaftsspiele
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Activision
Erscheinungsjahr
2009.03
Systeme
Wii
System im Test
Wii
Kurzbewertung
Solide Spielesammlung vor dem Hintergrund des „Goldenen Zeitalters“ der Piraten
Gruppenleiter
Niko Boßmann
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
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Spielbeschreibung:
Piratengeschichten sind besonders bei Kindern sehr beliebt, da die Seeräuber stets ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer vermitteln. Besonders die äußerst beliebten Geschichten über Captain Jack Sparrow in den „Fluch der Karibik“-Filmen (siehe auch Beurteilung zu LEGO Pirates of the Caribbean) prägen hierbei ein deutlich positiveres und humoristischeres Bild der Piraten als es die Realität hergibt.
Die Popularität der Piraten hat seit geraumer Zeit auch die Videospielbranche erfasst. „Sid Meier’s Pirates!“ (Link zur Beurteilung) machte die Männer mit den Augenklappen beispielsweise zu den Protagonisten und auch der vierte Teil der äußerst populären „Assassin´s Creed“-Reihe (Beurteilung zu Assassin´s Creed 4 - Black Flag) spielt vor dem Hintergrund des goldenen Zeitalters der Piraterie. Dass sich das Thema auch durchaus für eine Sammlung von Minispielen eignet, zeigt "Piraten - Die Jagd nach Blackbeards Schatz" für die Nintendo Wii. Mit bis zu vier Spielerinnen und Spielern können Kinder und Jugendliche in die Rollen von Seeräubern schlüpfen und verschiedene Abenteuer erleben. Weitere Mitspieler sind aber nicht unbedingt nötig, da das Spiel durchaus auch im Einzelspielermodus gespielt werden kann.

Pädagogische Beurteilung:
Eigene Piraten gestalten
Wie auch bei vielen anderen Spielen an dieser Konsole können auch bei "Piraten - Die Jagd nach Blackbeards Schatz" die Spielcharaktere individuell verändert werden. Die TesterInnen in der Spieletester AG machten von dieser Möglichkeit gerne Gebrauch: „Ich finde es gut, dass man seinen eigenen Piraten verändern kann. Das Spielen macht dann mehr Spaß“ (Testerin, 12 Jahre). Im Test in der AG zeigte sich, dass die SchülerInnen sich mit ihren eigenen Charakteren mehr identifizierten als mit bereits vorgefertigten Figuren. Durch das Erstellen konnte also ein höherer Grad der Involviertheit mit dem Spiel erreicht werden, was einer Langzeitmotivation förderlich sein dürfte.

Inhalte freischalten, verschiedene Trophäen erhalten
Das Spiel besteht im Wesentlichen aus zwei verschiedenen Spielmodi. Zunächst gibt es den sogenannten Abenteuermodus. In diesem können verschiedene Inhalte durch erfolgreiches Spielen freigeschaltet werden. Im anderen Modus, dem Trophäenmodus, werden - ähnlich einem Highscore - verschiedene Trophäen freigeschaltet. Hierzu müssen Wettbewerbe gewonnen werden, die jeweils aus mehreren Spielen bestehen. Beide Spielmodi können sowohl im Einzelspieler- als auch im Mehrspielermodus gespielt werden. Gegenstand beider Spielmodi sind die verschiedenen Piratenspiele.

Die Piratenspiele
Spielesammlungen leben von lustigen, abwechslungsreichen Minispielen. "Piraten - Die Jagd nach Blackbeards Schatz" wartet mit insgesamt fünf verschiedenen Spielen auf, die an dieser Stelle genauer unter die Lupe genommen werden. In „Schwertkampf“ werden die SpielerInnen in zwei Teams aufgeteilt, jeweils zwei SpielerInnen kämpfen gegeneinander. Die Steuerung ist grundsätzlich einfach, allerdings braucht es ein gewisses Reaktionsvermögen, um situativ schnell und richtig reagieren zu können. Bei „Ruder um dein Leben“ handelt es sich um ein Wettrennen, bei dem sowohl das Boot als auch eine Bordkanone zu steuern sind - allerdings nicht gleichzeitig, da nach Streckenabschnitten gewechselt wird. Ziel ist es nicht etwa, als erster Spieler das Ziel zu erreichen, sondern das meiste Gold zu sammeln. Hierbei ist Schnelligkeit aber sicherlich nicht hinderlich. Das nächste Spiel, „Winde der wogenden See“, wurde von den Testern in der Spieletester AG als schwierigstes Minispiel empfunden. Auf einer Karte erscheinen an verschiedenen Stellen Schätze, die von den SpielerInnen eingesammelt werden müssen, um sie anschließend in die Heimathäfen der jeweiligen Schiffe zu transportieren. Hierzu müssen insbesondere die Windverhältnisse beachtet werden, damit die Schiffe überhaupt richtig Fahrt aufnehmen. „Schatzsucher“ ist am besten für mehrere SpielerInnen geeignet. Die SpielerInnen werden in zwei Teams eingruppiert und treten gegeneinander an. Ein Team sucht in einem Labyrinth die Schätze und bringt sie in eine eigene Zone, während das andere Team versucht, die Schätze zu verteidigen. Nach der Runde wechseln die Rollen. Das letzte - und in der Testergruppe am positivsten aufgenommene Spiel - ist „Squidball Sabotage“. Im Grunde genommen handelt es sich um eine Wii-Variante von Krocket, bei dem Bälle mit Schlägern in einer vorgegeben Reihenfolge durch kleine Tore gestoßen werden müssen. Verändert wird das Spiel insofern, als dass man die Bälle der anderen SpielerInnen mit Kanonen wegschießen kann, wenn man sie im vorherigen Spielzug mit dem eigenen Ball trifft. Dies macht das Spielgeschehen besonders bei mehreren menschlichen SpielerInnen unberechenbar, sodass es häufiger zu unterschiedlichen Siegern kommen kann.

Fehlende Hintergrundstory
Auch wenn der Titel schwer nach einer Hintergrundgeschichte klingt, das Spiel kann leider nicht mit einer solchen aufwarten. Hier verschenkt das Spiel sicherlich an Potenzial, auch wenn eine Hintergrundgeschichte bei Spielesammlungen (mit Multiplayermodus) kein absolutes Muss ist. Den TesterInnen in der Spieletester AG fiel dieser Aspekt aber sehr schnell auf und wurde von ihnen auch kritisch bewertet: „Ich denke, dass man etwas über Blackbeard erzählen könnte. Das Spiel heißt ja so, da erwartet man schon was darüber“ (Tester, 12 Jahre).

Fazit:
Insgesamt ist "Piraten - Die Jagd nach Blackbeards Schatz" eine ordentliche Spielesammlung. Das Spiel arbeitet vor dem Hintergrund des Themas Piraten mit durchaus gängigen Wii-Minispielen. Positiv wurden von den TesterInnen die Möglichkeiten der Individualisierungsmöglichkeiten der Figuren und die freischaltbaren Inhalte genannt. Negativ fiel aber eine vollkommen fehlende Hintergrundgeschichte auf, die sicherlich für einen weiteren Punkt beim Spielspaßfaktor hätte sorgen können. Dennoch: das Spiel ist ein durchweg solider Titel, der in der Spieletester AG für Freude sorgen konnte. Die pädagogische Alterseinschätzung liegt bei 8 Jahren, da junge und ungeübte SpielerInnen insbesondere hinsichtlich der Steuerung bei einigen Spielen Probleme haben könnten.

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass