Need for Speed: Hot Pursuit

Genre
Rennspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Electronic Arts
Erscheinungsjahr
2010.10
Systeme
PC, Playstation 3, Xbox 360, Wii
System im Test
Wii
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Weiterer Ableger der Rennserie, der auf der Wii aber keinen sonderlich guten Eindruck hinterlässt
Gruppenleiter
Niko Boßmann
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
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Spielbeschreibung:
"Need for Speed" ist eine äußerst beliebte Rennspielserie für die verschiedenen Konsolen und den PC. Im Grunde genommen geht es in den verschiedenen Teilen der Serie immer um eins: Autorennen gewinnen und dabei PS-starke, getunte Autos steuern, die für die meisten SpielerInnen im Leben außerhalb der Konsolenwelt wohl zu teuer wären. Auch "Need for Speed: Hot Pursuit" kann vereinfacht und mit wenigen Worten in diesem Sinne beschrieben werden. Bevor es jedoch hinters Steuer eines der zur Verfügung stehenden Boliden geht, muss zunächst eine grundsätzliche Entscheidung getroffen werden, nämlich die des Spielmodus. Grundsätzlich stehen den SpielerInnen zwei verschiedene Spielmodi zur Verfügung: das Schnelle Spiel und der Karrieremodus. Beim Schnellen Spiel stehen wiederum vier unterschiedliche Renntypen zur Auswahl: ein Rennen mit Gegnern, das gewonnen werden sollte. „Eliminator“ ist ein Rennen auf Zeit, bei dem zu vorher festgelegten Zeitpunkten der jeweils letztplatzierte Fahrer im Rennen ausscheidet. „Rushhour“ hat tatsächlich mit sehr viel Verkehr auf der Strecke zu tun. Ziel der SpielerInnen ist es, sich durch 99 andere Fahrer hindurch zu kämpfen und möglichst viele Kontrollpunkte zu passieren. In „Interceptor“ wechseln SpielerInnen von der Seite des Rennfahrers in die Rolle eines Polizisten. Als solcher müssen die rasenden Wagen eingeholt werden. Die Karriere beinhaltet diese vier Renntypen ebenso. Zusätzlich gibt es aber noch zwei weitere Typen: „Zeitfahren“ und „Boss“. „Zeitfahren“ ist ein Rennen ohne Gegner, bei dem eine möglichst schnelle Rundenzeit erzielt werden muss. „Boss“-Rennen sind Rennen gegen besonders geschickte Fahrer in den schnellsten Wagen. Diese Rennen sind eine besondere Herausforderung, bieten aber auch eine besondere Belohnung: das Auto des unterlegenen Gegners.

Pädagogische Beurteilung:
keine Hintergrundhandlung
Rennspiele auf Konsolen sind sich in der Regel alle sehr ähnlich. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich aber auch deutliche Unterschiede. Ein solcher Unterschied ist die Hintergrundgeschichte, die bei "Need for Speed: Hot Pursuit" jedoch gänzlich fehlt. Hintergrundgeschichten sorgen dafür, dass sich die SpielerInnen besser mit den von ihnen gesteuerten Charakteren identifizieren können. Dadurch wirken die Spiele wie Filme, an denen man selbst teilhaben kann. Rennspiele kommen oft auch ohne eine solche Hintergrundgeschichte aus, insbesondere wenn der Fokus deutlich auf dem Renngeschehen liegt. Es gibt aber auch Beispiele, in denen ein linearer Spielverlauf für Spiele gewinnbringend ist, wie etwa bei „Need for Speed: The Run“. Andere Spiele funktionieren „nur“ mit einem Karrieremodus auch sehr gut, zum Beispiel „F1 2014“. Die Spieletester aus der Spieletester AG fanden, dass bei "Need For Speed: Hot Pursuit" eine Hintergrundgeschichte das Spielgeschehen aufgewertet hätte: „Ich finde, dass das Spiel eine Geschichte erzählen sollte. Das Fahren alleine wird sonst irgendwann langweilig“ (Spieletester, 12 Jahre).

Gesetze brechen und vor der Polizei flüchten
„Die Polizei - Dein Freund und Helfer“ ist ein alter Leitspruch der Polizei, der die Bürgernähe der Ordnungshüter beschreiben soll. In "Need For Speed: Hot Pursuit" kann hiervon allerdings keine Rede sein. Da sich die SpielerInnen (mit Ausnahme des „Inceptor“-Modus) als Raser durch die Rennstrecken fortbewegen und illegale Straßenrennen veranstalten, die wenig mit der Einhaltung einer Maximalgeschwindigkeit zu tun haben, ist die Polizei den SpielerInnen nur wenig freundlich gesonnen. Auch wenn nicht - wie teilweise in anderen Videospielen - literweise Blut fließt und wie selbstverständlich mit Waffen umgegangen wird, ist es doch eine für jüngere SpielerInnen zweifelhafte Botschaft, die so vermittelt wird.

Handlungsschnelligkeit als wichtige Fähigkeit zum Spielen
Bei Rennspielen kommt es meisten auf eine ausgeprägte Handlungsschnelligkeit an. SpielerInnen müssen situativ schnell auf Situationen reagieren, in denen enge Kurven anstehen oder gegnerische Fahrer unvorhersehbare Fahrmanöver vollziehen. Bei "Need for Speed: Hot Pursuit" müssen SpielerInnen gleichzeitig auch noch auf die Polizei achten, die nicht nur überholen, sondern auch die Rennwagen einfangen möchte. Es ist daher äußerst wichtig, dass schnell und präzise reagiert werden kann. Die Reaktion muss aber auch richtig dosiert sein, da etwa ein Übersteuern zu Fahrfehlern führt und wichtige Sekunden kostet. Verlieren FahrerInnen die Kontrolle über den Rennwagen, kann ein bis dahin eigentlich gutes Rennen schnell zu einem schlechten Rennen werden. Der Spielraum ist also teilweise nur sehr eng.

Verbesserung der Koordination durch Rennspiele
SpielerInnen müssen verschiedene visuelle Reize von Rennspielen in Bruchteilen von Sekunden erfassen und entsprechend reagieren. Diese Fähigkeit hilft ihnen aber nicht nur in Videospielen, sondern kann auch in anderen Bereichen von Nutzen sein. Etwa im Profisport wird mittlerweile viel Wert auf die Hand-Auge-Koordination gelegt, auch wenn sie vermeintlich wenig mit der Sportart zu tun hat. Auch im Straßenverkehr können gute Reflexe sehr wichtig sein. Reaktionsschnelligkeit ist daher eine Fähigkeit, die auch außerhalb der Videospielwelt von Vorteil ist. Über Rennspiele kann dies trainiert werden, wenn auch natürlich nicht behauptet werden kann, dass hierdurch zwangsläufig ein positiver Effekt zu erwarten ist.

Fazit:
"Need For Speed: Hot Pursuit" für die Nintendo Wii ist eine abgespeckte Variante des gleichen Spiels für die anderen Konsolen (oder aber den PC). Das ist zumindest das Fazit der TesterInnen in der Spieletester AG, die das Spiel bereits auf der Playstation 3 gespielt hatten. Spiele für die Nintendo Wii unterscheiden sich häufig vom Umfang und von der Grafik von Spielen auf anderen Konsolen - insbesondere im Hinblick auf die technischen Spezifikationen ist ein Vergleich zwischen Wii und PS3/Xbox360 sicherlich unfair - aber bei diesem Spieletest empfanden die Tester die Unterschiede als eindeutig zu hoch. Die Botschaft, mit rasend schnellen Rennautos vor der Polizei zu flüchten, ist zwar fester Bestandteil der Videospielserie, hinsichtlich der pädagogischen Wirkung darf dieses Konzept aber durchaus als wenig wertvoll betrachtet werden. Die pädagogische Altersempfehlung ist daher ab 14 Jahren.

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass