Flirt-Gewitter

Genre
Gesellschaftsspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2011.03
Systeme
Playstation 3, Wii
System im Test
Wii
Kurzbewertung
Virtuelle anzügliche Partyspiele - nichts für jüngere Jugendliche
Gruppenleiterin
Andrea Krieger
Kulturcafé Siegburg
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Bei "Flirt-Gewitter" besteht die erste Aufforderung darin, sich einen Avatar auszusuchen oder sich selber einen Avatar (weiblich oder männlich) zu erstellen. Neben den üblichen äußeren Veränderungsmöglichkeiten wie Frisur, Kleidung und Aussehen besteht die Möglichkeit, eine gewisse Charaktereigenschaft anzunehmen (beispielsweise Femme fatale, Adonis oder Mädchen von nebenan). Anschließend geht es sofort zum Spielmodus und bis zu 4 Spieler können in einem bunten, schrillen Ambiente von einer Couch aus zu verschiedenen Partyspielen zappen. Dies kann dann eine Game Show sein, in der Fragen zu Musik, Lifestyle und Film beantwortet werden müssen. Hierbei sind verschiedene Antworten vorgegeben, aus denen die Spieler wählen und gegeneinander antreten, um Punkte zu sammeln. In weiteren Spielen müssen Bewegungen mit dem Controller nachgetanzt werden. Dies geschieht auch schon mal mit der Fernbedienung in der Hosentasche und dem Mitspieler waagerecht auf dem Schoß liegend. Die „provokante Steuerung“ führt dann dazu, das mit Klapsen auf den Po und der Hin- und Her Bewegung des Partners Punkte gesammelt werden. In anderen Mini Games wird ein Striptease hingelegt oder der Controller zwischen zwei Spielern baumelnd geküsst. Zusätzlich müssen „pikante“ Begriffe pantomimisch dargestellt und von den Mitspieler erraten werden. Der Schwierigkeitsgrad (der Grad der Anzüglichkeit) der Spiele lassen sich über verliebt, mutig, albern oder genial einstellen.

Pädagogische Beurteilung:
Viele Fragezeichen
Die Testerinnen, 12-14 Jahre alt, haben sich als erstes die Frage gestellt: „Wer spielt das?“ Die Aussage: „Dafür muss man aber schon was getrunken haben!“ kam als nächstes. Nun hat ja jedes Spiel im Test eine Chance verdient, über den ersten Eindruck hinweg länger gespielt zu werden. Aber im Verlauf des Spiels wurden die Fragezeichen in den Augen eher größer als kleiner. Bei der Game Show waren die Fragen in der Regel auch eher an die Generation Ü 30 gerichtet, sodass für die Testerinnen nur eine zufällige Auswahl der Antwort möglich war. Dies führte erwartungsgemäß zu wenig Begeisterung, da die Punktzahl damit kein Wissen wiederspiegelte. Als es darum ging, jemanden auf den Schoss zu legen, war ganz schnell klar: „Das machen wir nicht, das finden wir albern.“ 

Provokante Steuerung, anzügliche Feststellungen
Die „provokante Steuerung“ führte bei den Testerinnen dazu, den Controller weiterhin in der Hand zu halten. Die teils sehr anzüglichen Infotafeln, die in den Ladezeiten zu den einzelnen Spielsequenzen erscheinen, führten noch nicht einmal zum Schmunzeln. Beispiel:„Laut dem „Museum of Sex“ wurden Vibratoren im 19. Jhdt. zur Behandlung weiblicher Hysterie verwendet.“ Hier war Verwunderung in den Gesichtern zu erkennen.

Sinn und Zweck
Die Testerinnen haben während des Spielens immer wieder gefachsimpelt, wer denn dieses Spiel wirklich spielt bzw. braucht. Klar war ganz schnell, dass es wenn überhaupt, bei einer Party für ältere Menschen (ab 16 Jahre) zu fortgeschrittener Stunde eventuell Anklang findet, während die noch jungen Testerinnen keinen Sinn dahinter erkannten. Sie würden so etwas auf keinen Fall mit Jungs zusammen spielen. Zu peinlich!

Die Bewegungsaufgaben
Einige Spielideen fanden dann aber doch noch Anklang. So waren die Tanzeinheiten, die bewegungstechnisch vor der Wii nachgetanzt werden mussten, ganz lustig. Hier konnten die Spielerinnen auch gegeneinander antreten und Punkte sammeln. Hier entstand dann doch eine wettbewerbsähnliche Situation mit einem Spannungsbogen. Allerdings sind hier sicherlich reine Tanzspiele zu bevorzugen, die mehr Abwechslung und aktuellere Songs bieten.

Elterliche Beratung empfohlen
Es ist nicht klar, ob der Aufkleber auf dem Spiel „Elterliche Beratung empfohlen“ wirklich ernst gemeint ist. Das Spiel ist für ab 12 jährige freigegeben, aber würden Teenager ab 12 Jahren wirklich neben ihren Eltern sitzen und mal eben locker so ein Spiel spielen? Waren früher die Eltern beim Flaschendrehen oder dem Spiel „Wahrheit oder Pflicht“ erwünscht, damit sie das dann mit ihren Eltern erörtern können? Beim Test stellte sich heraus, dass dieses Spiel für diese Altersklasse eher uninteressant ist. Der Name "Flirt-Gewitter" und die Cover Gestaltung ist für die jüngere Altersgruppe ab 12 Jahren keine Aufforderung, dieses Spiel wirklich zu kaufen.

Fazit:
Die Frage, die sich bei "Flirt-Gewitter" stellt ist, ob die Spielentwickler tatsächlich die Partyspielchen von früher vor Augen hatten und dieses dann in die virtuelle Welt verfrachten wollten? Die andere Frage ist: werden die Konsumenten und die Zielgruppe dieses Spiel denn wirklich brauchen? Im Grunde war die Testerinnen-Gruppe gar nicht zufrieden. Sie glauben, dass das Spiel eher für ältere Jugendliche und Erwachsene gemacht wurde. "Flirt-Gewitter" fand keinen Anklang in der Gruppe und ist für jüngere Jugendliche nicht geeignet.

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Spieletester
Kulturcafé Siegburg
Siegburg
Bewertung Spielspass