Resident Evil Remastered

Genre
Action-Adventure
USK
keine Jugendfreigabe (?)
Pädagogisch
ab 18 Jahre
Vertrieb
Capcom
Erscheinungsjahr
2015.01
Systeme
PC, Playstation 3, Playstation 4, Xbox 360, Xbox One
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Xbox Live, Playstation Network, Steam
Kurzbewertung
Klassiker der Survival-Horror-Spiele in verbesserter Version
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Survival Horror Begeisterte
Sprache
Grafik
dürster, gruselig und detailliert inszeniert
Sound
sorgt für Gruselfaktor an den richtigen Stellen

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Frau oder Mann spielbar!
Mehrspielermodus
Spielforderungen
Steuerung leider nicht so gut gelungen, knifflige Rätsel, starke Nerven
Zusatzkosten
Problematische Aspekte
nicht für Kinder geeignet!
Redaktion
Daniel Heinz
Spieleratgeber NRW
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Der erste Teil der "Resident Evil" Reihe machte einst das Genre „Survival Horror“ bekannt und beliebt. Noch heute orientieren sich zahlreiche Genrevertreter an der Mechanik dieses Spiels. Kurz vor seinem 20. Geburtstag erhält das Kultspiel eine (wiederholte) Verjüngungskur. Hauptsächlich wurden die Grafik und die Steuerung überarbeitet.
Wahlweise als Jill Valentine oder Chris Redfield begibt sich der Spieler aus der Schulterperspektive in ein düsteres, von Zombies bevölkertes Herrenhaus. Ziel ist es, den unnatürlichen Vorkommnissen auf den Grund zu gehen. Um dies zu erreichen, muss der Spieler Rätsel lösen sowie gefährlichen Zombies und anderen Wesen wahlweise ausweichen oder sie angreifen. 

Pädagogische Beurteilung:
Faszination der Angst
Das Erleben von Angst ist eher unangenehm. Warum sind dann Spiele so erfolgreich, in denen der Grusel im Vordergrund steht und dies auch entsprechend grausig visualisiert wird? Ein Blick in die Fernsehlandschaft macht dies verständlich. Beispielsweise ist das lustvolle Ekeln bei Fernsehformaten wie „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ ein zentrales Motiv für die Faszination. Und auch bei Horrorfilmen steht die Angstlust im Vordergrund. Der Zuschauer hat hier allerdings nahezu keine Möglichkeiten, das Geschehen nachhaltig zu verändern oder zu gestalten. Einzig durch Abstimmungen (Votings), wie es z. B. beim „Dschungelcamp“ der Fall ist, steht es dem Nutzer frei, einen begrenzten Einfluss auf das Opfer der nächsten Ekelprüfung zu nehmen.
Anders ist dies in Computerspielen. Hier ist das Geschehen interaktiv. Dies führt zu einer veränderten Wahrnehmung der eigenen Rolle. So ist es nicht mehr die Hauptfigur, deren Handlung über den Fortgang entscheidet, es ist der Spieler selbst, der sich mittels Spielfigur gegen die Zombies erwehren muss. Diese Bedrohungssituationen zu bestehen führt zur Entspannung und lässt Glücksgefühle aufkommen, welche als ausgesprochen motivierend erlebt werden können. Der Reiz an Horrorspielen ist also nicht (nur) der Grusel an sich, sondern auch dessen erfolgreiche Überwindung durch das eigene Handeln.

Der Grusel in Resident Evil
Beinahe ohne jegliche Erklärung irrt der Spieler von Raum zu Raum und findet schnell heraus, dass ihm zahlreiche Widersacher nach dem Leben trachten. Anders wie in vielen anderen Computerspielen sind die Hauptfiguren ausgesprochen verletzlich. Kann der Spieler anfangs nur auf ein Messer und eine Pistole zurückgreifen, kommen später auch mächtigere Waffen wie Schrotflinte, Magnum, Granatwerfer und Flammenwerfer hinzu. Trotz dieses Arsenals ist der Spieler einer konstanten Bedrohungssituation ausgesetzt und die Möglichkeiten zur Gegenwehr sind begrenzt. Dies liegt maßgeblich daran, dass die Munition verknappt ist und auch nicht genügend Inventarplätze vorhanden sind, um mehrere Waffen mit sich führen zu können. So gilt es stets abzuwägen, ob man sich gegen die Zombies und anderen Wesen wehrt oder lieber schnellen Fußes das Weite sucht. Doch solche Fluchtmöglichkeiten bestehen nicht in jeder Situation.
Weiterhin stehen nur begrenzte Speichermöglichkeiten zur Verfügung. So kann es vorkommen, dass der Spieler eine lange Zeit durch das Herrenhaus schleicht und schließlich mit einer besonders gefahrvollen Situation konfrontiert wird, bei der das Leben der Figur und der Fortschritt auf dem Spiel stehen. Dies kann gleichsam aufregend wie frustrierend sein.
Zudem weiß der Spieler nie, was ihn hinter der nächsten Tür erwartet, weshalb jeder Raumwechsel mit einer gewissen Spannung einhergeht. Selbst in vormals betretenen Räumen können plötzliche Gefahrensituationen entstehen.

Grafik & Sound
Last but not least sind auch die grafische Darstellung und die atmosphärischen Klänge für das Angstempfinden verantwortlich. Neuerdings wurden die Grafik und die Animationen stark verbessert. Die Kulisse ist hauptsächlich in düsteren Braun- und Grautönen gehalten. Die vorkommenden Figuren wie Zombies, Hunde, Madensäcke und andere entstellte Wesen können durchaus grausig wirken. Sie weisen blutverschmierte Verletzungen auf, schlurfen wankend durch die Gänge, verzehren Leichen – eben genau so, wie man es auch aus Horrorfilmen kennt. Das sporadisch eingestreute Donnern oder das Krächzen von Raben sorgen damals wie heute für plötzliche Schreckmomente. Oftmals wird auch mittels kurzer Zwischenvideos Bedrohung erzeugt. Beispielsweise sieht man Zombies in Richtung des Spielers schleichen oder irgendwo im Haus ist ein Schuss zu hören. Diese Darstellungen und Szenen, gepaart mit der kontinuierlichen Spannung, könnten auf Minderjährige übererregend wirken.

Rätsel
Die Rätselpassagen tragen zur Entspannung und Abwechslung von den spannenden Action- und Gruselsequenzen bei. Mittels der Spielfigur gilt es die Umgebung zu erkunden. Und ähnlich wie in Adventures stößt man auf allerlei Gegenstände, die es aufzusammeln, zu untersuchen und andernorts zielführend einzusetzen gilt. Weiterhin muss der Spieler verschiedene Rätsel lösen, deren Lösung sich oftmals sehr anspruchsvoll gestaltet. Denn statt auf eine Erklärung zurückgreifen zu können, muss sich der Spieler selbst erschließen, wie er vorzugehen hat. Und fehlt der passende Gegenstand, führt dies zum ständigen Hin und Her zwischen bereits erkundeten Orten. Neben einer gewissen Frustrationstoleranz und Geduld werden zudem Reaktionsschnelligkeit, Geschicklichkeit und Kombinationsgabe gefordert.


Gruselige Steuerung
Ein großes Problem von "Resident Evil" ist seit jeher die Steuerung. Zwar wird hier eine modernere Variante geboten, dennoch bewegen sich die Figuren etwas seltsam durch das Herrenhaus. Besonders ärgerlich ist es, wenn man auf der Flucht plötzlich scheitert, weil einem die Steuerung wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. 

Fazit:
Mit der Remastered-Edition haben Interessierte die Möglichkeit, einen Klassiker der Videospielgeschichte erneut zu erleben bzw. nachzuholen. Wie gehabt gilt es ein labyrinthartig aufgebautes Herrenhaus zu durchqueren und sich gegen Zombies zu wehren. Vor allem im Bereich von Sound, Grafik und Animationen wirkt diese Version moderner. Die Steuerung ist allerdings noch immer ein Graus. Die Geschichte ist lückenhaft und wirkt etwas abstrus. Seinen Reiz zieht das Spiel dafür aus der Verknappung von überlebenswichtigen Ressourcen, einer kontinuierlichen Ungewissheit und Spannung, diversen Schrecksituationen, zahlreichen Erkundungsreizen und kniffligen Rätseln. Gefordert werden vorausschauendes Handeln, logisches Denken und Reaktionsschnelligkeit. Die blutigen Darstellungen und gruseligen Szenen könnten auf Minderjährige übererregend wirken.