Pokémon Omega Rubin

Genre
Rollenspiele
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Nintendo
Erscheinungsjahr
2014.11
Systeme
Nintendo 3DS
System im Test
Nintendo 3DS
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Klassisches Pokémon-Spielprinzip mit zeitgemäßer Grafik und einigen Neuerungen
Redaktion
Jan Scheurer
Spieleratgeber-NRW
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Die Pokémon-Serie gehört mittlerweile zu den erfolgreichsten Videospielen aus dem Hause Nintendo. Das klassische Spielprinzip bleibt dabei immer dasselbe: man zieht als junger Trainer in eine Welt hinaus, in der es statt Tiere Pokémon gibt. Diese leben meist im Einklang mit Menschen und können eingefangen und trainiert werden, um dann in Duellen gegen andere Pokémon anzutreten. Mit "Pokémon Omega Rubin" führt Nintendo ihre Tradition fort, Neuauflagen der alten Pokémon-Spiele der Gameboy-Ära zu produzieren. Die größte Neuerung sticht dabei direkt ins Auge: die schlichte 2D-Optik des mittlerweile fast 13 Jahre alten Vorgängers wurde durch moderne Grafik, die man auch aus den aktuellen Pokémon X und Y-Spielen kennt, ersetzt. Aber auch sonst geizt die Neuauflage nicht mit zusätzlichen Inhalten. So wurden noch mehrere Aufgaben, die nach dem eigentlichen Spielende stattfinden, hinzugefügt und die Spielwelt um mehrere Orte erweitert. Das Spiel kam gemeinsam mit "Pokémon Alpha Saphir" raus. Die beiden Titel unterscheiden sich jedoch hauptsächlich durch gewisse Pokémon und Gegenstände, die jeweils nur in einem der Spiele auftauchen, und kleine Unterschiede in der Geschichte.

Pädagogische Beurteilung:
Das Pokémon-Prinzip
Typisch für den Beginn der Pokémon-Spiele wählt der Spieler zuerst seinen Namen und sein Geschlecht aus. Danach startet der Charakter in dem kleinen Dorf Wurzelheim in der Region Hoenn, wo er seinen Konkurrenten und den zuständigen Pokémon-Professor trifft und von dem er sein erstes Pokémon bekommt. Nach dem schnellen Einstieg offenbart sich das eigentliche Spielprinzip. Durch Kämpfe gegen wilde Pokémon oder feindliche Trainer kann der Spieler seine Pokémon aufleveln. Diese werden dadurch stärker, erlernen neue Attacken und entwickeln sich ab einem gewissen Punkt weiter. Dank einer Anzahl an verschiedenen Pokébällen ist es außerdem möglich „wilde“ Pokémon zu fangen und in sein Team aufzunehmen. Da jedes Monster ein oder zwei verschiedenen Elementen zugeordnet ist und auch Attacken abhängig der Elemente beherrscht, gilt es taktisch zu kämpfen. So sind Wasser-Pokémon beispielsweise besonders resistent gegenüber Feuerattacken, werden mit Elektroangriffen dafür aber umso schneller besiegt.

In Hoenn nichts Neues…
Ebenfalls typisch für die Pokémon-Serie ist der Spielablauf. So ist das Ziel wieder der beste Trainer der Region zu werden. Um das zu erreichen muss der Spieler acht Arenaleiter besiegen, die sich alle auf verschiedene Elemente spezialisiert haben. Darauf folgt die Top 4 und der Champion der Region, den es zu besiegen gilt. Auf dem Weg dahin setzt sich der Spieler mit hunderten Trainern auseinander, reist durch die verschiedenen Städte, hilft den Bewohnern und versucht die Pläne einer bösen Organisation zu durchkreuzen. Die Geschichte bleibt leider ziemlich flach und vorhersehbar, was erwachsene Spieler, die die Serie ohne Zweifel hat, abschrecken wird. Kinder und Jugendliche wird aber weder die seichte Charakterentwicklung, noch die klare moralische Einordnung in Gut und Böse stören. Zusätzlich wird der Spieler durch die vielen kleinen Erfolgserlebnisse, wie neue gefangene Pokémon oder Belohnungen durch Bewohner, über viele Spielstunden motiviert.

… bis auf ein paar Kleinigkeiten
Neben den klassischen Elementen gibt es allerdings auch einige Neuerungen. So ist es dem Spieler zum Beispiel möglich, Geheimbasen bestimmten Stellen in der Region aufzubauen. Diese können individuell eingerichtet und von anderen Spielern besucht werden. Außerdem gibt es Wettbewerbe, die, ganz ohne Kampf, zwischen den verschiedenen Pokémon und ihren Trainern ausgetragen werden. Hier messen sich die kleinen Monster in verschiedenen Eigenschaften wie Schönheit oder Stärke. Diese können durch den Einsatz von Pokériegeln gezielt verbessert werden.

Online-Funktionen
Es ist möglich seinen Nintendo 3DS mit dem Internet zu verbinden, um sich mit Spielern aus der ganzen Welt im Kampf zu messen oder Pokémon zu tauschen. Außerdem gibt es einen spielübergreifenden Cloud-Service, die Pokémon Bank. Hier können gefangene Pokémon online gespeichert werden, um diese beispielsweise bei Spiel- oder Datenverlust wiederherzustellen. Diesen praktischen Lagerservice lässt sich Nintendo allerdings durch eine jährliche Gebühr von 4,99€ bezahlen. Diese Lizenz verlängert sich nicht automatisch und kann einmalig über den Nintendo eShop erworben werden.

Fazit:
Die Faszination der Pokémon mag nicht jeder verstehen. Dennoch sind sie bei Spielern von jung bis alt sehr beliebt und erfreuen sich immer wieder neuer Verkaufsrekorde. "Pokémon Omega Rubin" stellt hier auch keine Ausnahme dar. Das Pokémon-Prinzip greift direkt und zieht jeden mit, der sich auf die Welt einlässt. Hohes Suchtpotential kann man dem Spiel aber nicht attestieren. Spätestens nach ein bis zwei Stunden ist der Spielspaß für den Tag ausgeschöpft, lässt aber genug Motivation, um zu einem späteren Zeitpunkt weiterzuspielen. Da das Spiel ohne explizite Szenen oder Darstellungen auskommt und auch die Grafik und Geschichte äußerst kinderfreundlich sind, können bereits jüngere Kinder ohne Probleme die Welt der Pokémon erkunden. Lediglich ein gutes Leseverständnis sollte vorhanden sein, weshalb wir "Pokémon Omega Rubin" erst Kindern ab 8 Jahren empfehlen.