Hyrule Warriors

Genre
Action-Strategie
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Nintendo
Erscheinungsjahr
2014.09
Systeme
Wii U
System im Test
Wii U
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Abenteuerliches Gemetzel in der Welt von The Legend of Zelda
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Zelda Fans und Hack&Slay Begeisterte
Sprache
Textbox ist auf Deutsch, einfache Sprache
Grafik
farbenfroh jedoch realistischer gehalten als bei anderen Zelda teilen
Sound

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Bekannte Zelda Charaktere
Mehrspielermodus
Spielforderungen
klassisches Hack&Slay
Zusatzkosten
Problematische Aspekte
Gruppenleiter
Christopher Wandel
Games4Kalk
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Das Spiel "Hyrule Warriors" zeichnet sich durch eine interessante Mischung aus: die Kreuzung der Spiele Dynasty Warriors (vgl. Beurteilung zu Xtreme Legends Dynasty Warriors 8) und The Legend of Zelda (vgl. Beurteilung zu The Legend of Zelda: Skyward Sword). Kenner werden bei dieser Kreuzung zurecht mit der Stirn runzeln, handelt es sich bei der Welt Hyrule doch eigentlich um eine fantastische Welt voller Abenteuer und Rätsel, während es in Dynasty Warriors vielmehr richtig zur Sache geht. Mit dabei sind alle bekannten Gesichter, darunter Link, Sheik bzw. Zelda und Midna. Ob die Idee allerdings aufgegangen ist, haben die Spieletester der Stadtbibliothek Köln Kalk versucht herauszufinden.

Pädagogische Beurteilung:
Actiongeladene Spielmechanik
Die wesentlichen Aufgaben bestehen darin, sich durch Heerscharen von Gegner zu kämpfen, Stützpunkte einzunehmen, Ausrüstungsgegenstände und Erfahrungspunkte zu sammeln und zu guter Letzt die verschiedenen Endgegner zu bezwingen. Ganz nebenbei gilt es die Magierin „Cia“ zu besiegen, die versucht sowohl Zelda in Person als auch den Bewohnern von Hyrule das Leben schwer zu machen. Mit Hilfe zahlreicher Angriffskombinationen füllt sich der Energiebalken und ermöglicht dadurch Spezialattacken. Spezielle Paraden schützen uns vor den Angriffen der Feinde und reduzieren den Schaden spürbar. Insgesamt ist die Steuerung leicht verständlich und weist keinerlei Schwierigkeiten auf. Alle Befehle werden ohne Latenz oder sonstige Störungen umgesetzt.
Eines der Hauptprobleme besteht jedoch darin, dass die vielen Besonderheiten in Bezug auf Waffen, Ausrüstung und Kämpfen nicht vertuschen können, dass der Ablauf nach einiger Zeit an Langeweile zunimmt. Dies ist sehr schade - ein Großteil der Tester ist der Überzeugung, dass ‚Langeweile’ und ‚Eintönigkeit’ gar nicht in der Welt von Zelda passen.

Hübsches Design
Im Gegensatz dazu zählt das Design zu den besonderen Stärken des Spiels. Sowohl die Hauptcharaktere als auch deren Gegner und alle weiteren Bewohner Hyrules wurden mit besonderer Hingabe entworfen. Die Farben sind deutlich kraftvoller als man es von den bisherigen Ablegern der Serie kennt. Leider gehen diese in der offenen Spielwelt ein wenig verloren, da viele Texturen sich zu oft wiederholen. Der Sound stellt hingegen einen besonderen Schwachpunkt dar, da er schlichtweg nicht zu den Spielszenarien passt. Dies gilt gleichermaßen für die Sprache, die de facto nicht vorhanden ist. Zwar werden die Rückblicke während der Ladebildschirme erzählerisch untermalt, doch innerhalb des Spiels gibt es lediglich Untertitel. Das kennen wir von Zelda nicht anders, doch in Anbetracht der Möglichkeiten, die den Entwicklern zur Verfügung standen, hätten die Spieletester sich genau diese sprachlichen Anteile gewünscht: „Das ständige Gemetzel ist mir auf Dauer zu stumpf, ohne Gespräche kommt die Geschichte nicht rüber“ (Damian, 13 Jahre).

Spielmodi
Die Geschichte des Spiels fällt mit insgesamt acht bis zehn Stunden Spielzeit sehr kurz aus, was die Spielfreude der Spieletester ein wenig trübt. Anhand des Abenteuer-Modus wird versucht, das Spielerlebnis noch etwas zu verlängern. Hier gilt es weitere Aufgaben im Retro-Look zu lösen. Zu Beginn sind zwar nur ein paar der insgesamt 128 Felder wählbar, weitere kommen aber im Laufe des Spiels, je nach Ausgang einer Schlacht mit einem Endgegner, dazu. Die Wahl der Spielfigur ist in diesem Modus nur bedingt frei möglich, je nach Aufgabe wird ein Charakter dem Spieler zugewiesen. Hierbei gilt es zum Beispiel extrem viele schwere Gegner in kurzer Zeit zu besiegen oder einen bestimmten Gegner gezielt auszuschaltet. Doch verändern die vielen Kämpfe, Rätsel und Dungeons nicht das Gefühl der Eintönigkeit. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass Link und Co. immer wieder nach Hyrule zurückkehren, um sich dort stets ein weiteres Gefecht zu liefern. Immerhin gibt es in den vielen Teilbereichen der Spielwelt zahlreiche Geheimnisse, die nur darauf warten, von den Helden entdeckt zu werden. Die freigeschalteten Kerzen und Kompasse bringen auf der Karte der Spielwelt das nötige Licht ins Dunkel und schalten obendrauf weitere Areale der Spielwelt frei. 

Charakterentwicklung
Bedauerlich ist, dass die Entwicklungen der Spielfiguren nicht nur sehr linear verlaufen, nein, jede Spielfigur durchlebt die gleiche Entwicklung. Obwohl es während des gesamten Spiels jede Spielfigur schafft, durch ihre ganz persönlichen Vorzüge zu punkten (und sei es ihr Äußeres), werden die tendenziell vorhandenen Alleinstellungsmerkmale nicht zur vollen Zufriedenheit der Spieletester ausgeschöpft. In Verbindung mit der fehlenden Sprachausgabe fallen fehlende Alleinstellungsmerkmale besonders ins Gewicht und wirken sich somit stärker auf den Gesamteindruck der Gruppe aus.

Fazit:
"Hyrule Warriors" besteht vor allem aus einem ewigen Abwägen von Vor- und Nachteilen. Die Idee, die Mythologie einer Spielwelt mit den Spielmechaniken einer anderen Spielwelt zu verbinden ist nicht neu. Dennoch ist es mit der Zeit nicht leichter geworden, die Vorzüge einzelner Spiele herauszustellen und unterhaltend miteinander zu verbinden. So verhält es sich ebenfalls bei "Hyrule Warriors": die Spielinhalte sowie die grafische Umsetzung dieser stellt für die Spieletester der Stadtbibliothek Köln Kalk ein enormes Unterhaltungspotenzial dar. Doch ohne die entsprechenden Dialoge gehen wesentliche Inhalte des Spiels schlichtweg unter. Hinzu kommt das versucht wird, die ausgesparte Lebhaftigkeit durch andauernde Massengefechte zu kompensieren. Allerdings geht diese Rechnung nur bedingt auf, sodass die ewigen Metzeleien auf Dauer leider zu einem Spießrutenlauf mutieren.
Die audio-visuellen Komponenten sind hingegen sehr gut aufeinander abgestimmt. Das mehr als ansprechende Design besticht durch satte Farben und wird durch die gelungen programmierten Kamerafahrten gekonnt in Szene gesetzt. Die entsprechenden Sounds untermalen die Stimmung und runden das Gesamtbild ab. Vor allem eingefleischte Fans kommen hier auf ihre Kosten. Die Spielzeit fällt mit knappen acht bis zehn Stunden zwar sehr kurz aus, allerdings wird die Geschichte des Spiels dadurch nicht unnötig in die Länge gezogen.
Der Abenteuer-Modus stellt eine gelungene Ergänzung dar. Mit seinen über 120 verschiedenen Missionen sowie zwölf Charakteren wird noch einmal für zusätzlichen Spielspaß gesorgt. Vor allem die Puristen werden hieran ihre wahre Freude haben, die teils sehr kniffligen Aufgaben zu lösen und die zahlreichen Geheimnisse auf der stilechten 8-Bit Karte zu entschlüsseln.
Obwohl der Fokus von "Hyrule Warriors" auf kriegerischen Auseinandersetzungen liegt, wird komplett auf explizite Gewaltdarstellungen verzichtet. Auch das comicartige Design, bekannt aus der Zelda-Serie, verharmlost die Kämpfe enorm. So ist das Spiel bereits für Jugendliche ab 12 Jahren geeignet.

 

Anmerkung aus der Testergruppe ASGSGames Marl
"Hyrule Warriors" ist an die beliebte "The Legend of Zelda" Reihe angelehnt, hat jedoch wenig mit dem Spielprinzip dieser gemeinsam. Der Abenteuer-Aspekt geht verloren und man findet sich in einer großen Welt voller Monster wieder, wodurch die Atmosphäre eher eher düster und bedrohlich wirkt. Allgemein steht die kämpferische Auseinandersetzung stark im Vordergrund, Dialoge und Interaktion mit anderen Charakteren sind nur nebensächlich.
Auch wenn das Spiel nicht sonderlich anspruchsvoll ist (oft müssen nur ein paar Knöpfe gedrückt werden), wird zeitkritisches Handeln und taktisches Denken gefordert. Da die Gewalt und der Kampf im Vordergrund stehen, ist das Spiel nicht für Kinder unter 12 Jahre geeignet.

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Spieletester
Games4Kalk
Köln
Bewertung Spielspass