Guacamelee

Genre
Jump&Run
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Drinkbox Studios
Erscheinungsjahr
2013.04
Systeme
PC, Playstation 3, Playstation 4, Xbox 360, Xbox One, Wii U, Mac, Playstation Vita
System im Test
Playstation 3
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Xbox Live, Playstation Network, Steam, Nintendo eShop
Kurzbewertung
Knifflige Sprungpassagen & Kämpfe im mexikanischen Setting
Redaktion, Gruppenleiterin
Linda Scholz
Spieleratgeber-NRW, OT St. Anna Ehrenfeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Juan ist ein Agavenbauer nahe einer kleinen mexikanischen Stadt. Er führt ein ruhiges Leben und ahnt noch nicht, dass er bald der strahlende Held eines Abenteuers gegen das Böse sein wird. Soweit erinnert das Spiel an viele andere Computerspiele, bis Juan das erste Mal auf seinen Rivalen Carlos Calaca trifft, der just in diesem Moment die schöne Tochter von El Presidente entführen will. Der strahlende Held stellt sich dem Skelettmann in den Weg und wird sofort von diesem getötet. Hier fängt das Spiel allerdings erst richtig an. Denn in der Welt der Toten begegnet Juan der verstorbenen Wrestlerin Tostada und erhält eine magische Luchador-Maske, die ihn in die Welt der Lebenden zurückbefördert. Nun versucht Juan als maskierter Wrestler die Feinde zu bezwingen und die hübsche Tochter des Bürgermeisters zu befreien. Hierzu muss der Spieler verschiedene Gebiete erkunden, immer schwieriger zu meisternde Sprungpassagen absolvieren und Gegnerhorden bekämpfen.

Pädagogische Beurteilung:
Der Weg des Helden
In Form eines Tutorials wird die grundlegende Steuerung erklärt. Nach und nach wird der Spieler so mit den grundlegenden Steuerungselementen des Spiels vertraut gemacht. Die zusätzlichen Attacken, die eine gewisse Tastenkombination sowie Reaktionsschnelligkeit erfordern, werden nach und nach in das Spielgeschehen integriert. Durch die Fähigkeiten, die Juan mit der Zeit lernt, kann er immer wieder neue Gebiete erkunden, die vorher nicht erreichbar waren. So lassen sich im späteren Spielverlauf Wandsprünge oder Doppelsprünge ausführen, außerdem kann Juan eine Wand senkrecht nach oben laufen. Die Fähigkeit, die den Testern jedoch am besten gefiel, war die Möglichkeit zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten zu wechseln. Durch diese Fähigkeit werden Wände passierbar oder Plattformen erscheinen, wodurch ein Weiterkommen an bestimmten Stellen möglich ist. Doch mit den steigenden Fähigkeiten steigert sich auch der Schwierigkeitsgrad rapide. Immer öfter müssen komplizierte Sprungpassagen absolviert werden und so muss Juan an die Wand springen, im richtigen Moment mit einem Doppelsprung abspringen, gleichzeitig die Welt wechseln, sich auf Knopfdruck vor gefährlichen Dornen schützen und abschließend einen Tritt nach oben absolvieren, um auf der nächsten Plattform anzukommen. Reaktionsschnelligkeit, Konzentration und eine gute Hand-Auge Koordination sind für solche Passagen unabdingbar, um nicht frustriert den Kontroller beiseite zu legen. Ungeduldige Spieler der Testergruppe hatten in diesen Situationen schnell einmal keine Lust mehr. Doch auch die Kämpfe laufen immer hektischer ab und die Tester merkten schnell, dass reines Kloppen nicht zum Ziel führt: „Man muss die verschiedenen Angriffe richtig kombinieren, sonst hat man keine Chance“ (Tester 12 Jahre).

Mehr Spaß im Doppel
Den größten Pluspunkt erhielt Guacamelee eindeutig für den Zwei-Spieler Modus. So können gleichzeitig zwei Spieler durch die Gebiete laufen, Gegnerhorden bezwingen und knifflige Passagen gemeinsam lösen. „Die Kämpfe machen zu zweit viel mehr Spaß“ (Tester 12 Jahre). Zwar stört es ein wenig, dass ein Spieler während einer komplizierten Passage ab und an zurückbleibt, auf Knopfdruck kann sich dieser jedoch jederzeit zum anderen Spieler teleportieren, der die schwierige Passage bereits gemeistert hat.

Mexikanischer Flair
Eine weitere Besonderheit des Spiels ist die audiovisuelle Darstellung. Das komplette Spiel ist in einer sehr bunten Cartoon-Optik gestaltet und die Charaktere wirken wie einem Trickfilm entsprungen. Auch die Mariachi-Musik trägt zu dem mexikanischen Setting bei. Im Gegenzug zu der Welt der Lebenden ist die Welt der Toten jedoch nicht weniger bunt, sondern lässt sich vielmehr mit der Welt de Toten aus dem Tim Burton Film „Corpse Bride“ vergleichen. Die Farbgebung ist zwar eine andere, dennoch wirkt die Totenwelt in keinster Weise als ein düsterer oder finsterer Ort. Die Bewohner leben dort ebenso ihren Alltag und sind nicht minder gesprächiger als die lebendigen Bewohner. Bei einem Punkt sind sich jedoch beide Parteien einig. Keiner möchte, dass der Plan von Carlos Calaca, beide Welten zu verschmelzen, in die Tat umgesetzt wird.

Popkulturelle Verweise
Neben der bunten Grafik und dem stimmigen Zwei-Spieler Modus bietet das Spiel unzählige Anspielungen auf verschiedene andere Videospiele, Filme oder popkulturelle Internetphänomene. So erkannten die Spieler auf verschiedenen Plakaten in der fiktiven Stadt Santa Luchita beispielsweise Anspielungen auf Super Mario, The Legend of Zelda, Final Fantasy und viele weitere Titel. 

Fazit:
Guacamelee konnte die Tester mit seiner bunten Grafik, dem mexikanischen Ambiente, dem gelungen Zwei Spieler-Modus und den vielen witzigen Anspielungen durchaus überzeugen. Auch wenn der Schwierigkeitsgrad nach einer gewissen Zeit sehr schnell anzieht, kamen besonders Fans von Jump&Runs und Beat ’em Ups auf ihre Kosten. Da die komplette Geschichte in geschriebenem Text erzählt wird und die Sprung- und Kampfpassagen ein gewisses Maß an Konzentration erfordern, hatten ungeduldige Spieler jedoch schnell ihrer Frustrationsgrenze erreicht.

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Spieletester
OT St. Anna Ehrenfeld
Köln
Bewertung Spielspass