Sonic Free Riders

Genre
Rennspiele
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
SEGA
Erscheinungsjahr
2010.10
Systeme
Xbox 360
System im Test
Xbox 360
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Spaßiger Funracer mit Mängeln in der Bewegungserfassung via Kinect
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Seit „Sonic - The Hedgehog“ das Licht der Welt erblickte sind nunmehr über zwei Jahrzehnte vergangen. Etliche Ableger des, vor allem in den Anfangsjahren kommerziell überaus erfolgreichen, ‚Igelflitzers‘ wurden seither auf den Markt geworfen. Sonic fungiert nicht nur seit seiner ‚Geburt‘ als Wahrzeichen des früheren Konsolenherstellers SEGA, sondern ist wohl mit ein Grund, warum die Firma heute überhaupt noch existiert. Als sich die Firma, bedingt durch den Flop der „SEGA Dreamcast“, aus dem Konsolengeschäft zurückzog, gab es berechtige Annahmen, dass sich der ehemalige Konsolenriese aus Japan für immer aus dem Spieleparadies verabschieden könnte. Doch die Experten hatten ihre Rechnung ohne Sonic und Co. gemacht. Als die ersten Ableger der früher nur auf den SEGA-Konsolen erschienen Titel für die einstige Konkurrenz produziert wurden, stellten sich schnell die ersten Erfolge ein und SEGA erlebte eine Wiedergeburt als Softwareriese. Sonic ist ein Stück Videospielgeschichte und bis heute eng mit den Erfolgen SEGAs verknüpft. Insbesondere die Sonic-Ableger der Neunziger sind aus den zahlreichen Onlinespieleplattformen kaum wegzudenken. Es erscheint daher nur logisch, dass SEGA mit dem Funracer "Sonic Free Riders" zum Release der bewegungserfassenden Kinectkamera sein bestes Pferd im Stall ins Rennen schickt.
Und tatsächlich fährt man diesmal mit Sonic und seinen Freunden futuristische Rennen. Das Gefährt ist dabei eine Art Hoverboard, welches eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem schwebenden Skateboard von Martin McFly aus den „Zurück in die Zukunft“-Filmen aufweist. In einem Meisterschaftsmodus, einem Ringmodus und einem Punktemodus muss man sein Geschick auf dem fliegenden Skateboard unter Beweis stellen. Gespielt werden alle Spiele zwar letztlich gleich, jedoch erhalten sie einen jeweils anderen Schwerpunkt. So gilt es im Meisterschaftsmodus möglichst viele Rennen zu gewinnen, um am Ende den ersten Platz innezuhaben, im Ringmodus muss man möglichst viele Ringe einsammeln und im Punktemodus durch Tricks und Stunts eine Mindestpunktzahl erreichen. Durch erfolgreichen Abschluss der jeweiligen Modi können Strecken und Fahrer freigeschaltet werden. Gespielt werden alle Disziplinen entweder offline mit zwei Spielern gegeneinander oder im Team und online mit bis zu acht Spielern.

Pädagogische Beurteilung:
Intuitiver Einstieg mit Mängeln
Um "Sonic Free Riders" spielen zu können, muss man sich ähnlich wie auf einem Skate- oder Snowboard seitlich vor den Kinectsensor platzieren. Dabei muss darauf geachtet werden, welchen Fuß man primär als Standbein nutzt, denn dieser sollte dem Bildschirm zugewandt sein. Gelenkt wird durch Neigungen des Körpers. Lehnt man sich nach vorne, gewinnt man an Fahrtgeschwindigkeit und mit seitlichen Bewegungen wird nach links oder rechts gesteuert. Zieht man den hinteren Fuß nach vorne und stellt sich dabei aufrecht vor dem Bildschirm, wird eine Vollbremsung vollzogen. Leichtes Bremsen ist eigentlich nicht vorgesehen, wenn man sich jedoch eben nicht nach vorne beugt, fährt man deutlich gemächlicher. Durch eine schüttelnde Handbewegung wird eine Art virtuelle Cola-Dose hervorgeholt, geschüttelt und geöffnet, was eine Art Turbo-Antrieb ermöglicht. Zusätzlich lassen sich mit verschieden vollzogenen Sprüngen Tricks durchführen.
Insbesondere das Manövrieren erwies sich dabei als kinderleicht, zumal die Steuerung zusätzlich anhand eines Tutorials erlernt werden kann. Etwas schwieriger gestalteten sich jedoch die übrigen Steuerungselemente, da der Sensor die Bewegungen zeitweise etwas arg hakelig und ungenau erfasst. Zusammen mit der Tatsache, dass das Spiel in einem ordentlichen Tempo daherkommt, dauert es dann doch seine Zeit, bis die kurvenreichen Strecken mitsamt gestellter Aufgaben erfolgreich abgeschlossen werden können. Vor allem der Punktemodus, in dem diverse Tricks ausgeführt werden müssen, erwies sich, bedingt durch die ungenaue Steuerung, als arg schwierig. 

Buntes Tempo
Wie speziell bei Sonicablegern und allgemein Funracern üblich bekommt man eine zweckmäßige, quietschbunte Grafik geboten. Die Animationen der Spielfiguren mitsamt Hoverboards sticht dabei etwas heraus. Während die Strecken Detailreichtum in jeglicher Hinsicht vermissen lassen und manchmal ein klein wenig zu steril erscheinen, sind die Charaktere durchaus liebevoll animiert. So wippen beispielsweise die Haare der im Comicstil animierten Figuren im Wind bzw. mit den eigenen Bewegungen umher. Auch verschmilzt das Hoverboard mitsamt der Figur ansehnlich mit den verschiedenen Streckenabschnitten. Ob Spuren eines Temposchubs oder Spritzer bei nassen Abschnitten, das grafische Hauptaugenmerkt liegt deutlich auf dem direkten Geschehen und vernachlässigt das Drumherum. Diese etwas lieblosen Hintergründe sind vermutlich auch ein klein wenig der Geschwindigkeit des Spiels zuzuschreiben. Durch die schnelle beatlastige Elektro-Musik, die Soundeffekte, z.B. bei Turboschüben oder einem Crash, und den etwas arg emotionalen englischen Kommentator verfällt man dem Geschwindigkeitsrausch zusätzlich. Dieser stört zwar das Spielverständnis ab und an, so dass man manchmal nicht genau weiß, was nun eigentlich das Ziel bzw. die Aufgabenstellung ist: „Jetzt sammelt doch die Ringe, die sind wichtig!“, „Hey, ihr seid in einem Team, ihr dürft euch doch nicht gegenseitig rammen.“ Letztlich trägt der Sound jedoch entschieden dazu bei, dass mindestens ein erstes positives Urteil entsteht. Leider verfügt das Spiel jedoch nur über eine englische Sprachausgabe, sodass man unter anderem beim Tutorial auf deutsche Untertitel zurückgreifen muss.

Hochgeschwindigkeitsmotivation
"Sonic Free Riders" hinterlässt beim zweiten Blick ein eher gemischtes Gefühl. Der Einstieg und das erste Fahrvergnügen können zweifelsfrei als spaßig und gelungen bezeichnet werden. Leider ist jedoch der Umfang des Spiels nicht gerade üppig ausgefallen, sodass man, je nach Intensität des Spielens, recht zügig nach mehreren Stunden oder einigen Tagen als Einzelspieler alle Ziele bereits erreicht haben sollte. Für einen Spieleabend unter Freunden eignet sich das Spiels auch nur bedingt, da lediglich zwei Spieler gleichzeitig antreten können. Die mangelhafte Bewegungserfassung der Tricksteuerung ist ein weiteres Manko, welches die Spieldauer erheblich bremst und unter Umständen eine gewisse Frustration hervorrufen kann. So beschränkt sich das Spiel dadurch einzig auf das reine Fahrvergnügen und dieses konnte in der Testergruppe nicht über einen längeren Zeitraum anhalten. "Sonic Free Riders" ist jedoch eines der wenigen eigenständigen Spiele für Kinect, welches eben nicht als Sammlung mehr oder minder interessanter Minispiele daherkommt.

Fazit:
SEGA gelingt mit "Sonic Free Riders" ein ordentlicher Einstieg in die Welt von Kinect. Schnelle Musik, eine quietschbunte Grafik und eine gelungene Lenkung halten einige Stunden Spielspaß bereit. Umfang des Spiels, sowie einige Mängel in der Bewegungserfassung führen jedoch dazu, dass der Spielspaß höchstwahrscheinlich bereits nach kurzer Dauer gemindert wird.

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Ü12 Gemeinschaftshauptschule Bernburger Straße Düsseldorf
Bewertung Spielspass