Ice Age 4: Voll Verschoben - Die arktischen Spiele

Genre
Sport
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Activision Blizzard
Erscheinungsjahr
2012.06
Systeme
PC, Playstation 3, Xbox 360, Wii, Nintendo DS, Nintendo 3DS
System im Test
Xbox 360
Kurzbewertung
Kurzweilige und eintönige Sportspielauswahl
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
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Spielbeschreibung:
Mit "Ice Age 4: Voll Verschoben - Die arktischen Spiele" stellt Activision (u.a. bekannt für die Tony Hawk’s- , Skylanders- oder die Call of Duty-Reihe) die obligatorische Spieleadaption des gleichnamigen Animationsfilmes in die Verkaufsregale. Die Geschichte des Spiels ist schnell erläutert - Manni, Sid, Diego und der Rest der Herde können sich mit den sogenannten Piraten nicht auf die gerechte Aufteilung eines Schatzes einigen. Also lösen sie das Problem olympisch mit einer Serie an sportlichen Herausforderungen. Im Story-, Mehrspieler- oder freien Modus geht es nun on- oder offline zehn Runden lang um den Platz auf dem Podest - die entsprechenden Bestenlisten inklusive.

Pädagogische Beurteilung:
„Ice Age 4?“
Wer den Film kennt, stellt sich spätestens nach den ersten paar Minuten im Story-Modus die Frage, was genau das Spiel mit dem Film zu tun hat. Zugegeben, das Spiel bietet immerhin die Original-Stimmen der Original-Charaktere und manchmal sogar Original-Schauplätze. Leider fehlt darüber hinaus jegliche Verbindung zu der Vorlage. Für Anhänger der Filme unter Umständen Grund genug, das Spiel zu spielen. Innerhalb der Gruppe rief diese Tatsache allerdings einigen Unmut hervor: „Das hat ja mal eigentlich gar nichts mit dem Film zu tun.“

Minispielsammlung?
Hat man die erste Ernüchterung überwunden und betrachtet das Spiel losgelöst von seinem Namensgeber, stellt man fest, dass "Die arktischen Spiele" sich als Minispielsammlung entpuppen. Diese Feststellung allein löst wiederum fast zehn Jahre nach Erscheinen der Wii noch keine Begeisterungssprünge aus, wurden doch spätestens auf Nintendos Heimkonsole Minispielsammlungen massentauglich etabliert. Erneut ernüchtert muss man dann an dieser Stelle feststellen, dass der Begriff Minispielsammlung bei "Ice Age 4" doch etwas arg weitgegriffen wäre. Bei sage und schreibe zehn Disziplinen und einer etwa 30-minütigen Spieldauer im Story-Modus kann man wohl eher von einer Auswahl, als von einer Sammlung sprechen.

„Immer gleich“
Auch eine kleine, aber feine Auswahl kann jedoch das Spielerherz höher schlagen lassen. Davon ist der Titel allerdings weit entfernt. Insbesondere fehlt es dabei an Abwechslung. Ob man nun im Story- oder Mehrspieler-Modus unterwegs ist, abgesehen von den Videozwischensequenzen ändert sich nichts. Präsentiert werden stattdessen immerzu die gleichen Minispiele mit teils gravierend ähnlichen Bewegungsabläufen hinsichtlich der Steuerung. Aus zehn Spielen werden da auf die Schnelle vier oder fünf. So macht es tatsächlich beispielsweise kaum einen Unterschied, ob man nun mit Sid auf Skiern die Piste oder mit Manni auf seinem Allerwertesten den Gletscher herunterbrettert, der Bewegungsablauf hinsichtlich der Steuerung ist identisch. Einzige erwähnenswerte Ausnahme bildet eine Art Eisrennen mit dem Säbelzahntiger Diego. Man rennt, läuft, hüpft und muss mittels Handbewegung teils abrupt abstoppen und kommt tatsächlich „ordentlich ins Schwitzen“.

Konsequent unpräzise
Die Bewegungserfassung via Kinect weist ihre Tücken auf, aber selten wurden die Schwächen des Sensors so offengelegt wie in "Ice Age 4". „Jetzt schieb doch endlich!“ „Ich mach doch schon, der reagiert aber nicht. Hey, was macht er denn jetzt?“ Solche und ähnliche, auch drastischer geführte Dialoge waren während des Tests an der Tagesordnung. Auch die dürftige bildliche, wie auch textliche Beschreibung der einzelnen Disziplinen vor dem Start änderte daran wenig. Eine Steuerung, die durch körpereigene Bewegungen teils willkürlich hervorgerufen wird und nur selten tatsächlich die Bewegungen vor der Kamera erfasst, ist mit dem Prädikat unpräzise noch nett umschrieben.

Hoher Wiedererkennungswert
Bei aller Kritik an dem Spiel muss man festhalten, dass sich die technische Verpackung, insbesondere die Videozwischensequenzen, durchaus sehen und teils auch hören lassen kann. Dem Titel kommt dabei natürlich zugute, dass der Weg vom computeranimierten Vorgänger zum Spiel nicht gar so weit ist. So können allein durch den Wiedererkennungswert hier und da auch nicht gar so flüssige Hintergründe, verwaschene Texturen und rar gesäte grafische Details gekonnt kaschiert werden. Der Filmvorlage wird man, trotz dieser Mängel, dennoch gerecht, wenn auch in jeglicher Hinsicht nur in SD-, statt HD-Qualität. Akustisch hingegen reicht der hohe Grad an Wiedererkennung nicht aus, um die Schwächen zu kaschieren. Immer wiederkehrende gleiche Kommentare seitens Otto Waalkes aka Sid, die zudem teils völlig deplatziert ins Spielgeschehen eingeworfen werden, riefen selbst bei wirklich hartgesottenen Fans eine „voll nervige“ Wirkung hervor.

Fazit:
"Ice Age 4: Voll Verschoben - Die arktischen Spiele" ist nüchtern betrachtet letztlich ein Merchandise-Artikel in Form einer digitalen Minispielsammlung. Für immer noch um die 30 bis 40 Euro (Stand: April 2015) erhält man dabei reichlich wenig. Auf der Habenseite steht eine zumindest solide Grafik und teils charmante Zwischensequenzen - auf der Sollseite hingegen eine äußerst magere Spieleauswahl, kaum gegebene Abwechslung gepaart mit einer oft unpräzisen Steuerung.

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Spieletester
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass