Cities: Skylines

Genre
Simulation
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Paradox Interactive
Erscheinungsjahr
2015.03
Systeme
PC, Mac
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
erfordert Aktivierung über die Spieleplattform Steam
Kurzbewertung
Neue Referenz im Städtebau-Simulations-Genre
Redaktion
Jan Scheurer
Spieleratgeber-NRW
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Freunde der Städtebausimulation können endlich aufatmen. Nachdem 2013 der letzte Teil der SimCity-Serie eher gefloppt ist, wagt sich endlich ein neuer Herausforderer mit dem mittlerweile 12 Jahre alten Klassiker SimCity 4 zu messen. Durch ansehnliche 2D-Grafik und eine gut durchdachte Spielmechanik konnte SimCity 4 sogar seine eigenen Nachfolger übertrumpfen und gilt bis heute, vielleicht auch mangels der Konkurrenz, als einer der besten Vertreter des Genre. Das soll sich aber nun mit "Cities: Skylines" ändern.

Pädagogische Beurteilung:
Alles wie immer - nur besser
Genretypisch geht es darum, eine funktionierende Großstadt aufzubauen. Man startet mit einer bestimmten Menge Geld und hat zu Beginn nur wenig Gebäude zur Auswahl. Weitere Gebäude werden erst ab dem Erreichen von bestimmten Einwohnerzahlen freigeschaltet. Leider fehlt es an einem Tutorial, das den Spieler von Beginn an die Hand nimmt und den Einstieg - besonders für Neulinge im Genre - bedeutend erleichtern könnte. Um den Spielbeginn nicht noch schwerer zu machen, gibt es hilfreiche Textboxen, die beim ersten Öffnen eines jeden Menüs automatisch erscheinen. Hier kann der Spieler in Ruhe alle Voraussetzungen und Auswirkungen der einzelnen Gebäude nachlesen.
So zieht man in Ruhe Straßen über die Region, legt Wohn-, Gewerbe- und Industriezonen fest und platziert an wichtigen Stellen Stromleitungen, Wasserwerke und andere Versorgungsgebäude. Dies geht zu Beginn noch einfach von der Hand und wird durch eine schnell wachsende Stadt belohnt. Je größer allerdings die Stadt, desto komplizierter wird es. Soll ein neues Kohlekraftwerk errichtet werden oder doch lieber Windräder für eine saubere Umwelt? Kümmere ich mich um die Industrie oder erfülle ich zuerst die Wünsche der Bewohner nach einer Universität?

Twitter zur Bürgerverständigung
Rückmeldung erhält der Spieler direkt über einen Twitter-ähnlichen Nachrichtendienst. Fehlt es den Bewohnern an bestimmten Ressourcen, beschweren sie sich lautstark, gefällt ihnen die Planung des Spielers, hagelt es an Lob. So erkennen besonders Anfänger schnell strukturelle Fehler und können diese leicht beheben. So divers die Meinungen der Bürger jedoch im echten Leben, so unterschiedlich fallen sie auch bei "Cities: Skylines" aus. Die einen freuen sich über eine saubere Umwelt durch die Ansiedlung von Agrarindustrie, die anderen fürchten industrielle Rückschritte. 

SimCity vs. Cities: Skylines
Sowohl grafisch, als auch von der Spielemechanik gibt es offensichtliche Parallelen zu SimCity. Verkehrsnetze werden ähnlich gezogen, der Aufbau der Regionen ist fast identisch und auch vom grafischen Stil unterscheiden sich beide Titel nur marginal. Der Einstieg fällt bei SimCity zwar deutlich einfacher und auch die verschiedenen Menüs wirken viel übersichtlicher als bei der Konkurrenz, dafür kann "Cities: Skylines" mit unglaublich tiefgehenden Spielelementen aufwarten. Freunde komplexerer Spiele fühlen sich direkt wohl und können mit Hilfe verschiedener Werkzeuge auch die kleinsten Details im Spiel selbst verwalten. Das könnte jedoch besonders für jüngere Spieler eine Hürde darstellen, da sich viele Optionen, selbst durch die zahlreichen Erklärungen, nicht direkt erschließen. Einen „Online-Zwang“, der bei SimCity oft bemängelt wurde, gibt es hier aber nicht. Man kann das Spiel jederzeit auch ohne Internetverbindung spielen, es muss lediglich einmalig über die Plattform Steam online freigeschaltet werden.

Fazit:
Mit "Cities: Skylines" erhalten die Freunde der virtuellen Stadtplanung endlich einen neuen Genre-Meilenstein. Der Titel kann aber nicht nur eingefleischte Fans beeindrucken, sondern durchaus auch von Einsteigern gespielt werden. Spieler unter 12 Jahren sollten allerdings eher vom Kauf absehen, da ihnen viele Elemente nicht auf Anhieb erklärt werden und erst einige Einarbeitungszeit erfordern, was schnell frustrierend sein kann. Wer es gerne etwas seichter mag und über einige Fehler hinwegsehen kann, dem sei die SimCity-Serie ans Herz gelegt.