Batman: Arkham Knight

Genre
Action-Adventure
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Warner Bros. Interactive Entertainment
Erscheinungsjahr
2015.06
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Neustes Abenteuer des dunklen Kriegers
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans der Reihe und solche die es werden wollen
Sprache
Grafik
sehr detailliert und realistisch
Sound

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
bekannte Figuren der DC Comics
Mehrspielermodus
Spielforderungen
schleichen, knifflige Rätsel lösen, Taktische Elemente
Zusatzkosten
Problematische Aspekte
Miterleben von Folterszenen und dem Tod von Freunden
Redaktion
Kevin Huynh
Spieleratgeber-NRW
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Zum vorerst letzten Mal ist Batman in Rocksteadys drittem Teil der Arkham Trilogie auf der Jagd nach allerlei bekannten Bösewichten. Sichtlich gezeichnet von den Ereignissen des letzten Teils (Batman: Arkham City), versucht Batman mit seinen Kameraden die Stadt vor ihrem Untergang zu retten. Scarecrow und der mysteriöse Arkham Knight bedrohen Gotham. Die Zivilbevölkerung ist schnell geflohen. Was übrig bleibt sind Polizei, Feuerwehr, Verrückte, Verbrecher und natürlich Batman und sein Gefolge mit dem Ziel, die Superschurken zu schnappen.
Gotham City ist als offene Welt von Anfang an erkundbar, allerdings sind einige Ereignisse und Rätsel erst mit dem Voranschreiten der Hauptmissionen verfügbar. Der Nachthimmel lädt ein, die Stadt fliegend und schwingend zu erkunden. Wer es aber ein wenig aufregender mag, kann mit dem neuen Batmobil die Stadt unsicher machen, welches praktischerweise nie jemand töten kann. Denn egal wie schnell man fährt, die Gegner werden fast schon magischer Weise mit einem elektrischen Schlag zur Seite befördert, sodass sie nur betäubt sind. Denn Batman tötet bekanntlich ja nicht.
"Batman: Arkham Knight" bringt einige Neuerungen mit sich, aber noch mehr Altbekanntes. Das bedeutet, dass alte Spielmechaniken nur eine minimalistische Einführung erhalten. Das könnte einen Neueinsteiger bei der Vielfalt an Spielmöglichkeiten überfordern. Das Kampfsystem zu Fuß und mit dem Batmobil ist zwar simpel, hat aber durchaus seine Tiefe. Frei nach dem Motto „einfach zu lernen, schwierig zu meistern“, bietet das Spiel Herausforderungen mit Online-Rangliste, in der sich Spieler sich mit Freunden messen können.
Auch Rätsel sind wieder ein wichtiger Aspekt. Diese teilweise sehr anspruchsvollen Rätsel können einige Spielstunden kosten, sofern der Spieler sich entscheidet, die freiwilligen Rätsel lösen zu wollen. Diese sind grundsätzlich in drei Kategorien einzuordnen: Logik-, Geschicklichkeits- und kampfbasierte Rätsel.

Pädagogische Beurteilung:
Terror als Storyelement
Batman tötet nicht. Dieser Ausgangspunkt ist nicht nur ausschlaggebend für die Spielmechaniken, sondern für die Handlung selbst. Mit dem geistigen Verfall Batmans gerät auch sein Grundsatz ins Schwanken. So werden Batmans Aktionen im Spielverlauf brutaler und gewalttätiger. Dieser Kampf von moralischen Ideologien und Pragmatismus gibt der Handlung eine Dringlichkeit, die ein Spiel mit offener Welt braucht. Die Superschurken versuchen natürlich alles, um Batman auf die dunkle Seite zu ziehen und benutzen dabei extreme psychologische Folter, die explizit dargestellt wird. Der Spieler wird nicht nur einmal Zeuge von Selbstmord oder Mord von Freunden. Dies schockiert nicht nur Batman, sondern auch den Spieler, weswegen Batman nicht für Kinder unter 16 Jahren geeignet ist.

Kämpfen und Schleichen
Die Kämpfe selbst sind als milde Gewalt einzustufen. Die Drohnen und Panzer, die der Spieler mit dem Batmobil zerstört, sind alle unbemannt. Und wie bereits erwähnt, kann technisch niemand überfahren werden. Die Munition besteht aus Gummigeschossen, welche die Gegner bewusstlos machen. Der Kampf zu Fuß ist da etwas anders. Je nachdem, ob der Spieler in eine Gruppe von Gegner hineinstürzt oder sich einen nach dem anderen vornimmt, können die Kampfsequenzen anders aussehen. Grundsätzlich gilt aber auch hier, den Gegner kampfunfähig zu machen. Bei der Schleichmethode geschieht dies mit kurzen effizienten Würgegriffen, wie man sie aus Filmen kennt. Bei der Kampfmethode wird geboxt, getreten und geworfen, meist mit der Unterstützung von verschiedenen Spezialwerkzeugen. Grundsätzlich kämpft Batman also waffenlos. Von daher wird des Öfteren ein Mindestmaß an Taktik verlangt, wenn es sich um bewaffnete Gegner handelt.

Erkunden und Rätseln
Spielerische Highlights sind wie bei jeder offenen Spielwelt natürlich die Geheimnisse, die es in der Stadt zu entdecken gibt. Die Spiele der Batman-Reihe bietet davon viele, sehr viele. Die Nebenmissionen, in denen beispielsweise eine geheimnisvolle Mordserie aufgedeckt werden muss, sind sehr spannend strukturiert und der Spieler wird am Ende angemessen belohnt. Besonders knifflig sind die Riddler-Rätsel. Diese zum Teil sehr gut versteckten Trophäen sind in ganz Gotham City verstreut und nur unter bestimmten Voraussetzungen lösbar. Manchmal braucht es Geschick, manchmal Logik, aber immer sind sie sehr anspruchsvoll. Diese Rätsel sind nicht nur eine nette Nebensache, sondern sind für den Gesamtabschluss des Spiels von Bedeutung. 

Motivation und Faszination
Die Frage nach der Faszination ist bei jedem Superhelden-Spiel, -Comic, oder -Film die gleiche. Es ist die Faszination eines eigentlich gebrochenen Helden, der auf der Suche nach sich selbst und nach Gerechtigkeit ist. Im Fall von Batman zeigt sich immer wieder der traumatisierte kleine Junge Bruce Wayne, dessen Eltern vor seinen Augen erschossen wurden. Es entsteht eine Tragik, bestehend aus einer ausgeprägten Ideologie von Gerechtigkeit gemischt mit einem verqueren Sinn von Selbstjustiz. Diese Außenseiterrolle macht den Superhelden zu einer Projektionsfläche von Träumen und Wünschen.
Spielmotivation wird neben der Handlung durch das Progressionssystem gegeben, welches Batman erlaubt, Stufen aufzusteigen und neue Fähigkeiten und Verbesserungen zu erhalten. Diese sind meist nicht sehr viel besser, vertiefen aber das Spielsystem um ein Vielfaches.

Fazit:
"Batman: Arkham Knight" ist ein typisches Batman-Spiel, welches Fans der Comic- und Filmreihe sicher gefällt. Neueinsteiger in dieser Serie können jedoch von der Steuerung überfordert sein und von den verhältnismäßig langen Passagen im Batmobil abgeschreckt werden. Die erwähnten Folterszenen stechen jedoch hervor. Es geht bei diesen Szenen nicht um die Darstellung von Gewalt, sondern um psychologische Folter, die erst von älteren Jugendlichen angemessen reflektiert werden können. Diese und die Gewaltdarstellungen in den Kämpfen sind erst für Jugendliche ab 16 Jahren angemessen.