Ori and the Blind Forest

Genre
Jump&Run
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Microsoft Studios
Erscheinungsjahr
2015.03
Systeme
PC, Xbox 360, Xbox One
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Xbox Live, Steam
Kurzbewertung
Beeindruckender Grafikstil, märchenhafte Story und liebevoll inszenierte Figuren
Redaktion
Spielbar
www.spielbar.de
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
In "Ori and the Blind Forest" begleiten die Spielenden den weißen Waldgeist Ori. Dieser wurde vom Geisterbaum, der das Leben im Wald Nibel beschützt, getrennt. Ein Wesen namens Naru nimmt ihn schließlich bei sich auf und zwischen beiden entwickelt sich eine große Freundschaft. Doch der Wald stirbt allmählich und auch Naru verlassen die Kräfte. Es stirbt. Ori macht sich auf die Reise, um den Wald zu retten. Hilfe erhält er dabei von einem kleinen Lichtwesen namens Sein, das ihm als Beschützer zur Seite steht.
Das eigentliche Spiel beginnt erst nach dem Tod Naru‘s. Man steuert mit den WASD-Tasten den kleinen Waldgeist Ori durch eine zusammenhängende 2D-Jump&Run-Welt. Neben dem Erkunden dieser Welt bestehen die Aufgaben hauptsächlich darin, verschiedene Gegenstände einzusammeln und Gegner zu besiegen. Hier kommt Oris Begleiter Sein ins Spiel. Mittels Mausklick greift das Lichtwesen nämlich die gegnerischen Wesen an. Sobald die Spielenden genügend Gegner besiegt haben, kann man Ori aufleveln. Sollte Ori selbst besiegt werden, beginnt man den Abschnitt entweder von vorne oder startet am letzten Speicherpunkt. Diese kann man im Spiel selbst setzen.
Zu Beginn sind einige Gebiete noch durch Hindernisse versperrt. Im Laufe des Spiels lernt man jedoch neue Fähigkeiten dazu, wie zum Beispiel den Wandsprung. So können die neuen Bereiche nach und nach erkundet werden.
"Ori and the Blind Forest" besitzt neben dem Einzelspielermodus keine weiteren Spielmodi und auch keinen Koop-Modus. Im Hauptmenü gibt es dafür die Möglichkeit, sich freigeschaltete Zwischensequenzen erneut anzuschauen und einen Blick auf eine Bestenliste zu werfen.

Pädagogische Beurteilung:

Von Sarah Pützer auf www.spielbar.de

Märchenhafte Atmosphäre
"Ori and the Blind Forest" nimmt sich viel Zeit, um die Spielenden in die Märchenwelt rund um den Wald Nibel einzuführen. Der Prolog ist unglaublich stimmungsvoll und atmosphärisch sehr dicht inszeniert. Die Spielenden können in kleinen Passagen nicht nur Ori steuern, sondern auch Naru – so wird ihnen die Beziehung zwischen den beiden auf besondere Weise erfahrbar gemacht. Zwar kannte man das große, bärige Wesen mit der weißen Maske nur einige Minuten, kann aber Oris Trauer und Hoffnungslosigkeit nach seinem Tod gut nachvollziehen.
Gerade die Atmosphäre ist es, was den Reiz an dem Spiel ausmacht. Der Grafikstil ist beeindruckend und erinnert stellenweise an Filme wie Prinzessin Mononoke oder Chihiros Reise ins Zauberland aus dem Ghibli-Studio. Auch bei den Animationen wurde an alle Details gedacht: Gräser wiegen sich im Wind, im Vordergrund kriechen schemenhafte Wesen entlang und die Bewegungen Oris passen sich jeder Stimmungslage an.

Kämpfen, Springen, Sammeln
Mit "Ori and the Blind Forest" wird eine Zielgruppe bedient, die sich auch auf ruhigere Momente einlässt. Die Kampfeinlagen bringen zwar ein wenig Action ins Spielgeschehen, bleiben aber sehr abstrakt. Wurde ein Gegner beispielsweise besiegt, löst er sich in eine Lichtkugel auf. Trotz seiner kindlichen Optik ist "Ori and the Blind Forest" aber kein leichtes Spiel. Kleine Erklärungstexte führen die Spielenden zwar gut in die Steuerung ein, die Kletter- und Sprungpassagen verlangen dennoch einiges an Geschick ab. Hilfestellungen oder einen verstellbaren Schwierigkeitsgrad gibt es nicht. Auch die zahlreichen Sammelobjekte, zum Beispiel Geisterlichter, Energiezellen, Schlüsselsteine oder Kartensteine, um nur einige von ihnen zu nennen, können die Spielenden anfangs verwirren.

Fazit:
"Ori and the Blind Forest" entführt die Spielenden in eine beeindruckende Märchenwelt. Die Figuren sind liebevoll inszeniert und die Atmosphäre ist dicht und stimmungsvoll. Da die Texte gar nicht beziehungsweise in einer Fantasiesprache vertont wurden, sind Lesekenntnisse erforderlich. Zudem ist der Schwierigkeitsgrad relativ hoch und die Geschichte stellenweise sehr emotional. Daher eignet sich der Titel für Kinder ab 12 Jahren. Die dichte Atmosphäre, knifflige Klettereinlagen und emotionale Tiefe bieten trotz kindlichem Stil aber auch Erwachsenen jede Menge Spielspaß.