Castlevania: Lords of Shadow 2

Genre
Action-Adventure
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 18 Jahre
Vertrieb
Konami
Erscheinungsjahr
2014.02
Systeme
PC, Playstation 3, Xbox 360
System im Test
Playstation 3
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Vampir-Abenteuer
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Spielbeschreibung:
Als Dracula persönlich nimmt es der Spieler mit allen Feinden auf: dem Ritter des Lichts, einer riesigen Maschine und einem goldenen engelsgleichen Paladin. Schon im ersten Teil musste Ritter Gabriel Belmont gegen Satan persönlich antreten und zahlte dafür einen schrecklichen Preis: Er wurde zu Dracula, dem Fürsten der Schatten. Nun ist Satan zurückgekehrt, und nur einer kann sich ihm und seinen Monstern entgegenstellen. Zu diesem Zweck wird Gabriel alias Dracula von seinem einstigen Freund Zobek wiedererweckt. Als Gegenleistung winkt der endgültige Tod, den sich der zu ewiger Unsterblichkeit verdammte Obervampir nur allzu sehr wünscht. Doch bis es soweit ist, stehen ca. 20 Stunden lang Herausforderungen in einer düster-mittelalterlichen Fantasy-Welt an. Diese sind vor allem durch Kämpfe geprägt, aber auch Kletterpassagen kommen nicht zu kurz, ebenso wie selten mal ein einfaches Rätsel.

Pädagogische Beurteilung:
Verstecktes Tutorial
Das cineastische Intro zieht die Spieler von Anfang an mitten hinein in das düstere Horrorspiel. Die Vorgeschichte ist jedoch sehr lang geraten und dauert fast 10 Minuten, bevor man selbst die Kontrolle über die Spielfigur erlangt. Geschickt verstecken die Entwickler, dass es sich zu Beginn auch direkt um das Tutorial handelt, in dem die Steuerelemente beigebracht werden. Nachdem die durchaus fordernden Gegner endlich besiegt sind, stellt sich zum ersten Mal das Gefühl von Befriedigung ein. Doch leider werden alle Superfähigkeiten genau in diesem Moment wieder genommen. Sie alle im Lauf des Spiels wieder zurückzugewinnen ist eine starke Motivation. 
Im Vergleich zu der PC-Version empfanden die Spieler die Steuerung an der Konsole mit den dazugehörigen Kontrollern als komfortabler. Die Tastenbelegung ist laut Tester gut gewählt und die Steuerung funktionierte das ganze Spiel über ohne größere Beschwerden, sobald man sich daran gewöhnt hat. Im Gegensatz zum ersten Teil lassen sich hier auch die "Quick Time Events" (möglichst schnell eingeblendete Tasten drücken) zuschalten, wenn man sie möchte.

Draculas Fähigkeiten
Die verschiedenen Level sind kleine Areale, deren jeweiliger Ausgang gefunden werden muss. Hierzu kann Dracula springen, sich mit seiner Peitsche zu schwer zugänglichen Stellen ziehen, Wasserfälle einfrieren, über dünne Passagen balancieren und sich an Vorsprüngen entlanghangeln. So können versteckte Geheimnisse entdeckt werden, die den Spieler mit Boni belohnen, oder es werden verschiedene Arenen erreicht, in denen Dracula gegen einen oder mehrere Gegner antreten muss. Nach bestandenen Herausforderungen erzählen cineastisch inszenierte Videosequenzen die Geschichte weiter. Nach dem Abschluss jedes Levels gibt es eine Auswertung, in der Punkte für verschiedene Erfolge gutgeschrieben werden. Im Vordergrund steht dabei, wie differenziert und geschickt die zur Verfügung stehenden Fähigkeiten angewendet worden sind. Die Zahl der getöteten Gegner hat hingegen nicht so starken Einfluss. Die erhaltenen Punkte können zu jeder Zeit eingesetzt werden, um neue Fähigkeiten freizuschalten oder bestehende weiter zu verbessern. Auch ist es jederzeit möglich, ein beliebiges Level erneut zu spielen und wieder Punkte zu erhalten.

Fordernde Kämpfe
Die Kämpfe spielen sich taktisch - ein ständiges Hämmern auf die Angriffstaste führt zu einem schnellen Tod der Spielfigur. Dem Spieler stehen viele verschiedene Angriffs- und Verteidigungsmanöver zur Verfügung. Jedes Manöver wird durch eine Kombination von Tasten aktiviert, die im richtigen Moment nacheinander gedrückt werden müssen. Sind diese Kombos zu Beginn noch überschaubar und leicht zu merken, gilt es im Lauf des Spiels eine große Anzahl auswendig zu können und auch richtig anzuwenden. Sehr schnell kommen neue Kombos hinzu. Ein gutes Gedächtnis ist hier genauso überlebenswichtig wie ein gutes Reaktionsvermögen. Die Gegner kündigen durch ihre Animation an, welchen Angriff sie als nächstes ausführen und so muss sich reaktionsschnell an das passende Kontermanöver erinnert werden, um dieses im richtigen Moment mit der richtigen Tastenabfolge auszulösen. Timing ist hier wichtig, damit der Angriff nicht ins Leere geht. Im späteren Verlauf hat man es auch immer öfter mit mehreren Kontrahenten zu tun, von denen jeder Gegnertypus eigene Manöver zur Verfügung hat, auf die entsprechen reagiert werden muss. Diese verschiedenen Fähigkeiten charakterisieren die Gegner und machen sie einzigartig. Die Tester empfanden die Kämpfe daher als fordernd, abwechslungsreich und motivierend, aber nie unfair oder langweilig. Die schwierigen Passagen wurden als sportlicher Wettkampf wahrgenommen, bei dem es auf eine gute Hand-Auge-Koordination ankommt. Immer wieder spielten die Tester verschiedene Level neu, um sie letztlich erfolgreich zu meistern. Auch die Darstellung ist sehr cineastisch gestaltet, dass auch das Zusehen Spaß machte. Die enthaltenen Schleichpassagen wirken jedoch eher deplatziert, weil sie das Spieltempo drosseln und unglaubwürdig erscheinen.

Passende Atmosphäre
Das Spiel wird in einem thematisch passenden, in sich stimmigen Dark-Fantasy-Setting präsentiert. Bot der Vorgänger noch farbenfrohe Naturlandschaften mit vielen Grünflächen, spielen sich die Level hier vor allem in Innenbereichen ab. Diese sind in Schwarzweiß und Grautönen gehalten, so dass die roten Töne dazu stärker kontrastieren. Dies akzentuiert die Bluteffekte, mit denen im Spiel wie erwartet nicht gespart wird. Die Architektur ist scharfkantig, was Gefahr und Feindseligkeit vermittelt. Im Gegensatz zum ersten Teil sind Maschinen bzw. technische Details in das Design integriert. Dies gibt der Atmosphäre einen kühlen, moderneren Anstrich. Fans des Dark-Fantasy-Settings bekommen, was sie erwarten. Glücklicherweise verzichtet "Castlevania: Lords of Shadow 2" aber auch nicht auf gelegentliche Panoramen. Die Grafik ist nicht unbedingt zeitgemäß, aber künstlerisch ansprechend. Die PS3-Version leidet unter unangenehmem Kantenflimmern, auf dem PC ließ sich das per Treiber korrigieren und „aufhübschen“. Die orchestrale Musik passt wunderbar, unterstreicht noch einmal die filmische Inszenierung und ist nie aufdringlich: "Die Musik treibt einen dazu, weiterzuspielen" (Zitat Tester 16 Jahre). Zusammen schaffen diese Elemente eine glaubwürdige Atmosphäre und werten die abenteuerliche bis abstruse Hintergrundgeschichte auf. Die Atmosphäre zog die Tester von Anfang an ins Spiel und spiegelt die Gefühlswelt der Spielfigur wider (sofern man das bei einem Vampir überhaupt sagen kann).

Gewalthaltige Darstellungen
Bei der Wiedererweckung Draculas muss dieser durch Blut wieder zu Kräften kommen und wird mit einer Familie „gefüttert“. Dabei muss ein kleines Kind zusehen, wie Dracula ihren Eltern das Blut aussaugt - Eine Szene, die der Spieler aus der Ego-Perspektive erlebt und selbst initiieren muss. Auch wenn die Kamera danach ausblendet, wird durch den Schrei des Kindes klar, dass es auch zum Opfer wird. Im Spiel gibt es auch sonst überzogene Darstellungen von Blut und Gewalt, die auf Minderjährige verstörend wirken können. Allerdings gehört eine solche Präsentation klassisch zum Horrorszenario. Keinen der Spieletester hat es dazu bewogen, wegzuschauen oder sich vom Spiel abzuwenden. Ganz im Gegenteil zog der Titel einen Tester direkt in seinen Bann: „Die Geschichte hat mich motiviert. Es macht einfach Laune“ (Zitat Tester). Ein anderer Spieler kritisierte hingegen, dass es die ganze Zeit nur um dasselbe geht: „Springen und Monster killen.“ Auch wenn die Meinungen auseinander gingen, regte das Spiel dazu an, die dargestellte Realität im Spiel der tatsächlichen gegenüberzustellen und die Motive der Charaktere auf ihre Plausibilität hin zu untersuchen.

Fazit:
"Castlevania: Lords of Shadow 2" bedient vor allem Fans des Dark-Fantasy-Settings mit einem Faible für Vampirgeschichten. Das Spielprinzip ist unterhaltsam, leicht zugänglich und trotzdem anspruchsvoll. „Es lässt mich nicht mehr los und ist fordernd“ (Zitat Tester 16 Jahre). Obwohl der Schwierigkeitsgrad in der Voreinstellung sehr fordernd ist, waren sich die Tester einig, dass eine Menge Spielspaß verloren gehen würde, würde der Spieler zu sehr „an die Hand genommen werden“. Zudem kann zwischen vier verschiedenen Schwierigkeitsgraden gewählt werden, was eine Feinabstufung möglich macht. Leicht wird das Spiel aber auch im einfachsten Schwierigkeitsgrad nicht. Die Spieletester empfehlen das Spiel aufgrund der düsteren Thematik und der Gewalthandlungen gegenüber wehrlosen Personen nur erwachsenen Spielern.

 

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Spieletester
LUNA Sennestadt
Bielefeld
Bewertung Spielspass