Never Alone

Genre
Jump&Run
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
E-Line Media
Erscheinungsjahr
2014.11
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One, Wii U
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Xbox Live, Playstation Network, Steam, Nintendo eShop
Kurzbewertung
Serious Game, das Jump&Run-Elemente mit einer Dokumentation der Iñupiat-Kultur verbindet
Redaktion
Spielbar
www.spielbar.de
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Das Dorf des kleinen Iñupiat-Mädchens Nuna wird von einem tobenden Schneesturm heimgesucht. Um herauszufinden, was die Ursache dafür ist, bricht Nuna auf eine Reise durch den eisigen Norden Alaskas auf. Als sie von einem Eisbären bedroht wird, rettet ihr ein kleiner, weißer Polarfuchs das Leben und begleitet sie von da an auf ihrem Weg. Dabei treffen sie auf fremde Wesen, helfende Geister und bedrohliche Kreaturen.
Aufgebaut ist "Never Alone" wie ein typisches Jump&Run. Nuna und der weiße Fuchs hüpfen durch die von Eisschollen und Schnee dominierte 2D-Spielwelt, laufen vor Bären und Schurken davon und müssen kleinere Rätsel lösen. Dafür ist es notwendig, an den richtigen Stellen zwischen den beiden Figuren zu wechseln, da sie jeweils eigene Spezialfähigkeiten besitzen. Während Nuna mit einer Iñupiat-Waffe namens Bola Eis zerspringen lässt, ist der Polarfuchs in der Lage, höher zu klettern. Außerdem kann er Geister herbeirufen, die Nuna und den Fuchs beim Überwinden der Hindernisse helfen. Spielt man "Never Alone" im Koop-Modus übernimmt jeweils eine Person die Rolle von Nuna beziehungsweise vom Polarfuchs.
Mit jedem Spielfortschritt schaltet man filmische Dokumentationen zur Kultur der Iñupiat frei. Diese bringen den Spielenden einerseits Mythen der Ureinwohner Alaskas näher, andererseits geben die Videos Hintergrundinformationen zu bestimmten kulturellen Gegenständen, wie beispielsweise der Bola. Die Geschichte wird von einem Sprecher erzählt, der dafür Iñupiaq, die Sprache der Iñupiat, benutzt. Die Untertitel und Texte wurden alle ins Deutsche übersetzt.

Pädagogische Beurteilung:

Von Sarah Pützer auf www.spielbar.de

Spielerischer Einstieg
In "Never Alone" findet man leicht hinein. Muss man zunächst nur Nuna nach links oder rechts bewegen, kommen erst nach und nach weitere Fähigkeiten hinzu. Diese lernt man dank kurzen Tutorial-Anweisungen und kleinen Übungspassagen sehr schnell. Der Schwierigkeitsgrad steigt nur allmählich, sodass die Spielenden langsam an die Steuerung herangeführt werden.

Rätsel und Sprungpassagen
Die Rätsel folgen in den meisten Fällen dem Muster „wie komme ich von A nach B?“. Hier ist logisches Denken gefragt, indem man Kisten an die richtige Stelle verschiebt, Geister zum Leben erweckt und Gegner überlistet. So kommt man seinem Ziel Stück für Stück näher. Damit man die oftmals kniffligen Sprungpassagen besteht, braucht man viel Geschick und vor allem das richtige Timing. An manchen Stellen gelingt ein Sprung nur, wenn er genau im richtigen Moment ausgeführt wird. Scheitert man dennoch und Nuna oder der Fuchs fallen in die Tiefe, startet man direkt vor der Sprungpassage erneut. Speicherpunkte sind sehr großzügig verteilt, sodass sich hier bei den Spielenden auch nach mehrfachem Scheitern selten Frust einstellt. Eine begrenzte Anzahl an Leben oder ähnliches gibt es in dem Spiel nicht.

Spielen und Lernen
Als Serious Game möchte der Titel auch gleichzeitig die Spielenden informieren. Das Spiel verbindet daher eine Dokumentation der Iñupiat-Kultur mit einem fordernden Jump&Run. Nicht nur die Spielwelt ist von den zahlreichen Mythen und Sagen inspiriert, es gibt auch zusätzlich zahlreiche Videos, die über die Ureinwohner Alaskas informieren. Es handelt sich dabei größtenteils um persönliche Berichte der heutigen Iñupiat, die von Kindheitserinnerungen, ihrem Alltag und ihrer Lebenswelt handeln. Qualitativ sind die Videos sehr hochwertig und geben dem Volk selbst eine Stimme, statt Anthropologen und Forscher über sie sprechen zu lassen. Allerdings wirken die Videosequenzen von dem Spiel losgelöst und sind in das Geschehen nicht integriert.

Gemeinsames Spielen und Lesen
Die Geschichte wird in Inupiaq erzählt und auf Deutsch untertitelt. Um der Geschichte zu folgen, sind daher Lesekenntnisse erforderlich. Zudem enthält "Never Alone" einige Verfolgungssequenzen, die jüngere Kinder unter Anspannung setzen können. Der Koop-Modus bietet hier die Möglichkeit, dass Eltern gemeinsam mit ihrem Kind spielen und so über Verständnisprobleme oder spannende Passagen hinweghelfen können.

Fazit: 
"Never Alone" ist ein kurzes, dafür aber faszinierendes Jump&Run-Spiel, das Neugierde für die Iñupiat-Kultur weckt. Informationen zu den Iñupiat werden leider nicht interaktiv im Spiel, sondern in Videoform abgedeckt. Spielen Kinder mit Unterstützung ihrer Eltern, eignet sich "Never Alone" ab einem Alter von 8 Jahren.