Das geheimnisvolle Labyrinth von Schloss Balthasar

Genre
Denken / Geschick
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Ravenscourt
Erscheinungsjahr
2015.07
Systeme
PC
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Spieleableger der Maskottchen vom Europa-Park
Gruppenleiterin
Katrin Schmidt
Luna Sennestadt, HoT Schildesche
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Die aus dem Europa-Park bekannten Figuren Euromaus, Euromausi (heißen jetzt Ed und Edda), Eurofant, Böckli und Louis haben 2011 mit „Das Geheimnis von Schloss Balthasar“ den Sprung von Maskottchen zu digitalen Filmhelden gewagt. Nach vollem Erfolg erschien 2015 zum 40-jährigen Park-Jubiläum mit "Das geheimnisvolle Labyrinth von Schloss Balthasar" die Spieleumsetzung des Films für den PC.
Die fünf Freunde werden vom bösen Raben Nachtkrabb im Labyrinth von Schloss Balthasar eingesperrt und es liegt an ihnen, den Weg hinaus zu finden. Dabei hat jede Figur eine bestimmte Fähigkeit, die es zu nutzen gilt. Euromaus und Euromausi können Hebel umlegen, um verschlossene Türen und Tore zu öffnen. Der Eurofant kann im Weg liegende Gegenstände umpusten. Böckli, die Ziege, kann über Löcher springen und diese verschließen und Louis, der Hahn, kann mit seinem Schild Pfeile abwehren. Nun müssen die einzelnen Fähigkeiten geschickt eingesetzt werden, um alle sicher aus dem Labyrinth zu führen.
Alle Level teilen sich hierbei in 2 Abschnitte. Im ersten Abschnitt müssen die Tiere aus einem labyrinthartigen Raum befreit werden und im zweiten Abschnitt muss eine kaputte Brücke mit einem Kran geflickt werden.

Pädagogische Beurteilung:
Aller Anfang ist schwer
Das Spiel startet im Einzelspielermodus. Einen Mehrspielermodus gibt es nicht, jedoch können sich mehrere Spieler untereinander abwechseln. Zu Beginn kann ausgewählt werden, ob Euromaus oder Euromausi in das Abenteuer startet. Danach taucht auch schon der böse Rabe Nachtkrabb auf und verkündet: „Ihr kommt hier niemals heraus!“ Das erste Level ist zugleich die Einführung, die auch nicht übersprungen werden kann. Nacheinander werden in kurzen Spieleabschnitten die Fähigkeiten der einzelnen Charaktere erklärt und getestet.
Obwohl die Spieletester intuitiv mit WASD oder den Pfeiltasten der Tastatur spielen wollten, war schnell raus: gespielt wird mit der Maus. Mit der rechten Maustaste wird an die Stelle geklickt, wohin sich die Figur bewegen soll und mit der linken Maustaste wird die spezifische Fähigkeit, wie bspw. das Umlegen der Hebel, durchgeführt. Diese recht einfache Spielgestaltung kam zunächst nicht gut an: „Das ist ja voll langweilig, man muss ja nur Hebel drücken“ (Diana, 10 und Emilia, 9, KiJu Brake). Allerdings merkten die Spieler schnell, dass das Spiel doch nicht so einfach zu meistern ist. Denn schon eine kleine Verwechselung der beiden Tasten führt dazu, dass man den Hindernissen erliegt und von neu beginnen muss. Auch sind die Hindernisse nicht auf Anhieb zu erkennen, sodass die Testerinnen und Tester schnell in die Falle tappten.

Technische Umsetzung
Positiv fiel auf, dass die Texte der Figuren mit Synchronsprechern belegt wurden, sodass auch unsere Kleinsten (Elmira und Carolina, 6, JZ Kamp) direkt verstanden, von was die Spielgeschichte handelt. Allerdings wurden die Spieletipps und -hinweise nicht mit einer Synchronstimme besetzt. Hier ist es hilfreich, wenn zu Beginn noch ein Erwachsener dabei ist und das Spielgeschehen begleitet.
Ärgerlich empfanden unsere Testerinnen und Tester, dass sie immer wieder komplett von neu beginnen und die Erklärungen hören und lesen mussten, wenn sie Hindernisse übersahen. Die schon angespielten Charaktere konnten sie nicht überspringen. Das führte dazu, dass sie anfangs die Motivation verloren, um weiterzuspielen: „Das wiederholt sich ja die ganze Zeit“ (René, 9 ,KiJu Brake) und „Das ist zu schwer“ (Elmira und Carolina, 6, JZ Kamp). Ebenso negativ empfanden sie dadurch die wiederholten Textabschnitte: „Die Figuren haben zuviel geredet“ (Sandra, 13, JZ Kamp).
Dass zwischendrin gespeichert wurde, wurde nicht angezeigt und war nicht direkt ersichtlich. So stellten die Spieler erst im Nachhinein fest, dass sie den ersten Teil überspringen können, nachdem alle Figuren angetestet wurden – auch ohne das Ende zu erreichen. Mit diesem Wissen konnten sie den nächsten Abschnitt starten und die anfängliche Demotivation mit neuem Ehrgeiz ablegen.

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten, großer Spielspaß!
Als die Spieletesterinnen und -tester sich erstmal in das Spiel eingefunden hatten, waren sie davon begeistert. Sie lobten die Gestaltung der Figuren, beschrieben das Labyrinth ähnlich komplex wie in einer Pyramide und mochten es, die Wege für die anderen Tiere freizumachen. Stand die Euromaus/Euromausi z.B. vor einem Loch, musste die Ziege ausgewählt werden, über das Loch springen und dieses verschließen, damit die anderen Tiere darüber kamen. Mit jedem Levelfortschritt änderte sich der Schwierigkeitsgrad. Auch mochten sie die Abwechslung zwischen dem Labyrinth und dem Flicken der Brücken. So blieb es durchweg spannend, weiter zu spielen. 

Fazit:
"Das geheimnisvolle Labyrinth von Schloss Balthasar" ist ein gelungener Spieleableger der bekannten Europa-Park-Maskottchen. Zwar hat die anfangs eintönige Steuerung und die mehrfache Wiederholung des ersten Levels die Spieletesterinnen und -tester abgeschreckt, jedoch konnte das Spiel durch die liebevoll gestalteten Figuren, die hilfreichen Synchronstimmen und das knifflige Labyrinth begeistern. Denn es kommt nicht darauf an, wie geschickt man mit Controller, Tastatur oder Maus umgehen kann, sondern darauf, wie geschickt die einzelnen Figuren eingesetzt werden. Der Fokus liegt hierbei auf den eigenen Denkfähigkeiten.
Insgesamt wurde das Spiel von den Testerinnen und Testern im Alter von 6 bis 13 Jahren in den Punkten Grafik, Sound, Steuerung und Spielspaß überwiegend gut bewertet und für Freunde und Verwandte weiterempfohlen. Aufgrund der liebevollen Gestaltung der Figuren, der Geschichte und der eingesetzten Synchronstimmen würden sie das Spiel ab 6 Jahren empfehlen. Da allerdings nicht alle Texthinweise mitgesprochen werden, sollte zu Beginn ein Erwachsener das Spiel begleiten, wenn das Kind noch nicht so lesesicher ist.

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Spieletester
Kinder- und Jugendhaus Brake
Bielefeld
Bewertung Spielspass