Hamilton's Great Adventure

Genre
Denken / Geschick
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Fatshark
Erscheinungsjahr
2011.11
Systeme
PC, Playstation 3, Android
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Symphatischer Coop-Puzzler
Gruppenleiter
Dirk Poerschke
Game On/Two Kinderhilfezentrum Düsseldorf
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Wenn die Eltern abends ausgehen und der Opa den Babysitter macht, kann es abenteuerlich werden. Das letzte Mal versuchten Enkelin und Opa Flugballons aus Vorhängen und Kisten zu bauen. Diesmal ist Vorlesezeit. Opa war als junger Mann unter dem Namen Ernest Hamilton ein echter Abenteurer. Eines Tages wurde für ein Experiment mit dem Transmorphisierer das wichtige Bauteil Fluxatron gestohlen und Hamilton macht sich mit seinem Begleiter, dem Vogel Sasha, auf die Jagd nach dem Dieb. Die Spur führt zuerst zu den Yaltec Ruinen im Dschungel des Amazonas. Doch nicht nur das Fluxatron muss gefunden sondern auch ein uraltes Rätsel um einen verschwundenen Kontinent gelöst werden.

Pädagogische Beurteilung:
Ein Abenteurer stürmt doch voran
Das erste Level im Dschungel des Amazonas startet hoch oben in den Bäumen. Ein Labyrinth aus Brücken und Steinen liegt vor uns. In diesem Labyrinth sammelt Hamilton Münzen, Diamanten und Schlüssel, um den Ausgang aus dem Labyrinth zu finden. Sein Vogel Sasha sammelt Feenstaub, legt Schalter um und öffnet versteckte Schatztruhen. Die Tester hatten mit der leicht zugänglichen Steuerung keine Probleme und stürmten direkt los. Das war keine gute Idee. Manche Brücken sind aus morschem Holz und stürzen nach dem Verlassen in die Tiefe. Damit sind die Ausgänge aus den Labyrinthen nicht mehr zugänglich und das Level bricht ab oder manche Schätze sind nicht mehr erreichbar. Losstürmen geht also nicht. Hier kommen eher taktische Planung und Strategie zum Einsatz, zumal die Wege nicht nur mit morschen Holzbrücken versehen sind - es kommen im Laufe der schwieriger werdenden Level immer mehr Probleme hinzu. Mechanische Monster und Piranhas springen aus Pfützen oder Flüsse und Steine versperren den direkten Weg zum Ziel. Zudem wird jedes Level nach Abschluss in ein Ranking eingebunden. Hat man alles eingesammelt, schließt man das Level mit Excelsior-Abschluss ab. Nur Silber- oder Bronze-Abschlüsse haben die Tester ungern so stehen lassen. “Jetzt weiß ich wie es geht, nochmal von vorn!“ (Zitat Tester). Den Überblick zu behalten und ohne Stress den besten Weg zu finden, forderte die Spieler zum Teil ordentlich. Leicht nervig wurde das Spiel lediglich, als unser Vogel Sasha ständig von einem Helikopter-Papagei attackiert wurde. Die mittlere Maustaste löste nach einiger Zeit aber auch das Problem. 

Wir bleiben dran
Zum Glück werden die herausfordernden Level von ausreichenden Entspannungsphasen begleitet. Immer wieder werden die Spielabschnitte durch die fortlaufende Geschichte zwischen Opa und der Enkelin, rund um das Fluxatron und das verschwundene Königreich, unterbrochen. Das bringt zusätzliche Spannung in das gesamte Spiel und wird mit einigem Augenzwinkern erzählt. Das Spiel läuft jedoch leider ohne Sprachausgabe und die Verständlichkeit der Texte ist nicht unbedingt für jüngere Leseanfänger gegeben. Aber erfreulicherweise kommen die Texte ohne ein vorgegebenes Zeitfenster aus. Durch Eingabe mit der Maustaste kann man den eigenen Leserhythmus bestimmen.
Sooft meine Tester solche Zwischensequenzen in anderen Spielen eigentlich wegschalten, um sofort weiterzuspielen - bei Hamiltons Abenteuer blieben sie dran. Das kann zum einen an der spannend erzählten Geschichte sowie den netten Charakteren und zum anderen aber auch an der knappen Textmenge liegen. Unterlegt wird das Spiel von typischen Umgebungsgeräuschen und einer entspannenden Musik, die allerdings Geschmacksache ist. „So ein wenig wie die Rentnermusik bei Traumschiff in der Karibik” (Zitat Tester).

Nette Extras
Die 65 Level in vier Spielumgebungen müssen nicht alle gelöst werden. Nach einer überschaubaren Menge konnten die Tester einfach die Geschichte weiterverfolgen und später wieder zurückkehren, um dem Rest zu erledigen. Ein Inventar sammelt alle Informationen zur Geschichte, den Figuren im Spiel, der Steuerung und der erreichten Erfolge.
Das Beste fanden wir allerdings ziemlich spät heraus: Es gibt einen Coop-Modus. Hamilton und Sasha können über Keybord und Maus und einem Gamepad von zwei Spielern gesteuert werden. Für ein Puzzlespiel, bei dem Kinder doch einiges an Geduld mitbringen müssen, ist dies eine gute Sache, um gemeinsam zu spielen und sich auf eine Sache zu konzentrieren.

Fazit:
In "Hamilton's Great Adventure" werden Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Handlungsplanung der Kinder trainiert. Das erinnerte mich ein wenig an die Spiele zur Unterstützung von ADHS- Therapien. Im Spiel muss sich der Spieler zurücknehmen und Strategien entwickeln, ohne gelangweilt zu werden. Die gestellten Spielaufgaben sind nicht banal und die üppige Grafik sowie die teils unübersichtlichen Bildschirme sprechen die Konzentrationsfähigkeit, mit gut gesetzten Pausen, an. Der Coop-Modus ist ein wirklicher Pluspunkt für das Spiel. Aber nicht falsch verstehen, ein Therapeut entscheidet und empfiehlt die Techniken, Methoden, Spiele etc., die zu Hause als Training gemacht werden können. "Hamilton's Great Adventure" ist einfach ein solides Puzzle-Game, mit gutem Level-Design und einer charmanten Ästhetik.

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Spieletester
Game On/Two Kinderhilfezentrum Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass