Stardew Valley

Genre
Simulation
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Chucklefish Ltd.
Erscheinungsjahr
2016.02
Systeme
PC
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Steam
Kurzbewertung
Umfangreicher und faszinierender Farming-Simulator
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Hobbyfarmer
Sprache
Englisch, geschrieben
Grafik
2D Retro-Pixel Optik
Sound
beruhigend und atmosphärisch

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Spielfigur kann individuell gestaltet werden
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Planung, Zeitmanagement
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
Spielmechanik kann zu langen Spielzeiten verleiten
Redaktion, Gruppenleiterin
Linda Scholz
Spieleratgeber-NRW, OT St. Anna Ehrenfeld
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Spielbeschreibung:
Einen Bauernhof betreiben, Freundschaften mit Dorfbewohnern knüpfen und sich um seine Tiere kümmern - dieses Spielkonzept ist keine gänzlich neue Idee. Schon die Spiele der Harvest Moon Reihe behandelten diese Thematiken. Dennoch zieht Überraschungshit und Bauernhof-Simulation "Stardew Valley" aktuell viele Spieler in den Bann. Dies liegt unter anderem an der liebevollen Gestaltung, der leicht zugänglichen Spielmechanik und dem fast schon meditativen Gameplay, das dennoch nicht langweilig wird und alles andere als eintönig ist. 
Die Hintergrundgeschichte ist schnell erklärt: Die wahlweise männliche oder weibliche Spielfigur hat genug vom Leben in der Großstadt und dem tristen Bürojob und nimmt die Einladung des Großvaters an, auf das Land zu ziehen und auf dem verwitterten Bauernhof ein neues Leben als Farmer zu beginnen. Auf diesem angekommen gilt es, den Hof aufzuräumen, Felder zu beackern, Pflanzen zu säen und zu ernten. Nach und nach können auch neue Gebäude wie beispielsweise ein Stall errichtet werden, um Nutztiere zu halten. Und auch Freundschaften mit den ansässigen Dorfbewohner sind wichtig, da diese einen regelmäßig mit Aufgaben versorgen. Außerdem kann auch gekämpft werden, denn in der Mine warten kleine Monster und Gegner, aber auch Mineralien, die abgebaut werden können.

Pädagogische Beurteilung:
Säen und ernten
Augenscheinlich liegt das Hauptaugenmerk von "Stardew Valley" auf dem Pflanzen, Gießen und Ernten von Blumen, Gemüse und Früchten. Saatgut kann im hiesigen Dorfladen gekauft und auf der Farm angepflanzt werden. Danach ist tägliches Gießen wichtig, um die Pflanzen anschließend zu ernten und am Ende mit Gewinn zu verkaufen. Es gibt also einiges zu tun, jedoch hat der Spieler hierfür nur begrenzte Zeit zur Verfügung. Denn wie im echten Leben läuft die Uhrzeit des Tages (jedoch wesentlich schneller als in der Realität) und sobald es Nacht wird, sollte man die Spielfigur ins Bett schicken. Daher müssen die Aktionen, die man an dem Tag abarbeiten will, auch genau geplant werden. Hat man fast den kompletten Tag im Spiel auf der Farm gearbeitet, sollte man beispielsweise einen Ausflug in die Minen auf den nächsten Tag verschieben. Außerdem wechseln die Jahreszeiten im Spiel. Jede der vier Jahreszeiten dauert genau 28 Tage und in jeder Jahreszeit können andere Pflanzen angebaut werden. Da jedoch auch die Pflanzen eine gewisse Zeit brauchen, bevor sie geerntet werden können, muss auch hier geplant werden. Im schlimmsten Fall ist die Pflanze am letzten Tag der Jahreszeit noch nicht reif und wird dann mit dem Jahreszeitenwechsel schlecht. 

Kämpfen und Rohstoffe abbauen
Ein weiteres zeitaufwändiges Aufgabenfeld ist die Mine. Dort gilt es, durch das Besiegen von Gegnern oder den Abbau verschiedener Steine und Mineralien Treppen zu finden, die eine Ebene weiter hinunter führen. Umso weiter man in die Tiefen vordringt, umso seltenere Mineralien und Rohstoffe können gefunden werden. Allerdings werden auch die Gegner gefährlicher und man muss auf seine Energie- und Ausdaueranzeige achten. Die Ausdauerleiste zeigt an, wie viele Aktionen die Spielfigur noch ausführen kann, bevor sie erschöpft zusammenbricht. Jede Aktion wie Gießen oder Zuschlagen mit der Axt oder Hacke kostet Ausdauerpunkte. Die Energieleiste hingegen zeigt die Lebensenergie an, die bei jedem Treffer von Feinden oder Monstern sinkt. Zusätzlich läuft auch in der Mine die Zeit weiter. Daher muss darauf geachtet werden, dass die beiden Leisten nicht auf null sinken und es auch nicht zu spät wird, damit die Spielfigur noch rechtzeitig nach Hause und ins Bett kommt. Schafft man einen dieser Faktoren einmal nicht, wacht die Spielfigur daheim oder im Krankenhaus auf, hat Geld und/oder Gegenstände verloren und an diesem Tag stehen weniger Ausdauerpunkte zur Verfügung.

Häuser bauen und Tiere füttern
Das Sammeln von Rohstoffen ist ein wichtiger Faktor, um im Spiel voranzukommen. Neben Holz und Steinen müssen allerhand verschiedene Objekte gesammelt werden, um Rezepte zu kochen oder Objekte zu craften. Craften bedeutet, dass Gegenstände (wie Zäune, Sprinkler oder Ähnliches) aus verschiedenen Rohstoffen hergestellt werden. Zudem können durch Geld und Rohstoffe nicht nur das eigene Haus vergrößert, sondern auch Farmgebäude gekauft werden. In diesen können dann Hühner, Kühe und weitere Tiere platziert werden, um die sich jedoch auch gekümmert werden muss, damit der Spieler Eier oder Milch erhält. 
Hat man genug von seiner Farm, kann man auch einfach durch die Gegend spazieren, Fische fangen, wilde Beeren oder Blumen sammeln und das Dorf erkunden. 

Heiraten und Kinder kriegen
Obwohl der Spieler mit der Farm, den Tieren und den Kämpfen in der Mine bereits einiges zu tun hat, sollte er auch versuchen, sich mit den Dorfbewohner gut zu stellen. Durch einfache Gespräche und kleine Geschenke steigt der Freundschaftsrang. Doch nicht jeder Bewohner freut sich über die gleichen Präsente. So gilt es herauszufinden, welche Figur welche Art von Geschenken bevorzugt. Ab und an stellen die Bewohner auch Aufgaben an den Spieler. Dann hat man einen gewissen Zeitraum, um der jeweiligen Person eine Frucht, Blume, ein Gemüse, einen Fisch oder etwas anderes zu bringen. 
Zehn der Dorfbewohner sind Single und können bei hohem Freundschaftswert auch geheiratet werden. In diesem Fall zieht der Ehepartner mit auf den Bauernhof, hilft bei der Farmarbeit und das frisch gebackene Ehepaar kann auch Kinder bekommen. Hierbei können übrigens auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten und Kinder adoptieren. Der Spieler hat also zwischen allen heiratswilligen Figuren die Wahl, unabhängig davon, welches Geschlecht er spielt.

Und warum das Ganze?
"Stardew Valley" verfügt über kein wirkliches Spielziel. Auch wenn es Spieler oder Nicht-Spieler gibt, die in jedem Spiel einen Sinn suchen, gibt es einige, die nur dafür da sind, um gespielt zu werden. "Stardew Valley" gehört dazu.
Letztlich sind auch Spiele Geschmackssache und jeder kann sich eigene Ziele setzen und versuchen, diese zu erreichen. Diese können sein mit allen Bewohner einen vollen Freundschaftsrang zu bekommen, alle seltenen oder legendären Fische zu fangen, alle Stardrop-Früchte zu finden oder eine logistisch perfekte Farm zu errichten. Das einzige Ziel, das einem mehr oder weniger durch die Geschichte vorgegeben wird ist das Bürgerhaus zu sanieren. In diesem haben sich kleine Geister eingenistet, denen man bestimmte Objekte als Geschenke bringen kann, um Belohnungen zu erhalten. Sind alle diese Aufgaben erfüllt, erstrahlt das Bürgerhaus in neuem Glanz – das Spiel ist dadurch aber natürlich nicht vorbei.

Fazit:
Der Farming-Simulator klingt relativ simpel, überzeugt aber durch eine hohe Komplexität, viele verschiedene Möglichkeiten und eine liebevolle Gestaltung. Die Grafik erinnert an Spieleklassiker der Ära des Super Nintendo und auch die Musik ist einfach, aber passend. "Stardew Valley" scheint nicht viel Action oder Spannung zu bieten und lädt zum Zeitvertreib für Zwischendurch ein. Doch erst mit dem Spielen wird deutlich, wie clever die Aufgaben miteinander verknüpft sind und ehrgeizige Spieler packt schnell die Ambition, die Tiergehege zu vergrößern, den Freundschaftsrang zu steigern, noch tiefer in die Mine vorzudringen, eine Nebenaufgabe zu erledigen, einen seltenen Fisch zu fangen oder oder oder ... Gerade dadurch kann es hier vorkommen, dass Spieler die Zeit vergessen und aus einem kurzen Spiel sehr lange Spielphasen werden - auch wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheint. Daher empfehlen wir das Spiel ab 10 Jahren, insofern das Interesse für das Genre da ist und die Sprache kein Hindernis darstellt. Denn bisher wird der komplette Text im Spiel nur auf Englisch in geschriebenen Dialogen und Textblöcken erzählt. Ein Patch, um die Texte auf Deutsch zu übersetzen ist geplant.