Yo-Kai Watch

Genre
Rollenspiele
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Nintendo
Erscheinungsjahr
2016.04
Systeme
Nintendo 3DS
System im Test
Nintendo 3DS
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Liebevoll gestaltetes Rollenspiel mit interessantem Kampfsystem
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Rollenspielbegeisterte auf der Suche nach einem neuen Abenteuer
Sprache
Komplett auf Deutsch, teilweise vertont, einfach gehalten mit viel Witz
Grafik
Comic/Animestil, farbenfroh, kindgerecht, ansprechend, detailreich
Sound
Ansprechender Soundtrack, untermalt gelungen die Geschehnisse

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Mädchen oder Junge als Hauptcharakter auswählbar, die verschiedenen Charaktere in der Stadt, mit denen man interagiert
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Der Anfang des Spiels gestaltet sich noch sehr leicht aber mit längerer Spieldauer wird es zunehmend schwerer
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
Es ist zuweilen sehr schwer an einige Bonusinhalte im Spiel ranzukommen, da diese nur durch Streetpass und mit Glück zugänglich werden können, einige Yo-Kai sehen gruselig aus
Redaktion, Gruppenleiterin
Karolina Albrich
Spieleratgeber-NRW, Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4Screenshot 5

Spielbeschreibung:
Der Spieler wählt zu Beginn, ob er ein Mädchen oder ein Jungen spielen möchte. Im Anschluss gibt er seiner Spielfigur einen Namen und stürzt sich schon ins Geschehen. Es sind Sommerferien; alles ist wunderbar grün und die Kinder der Nachbarschaft spielen gemeinsam in den vielen Parks der Umgebung. Eine Gruppe Freunde wetteifert, wer die seltensten und größten Käfer fangen kann. Alles beginnt damit, dass die Hauptfigur in einem Waldstück hinter dem Schrein seiner Nachbarschaft auf der Suche nach besonders seltenen Käfern ist. Da sie ihre Freunde beeindrucken möchte, geht sie immer weiter in den Wald hinein, bis sie zu einem besonders hochgewachsenen Baum gelangt. Vor dem Baum entdeckt sie einen alten Automaten. Nun geschieht etwas seltsames; der Automat scheint zur Hauptfigur zu sprechen und fordert sie auf, Geld hineinzuwerfen. Die Hauptfigur lässt ihrer Neugier freien Lauf, steckt eine Münze hinein und dreht den Knopf des Automaten einmal um. Heraus fällt eine Kapsel, die sie sogleich öffnet. Aus der Kapsel steigt eine geisterhafte Kreatur und stellt sich sogleich vor; sein Name ist Whisper und er sei ein Yo-Kai! Da er sehr erleichtert ist, nach so vielen Jahren endlich aus dem Automaten befreit worden zu sein, möchte er sich revangieren, indem er ab sofort der geisterhafte Butler für die Hauptfigur sein möchte und händigt dieser eine besondere Uhr aus; die namensgebende Yo-Kai Watch! Mit ihr wird es möglich, die Yo-Kai in der Menschenwelt aufzuspüren und diese sichtbar zu machen. Von nun an beginnt ein großes Abenteuer. Zunächst freundet sich die Hauptfigur mit zahlreichen Yo-Kai an und wird nach und nach in das Spiel eingeführt. Doch immer häufiger spielen sich komische Ereignisse ab, die sowohl die Menschenwelt als auch die Welt der Yo-Kai bedrohen. Kann der Spieler beide Welten vor Unheil bewahren?

Pädagogische Beurteilung:
Die Yo-Kai
Yo-Kai sind geisterhafte Wesen, die aus einer Parallelwelt (die Yo-Kai World) in unsere Menschenwelt gelangen können und dort für Tumult sorgen. Für gewöhnlich können Menschen die Geister nicht sehen, dies wird erst durch die Yo-Kai Watch möglich; durch sie hindurch betrachtet, kann man die Wesen sehen. Jeder Yo-Kai hat einen eigenen Charakter und damit einhergehend spezielle Fähigkeiten. Yo-Kai können Menschen sowie andere Yo-Kai beeinflussen, dies wird im Spiel „beseelen" genannt; der Yo-Kai Jammsel sorgt beispielweise dafür, dass der von Jammsel Beseelte sehr wehleidig wird, viel jammert und generell sehr unglücklich wird, während der Yo-Kai Leodrio dafür sorgt, dass der Beseelte plötzlich vor Energie sprüht und mehr als leicht mit der Arbeit des Tages fertig wird.
Jeder Yo-Kai ist also einzigartig, was auch in der Spielmechanik gut umgesetzt wird. Ein Team besteht aus sechs Yo-Kai. Um das Abenteuer zu bewältigen, muss der Spieler sich mit den unterschiedlichen Werten, Eigenschaften und Fähigkeiten der Yo-Kai auseinandersetzen. Zum einen werden die Yo-Kai in 8 Yo-Kai-Stämme unterteilt. Setzt man Yo-Kai aus dem gleichen Stamm im Team nebeneinander, erhöht sich im Kampf deren Geschwindigkeit. Zweitens ist es immer ratsam, ein ausgeglichenes Team aufzustellen, in dem sowohl heilende Yo-Kai vertreten sind, als auch solche, die angreifen oder verteidigen. Hier sind durchaus planende Techniken vonnöten.
Um einen Yo-Kai in seinem Team aufnehmen zu können, muss man sich mit ihm anfreunden. Hierfür tritt man mit seinem Yo-Kai Team gegen ihn an. Mit ein wenig Glück bietet er dem Spieler seine Freundschaft an, nachdem man ihn besiegen konnte. Man kann die Chancen durch verschiedene Möglichkeiten erhöhen, dennoch ist es im Endeffekt Glückssache, ob der Yo-Kai sich dem Spieler anschließt oder nicht. Häufig benötigt es mehrere Anläufe, Yo-Kai zu rekrutieren. Dies ist bei einigen seltenen Yo-Kai sehr mühsam und zerrt an der Frustrationstoleranz des Spielers. Insgesamt kann man im ersten Teil der Serie (denn es sind bereits weitere Spiele geplant und auch schon in Japan erschienen) 223 Yo-Kai rekrutieren. Grundsätzlich machen die geisterhaften Wesen das Spiel sehr charmant, da diese liebevoll und lustig gestaltet sind und sogar eigene Synchronisationen bekommen haben.

Die Spielwelt
Den Spieler erwartet eine riesige Spielwelt, die ihm nach und nach geöffnet wird. Die Stadt Lenzhausen ähnelt optisch dem japanischen Baustil, wie es aus anderen Spielen, Animes oder Mangas bekannt ist. Der Spieler kann sich frei in den verschiedenen Stadtteilen bewegen und sich ganz seinem Erkundungsdrang hingeben. Es gibt unglaublich viel zu entdecken, da in der ganzen Stadt Items und Yo-Kai versteckt sind und es eine Fülle an Sidequests gibt, denen man neben der Hauptstory nachgehen kann. Die Spielwelt ist rundum kindgerecht gestaltet und sehr liebevoll und detailreich. Durch die Fülle an Haupt- und Nebenaufgaben und die Vielfalt der Welt, wird dem Spieler nicht so schnell langweilig, die Langzeitmotivation wird aufrecht erhalten und besonders Spieler, die Freude an dem Explorieren ihrer Spielwelt haben, kommen bei "Yo-Kai Watch" auf ihre Kosten. Insgesamt stellt "Yo-Kai Watch" auf jeden Fall einen gelungenen „Spielraum" für Kinder und Jugendliche dar.

Das Kampfsystem
Das Spiel verwendet ein rundenbasiertes Kampfsystem mit aktivem Spielereingreifen. Grundsätzlich führen Yo-Kai eigenständig Aktionen aus, je nachdem was sie für einen Charakter haben. Einige greifen also von Zeit zu Zeit automatisch an, während sich andere regelmäßig verteidigen oder den Gegner beseelen, um so dessen Werte zu senken und ihn schwächer zu machen. Was für Aktionen ein Yo-Kai einsetzt, lässt sich durch den Spieler in einem gewissen Maße lenken, da er durch das Einsetzen von Items den Charakter eines Yo-Kai verändern kann und somit auch die Tendenz, dass der Yo-Kai eine Aktion ausführt, die von dem Spieler gewünscht ist. Möchte der Spieler also, dass der Yo-Kai häufig angreift, verändert er den Charakter so, dass dieser eine Tendenz entwickelt, anzugreifen. Genauso funktioniert dies auch mit allen anderen Aktionen, die im Kampf zur Verfügung stehen. Ein Teil des Kampfsystems entzieht sich also der Kontrolle des Spielers.
Nun ist es jedoch so, dass der Spieler auch aktiv ins Kampfgeschehen eingreifen kann. Dies kann er durch Mini-Spiel-Events innerhalb des Kampfes. Jeder Yo-Kai hat eine besonders starke Spezial-Attacke, die „Ultiseel-Attacke". Um diese zu aktivieren, muss der Spieler eben genannte Mini-Spiel-Events meistern. Diese unterscheiden sich zufällig; zum Beispiel muss der Spieler Muster mit dem Nintendo 3DS Stift nachzeichnen, um die „Ultiseel-Attacke" zu aktivieren. Dies ist jedoch nur ein Beispiel, denn es gibt verschiedene Mini-Spiel-Events innerhalb eines Kampfes. Nachdem die Attacke ausgeführt wurde, muss sich diese erst wieder einige Zeit aufladen, um erneut eingesetzt zu werden. Gleiches gilt für den Fall, dass ein Yo-Kai des eigenen Teams von einem gegnerischen Yo-Kai beseelt wurde und so nur noch eingeschränkt einsetzbar ist. Ist dies der Fall, muss man seinen Yo-Kai reinigen und ebenfalls kleine Mini-Spiel-Events absolvieren. Ist das Mini-Spiel-Event erfolgreich absolviert, ist der Yo-Kai gereinigt und im Kampfgeschehen wieder normal einsetzbar. Des Weiteren kann der Spieler durch den Einsatz zahlreicher Items einen Einfluss auf das Kampfgeschehen nehmen; so gibt es unterschiedliche Talismane, die er einsetzen kann, um zum Beispiel das Tempo eines bestimmten Yo-Kai zu steigern oder aber verschiedenen Heil-Items, die entweder die „Ultiseel-Attacke" oder die Lebensanzeige des Yo-Kai wieder auffüllen. Ist die Lebensanzeige eines Yo-kai aufgebraucht, wird dieser sozusagen ohnmächtig und kann keine Aktionen mehr ausführen.
Grundsätzlich gibt es sehr viel relevantes beim Kampfsystem zu beachten und es kann für Kinder und Jugendliche sehr kompliziert sein, alle Faktoren gewinnbringen zu beeinflussen und sich mit diesen auseinanderzusetzen oder sich diese überhaupt bewusst zu machen. Dadurch, dass die Yo-Kai jedoch auch eigenständig Aktionen durchführen, können auch Anfänger oder jüngere Spieler Kämpfe erfolgreich bestreiten. Schwierig wird es erst bei Boss-Gegnern, da diese mehr Spielerfahrung und Können erfordern.

Gewaltdarstellung im Spiel
Die Geschichte und die Darstellung sind sehr kindgerecht gehalten. Zwar wird im Spiel regelmäßig gekämpft, jedoch wird dies durch mehrere Maßnahmen kindlich gestaltet. Zum einen sind Yo-Kai geisterhafte Wesen, die zwar besiegt werden, aber nicht sterben können. Sie „verpuffen" einfach in einer Wolke lilafarbenen Rauchs und der Spuk ist nicht nur sprichwörtlich gesehen vorbei. Zum anderen kann sich der Spieler mit allen besiegten Yo-Kai potentiell anfreunden, was ebenfalls unterstreicht, dass Yo-Kai nicht sterben können und es sich mehr um eine Art „Geistervertreibung" als um das „Eliminieren" der gegnerischen Yo-Kai handelt. Von der Darstellung her ist die gesamte Welt sehr friedlich inszeniert und auch das Aussehen der Yo-Kai selbst ist meist niedlich, verspielt und kindgerecht. Es gibt zwar einige der Wesen, die gruselig aussehen, aber diese bilden nur die Ausnahme. Weshalb der Punkt der Gewaltdarstellung dennoch in dieser Beurteilung angeführt werden muss, ist folgender: sobald ein bestimmter Punkt im Spiel erreicht wurde, kann es jeder Zeit passieren, dass der Spieler mit einem besonders starken Yo-Kai konfrontiert wird. Dies ist der gefährliche Gargaros, dem man in der sogenannten „Schreckenszeit" begegnen kann. Die Schreckenszeit ist ein zufälliges Ereignis im Spiel, welches in zufälligen Abständen immer wiederkehrt. Während der Schreckenszeit ist die gesamte Stadt düster in Schwarz-, Weiß- und Grau-Tönen gehalten und der Spieler wird von eben jenen gefährlichen Yo-Kai verfolgt und muss so schnell wie möglich fliehen und einen sicheren Punkt auf der Karte finden, um die Schreckenszeit zu beenden. Wird der Spieler von Gargaros eingeholt, greift dieser ihn sogleich an. Da der Yo-Kai so stark ist, wird der Spieler meist direkt besiegt. Erst nach einer langen Spielzeit wird es möglich, auch Gargaros zu besiegen. So lange muss sich der Spieler vor ihm und der Schreckenszeit fürchten, da diese wirklich bedrohlich wirken kann. Grundsätzlich birgt sie jedoch keine wirkliche Gefahr, da der Spieler nach einem K.O. durch Gargaros einfach wieder in seinem Bett aufwacht und es sich als ein böser Albtraum herausstellt.

Fazit:
"Yo-Kai Watch" ist ein sehr facettenreiches Spiel, das viel Zeit in Anspruch nehmen kann. Obwohl es zu Beginn sehr leicht und kindgerecht wirkt, wird im Verlauf immer deutlicher, wie komplex das Spiel doch ist. Daher empfiehlen wir das Spiel für Kinder ab 10 Jahren. Gute Lesefähigkeiten sollten vorhanden sein, jedoch wurden auch einige Passagen synchronisiert. Prinzipiell können auch Kinder ab 6 Jahren bereits Freude am Spiel finden, nur werden Kinder in dem Alter nicht von allen Möglichkeiten des Spiels profitieren. In schwierigen Boss-Kämpfen ist eine gute Beobachtungsfähigkeit gefragt, durch die sich die Schwachstellen der Boss-Gegner ausmachen lassen. Zudem ist eine gute Koordinations- und Reaktionsfähigkeit förderlich.

Beurteilung der Spieletester zuklappen
Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass

"Die Steuerung wurde gut erklärt! Und der Spielsound hat mir gut gefallen." (Leon, 13 Jahre)

"Manche Yo-kai sehen sehr lustig aus" (Joel, 13 Jahre)

"Die Mini-Games im Kampf sind gut, weil man mit dem Stift auch mal was machen muss." (Leon , 13 Jahre)