Inside

Genre
Jump&Run
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Playdead
Erscheinungsjahr
2016.06
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Xbox Live, Playstation Network, Steam
Kurzbewertung
Kunstvolles und tiefsinniges Jump&Run
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans von tiefsinnigen Indie-Games
Sprache
Deutsch
Grafik
Kunstvolle 2,5D-Gestaltung
Sound
Atmosphärische Soundkulisse mit wenig musikalicher Untermalung

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Einsamer Junge, der vor einer Übermacht flüchtet
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Knobeln, Hand-Auge-Koordination
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
Bedrückende Atmosphäre, die düster und beklemmend wirkt
Redaktion
Daniel Heinz
Spieleratgeber NRW
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Spielbeschreibung:
Der geistige Nachfolger des beliebten Indie-Games Limbo versetzt den Spieler in eine dystopische und bedrückend gestaltete Welt. Der Spieler übernimmt ohne jegliche Vorgeschichte die Steuerung eines kleinen Jungen in einem Wald. Schon nach wenigen Schritten wird klar: Er ist auf der Flucht. Männer mit Taschenlampen in LKWs suchen nach ihm, begleitet vom Bellen der Spürhunde. Doch wer sind die mysteriösen Verfolger? Warum haben sie es auf ihn abgesehen? Und wohin geht die Reise?

Pädagogische Beurteilung:
Einfach zu handhaben

Das Spiel konnte selbst von unerfahrenen Spielern schnell bedient werden. Denn eigentlich gibt es nur die Pfeiltasten für die Fortbewegung sowie eine Sprung- und eine Aktionstaste. Mit Letzterer gilt es beispielsweise Kisten zu verschieben oder Hebel zu ziehen. Zwar kann das Spiel weder gespeichert noch der Schwierigkeitsgrad verringert werden, dafür startet der Junge nach jedem Scheitern wieder an einem nahen Punkt und kann die Situation beliebig oft wiederholen.

Bedrückende und spannende Atmosphäre
Wer den Vorgänger Limbo kennt, entdeckt nur leichte Stilunterschiede. War die Umgebung im Erstlingswerk noch auf die Farben Schwarz und Weiß beschränkt, so kommen hier dezente Farbtöne hinzu. Die Gestaltung wurde von allen als atmosphärisch und künstlerisch beschrieben. Während der Junge im Vordergrund läuft, schwimmt, hüpft, Hebel zieht und Gegenstände verrückt, werden im Hintergrund oft Szenen gezeigt, die einen Rückschluss auf die Handlung bieten. Da fahren Autos eine Brücke entlang, Menschen suchen die Gegend mit Taschenlampen ab, es werden scheinbare Experimente an Lebewesen durchgeführt u.v.m. Dieser Stil veranlasste die Tester des Öfteren innezuhalten und die Umgebung zu beobachten. Die sich dadurch langsam entwickelnde Handlung hat es in sich und bleibt bis zum Ende spannend – obwohl im Spiel kein Dialog vorkommt. Dass die Handlung gespickt ist mit gesellschaftskritischen Anspielungen auf Konsum und Überwachung, gefiel den älteren Testern besonders gut.

Simple, aber abwechslungsreiche Rätsel
Im Spiel wechseln sich ruhige Rätselphasen mit Actioneinlagen ab. Wobei es sich bei Letzterem nicht um Kämpfe, sondern vorwiegend um zeitkritische Fluchtsequenzen handelt. Da wird der Junge von Männern mit Taschenlampen oder bissigen Hunden gejagt, wobei es ihm manchmal erst nach mehreren Versuchen gelingt, zu entfliehen. Während zahlreiche Spiele immer wieder ähnliche Rätselsituationen bieten, sind die Herausforderungen hier zwar nicht sonderlich fordernd, dafür ausgesprochen abwechslungsreich gestaltet. Mal gilt es die Umgebung klug ausnutzen, mal muss um die Ecke gedacht oder es müssen physikalische Rätsel gelöst werden. Oft bestehen die Bereiche aus mehreren Ebenen und nicht selten muss sich der Junge schwimmend fortbewegen und zeitkritische Herausforderungen bestehen. Besonders gut kamen Rätsel an, bei denen der Spieler die Kontrolle über sich im Hintergrund befindliche Menschen übernimmt und dabei mehrere Figuren zeitgleich zielführend steuern muss.

Plattformer für Ältere
Zwar ist das tiefsinnige Spiel abstrakt und künstlerisch gestaltet, dennoch kann der Spieler durch die zweidimensionale Perspektive einen gewissen Abstand zum Geschehen einnehmen. Die inszenierte Gewalt ist stellenweise drastisch. So schrecken die Spielehersteller nicht davor zurück, die Figur des Jungen auf grausame Weise ums Leben kommen zu lassen. Danach geht es zwar direkt wieder vom letzten Speicherpunkt weiter, doch die durchgängig bedrückende Atmosphäre kann sensible Jugendliche unter 14 Jahren verunsichern. Zudem erfordert das Geschehen eine gewisse Reflektionsfähigkeit und die Bereitschaft, sich auf ein kunstvolles, tiefgründiges Erlebnis einzulassen. Actionfans hatten dazu eher wenig Interesse.

Fazit:
Ein kunstvoll designtes Spiel ohne Worte und mit wenigen Klängen, welches es schafft, auf subtile Art und Weise ein Gefühl der Bedrückung zu vermitteln. Dabei werden gesellschaftliche Fragestellungen spielerisch behandelt. Die Actioneinlagen beschränken sich auf Fluchtsequenzen und die Rätsel sind zwar wenig fordernd, gestalten sich aber dafür umso abwechslungsreicher. Dass die Handlung schon nach wenigen Stunden vorbei war, wurde aufgrund des durchgängig intensiven Spielerlebnisses nicht weiter kritisiert.

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Spieletester
Ü16 Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass