Enderal

Genre
Rollenspiele
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
SureAI
Erscheinungsjahr
2016.07
Systeme
PC
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Faszinierendes, umfangreiches, von Fans entwickeltes Rollenspiel
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Interessant für
Rollenspieler
Sprache
Deutsch, vertonte Dialoge
Grafik
Ansprechend und abwechslungsreich
Sound
Musik und Dialoge wurden eigens entwickelt

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Wahlweise männlicher oder weiblicher Spielheld
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Geduld, Hand-Auge-Koordination
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
komplexe Handlungsstränge, kämpferische Auseinandersetzungen
Redaktion
Daniel Heinz
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Auf das für Einzelspieler ausgelegte 3D-Rollenspiel "Enderal" haben viele Jugendliche gewartet. Es handelt sich um eine Mod von The Elder Scrolls V: Skyrim, die von Fans für Fans kreiert wurde. Sie basiert auf der gleichen technischen Grundlage, doch ansonsten ist alles neu. So kann eine eigene und offene Spielwelt erkundet werden, die sich durch eine eigene Geschichte, Götter, Religionen, Traditionen, Mythen und Sagen kennzeichnet. War Skyrim noch ein verschneit-eisiges Gebiet, können hier unterschiedlich gestaltete Landschaften mit verschiedenen Klimazonen entdeckt werden. "Enderal" kann sogar kostenfrei heruntergeladen und gespielt werden – eine gekaufte Skyrim-Version wird allerdings vorausgesetzt.
In der Geschichte geht es um einen weiblichen oder männlichen Helden, der von seltsamen Visionen heimgesucht wird. Zudem kursiert eine merkwürdige Krankheit: Die Toten erheben sich aus ihren Gräbern, das Land wird von Bürgerkriegen heimgesucht und es herrscht das Gerücht, die Götter seien tot.

Pädagogische Beurteilung:
Was ist eine Mod?

Hierbei handelt es sich um die Abkürzung für den Begriff „Modifikation“. In Spielerkreisen werden so Erweiterungen bzw. Veränderungen eines Computerspiels bezeichnet, die überwiegend durch ambitionierte Fans (den sogenannten „Moddern“) in Hobbyprojekten entstehen. Viele Mods sind inzwischen auch über die Fangemeinde des zugrundeliegenden Spiels hinaus bekannt und beliebt. Das prominenteste Beispiel ist wohl Counter-Strike, das auf dem kommerziellen Shooter Half-Life basiert.
Einige Mods erweitern das Repertoire an benutzbaren Gegenständen, verbessern die grafische Darstellung oder merzen störende Programm- bzw. Dialogfehler aus. Andere Mods stellen das Spielprinzip gänzlich auf den Kopf und lassen vollkommen neuartige Erlebniswelten entstehen. Letzteres wird auch „Total Conversion“ genannt. Und "Enderal" ist ein Paradebeispiel dafür, mit welchem Engagement Fans in ihrer Freizeit zu Werke gehen, wenn sie ein solches Projekt stemmen wollen. Laut Entwicklerangaben wurden insgesamt sagenhafte 30.000 Stunden Entwicklungszeit in das Abenteuer investiert. "Enderal" ist zudem kostenlos und benötigt nur eine (legale) Version von Skyrim.

Auf die Fähigkeiten kommt es an
Anders als in Skyrim verbessert der Spieler seine Talente in Kampf, Diebeskunst und Magie nicht durch deren Anwendung. Stattdessen wird nach einem Stufenaufstieg durch erfolgreiche Aufträge und Kämpfe in die gewünschten Fähigkeiten investiert. Nach und nach erlernt der Spieler so dutzende unterschiedliche Fähigkeiten. Dabei kann sich die Spielfigur recht freiheitlich entwickeln. So hat ein magiebegabter Bogenschütze die gleiche Existenzberechtigung wie ein diebischer Schwertkämpfer oder ein keulenschwingender Beschwörer. Dieses Prinzip erlaubt eine vielfältige, individuelle Spielweise und ist auch für Rollenspielneulinge schnell erfassbar. "Enderal" zeigt dem Spieler immer auf, wofür der Held noch zu schwach ist. So gibt es Bereiche, in denen die dort lauernden Gegner schlicht zu gefährlich sind. Diese nach einigen Levelaufstiegen und gewonnenen Fähigkeiten wieder aufzusuchen und die Kämpfe nun erfolgreich zu bestehen, gab den Spieletestern einen Motivationsschub.

Eine Frage des Alters
Auf dem Weg erwarten den Spieler kleine Dörfer und Städte und in Verliesen (Dungeons) können oft seltene Waffen und Rüstungen ergattert werden, die, zu einem kompletten Set verbunden, besonders mächtig sind. Auch das ein oder andere Rätsel erwartet den Spieler auf seiner Erkundungstour, allerdings stehen die Gefechte im Vordergrund. Wie in anderen dreidimensionalen Rollenspielen üblich, entsteht auch hier Spannung durch die Kämpfe. Diese werden nicht überaus brutal inszeniert. Und der Fantasy-Touch schwächt die Wirkung zusätzlich ab. Dennoch könnten sensible Gemüter verunsichert werden. Und auch die Möglichkeiten, ethisch unangemessen handeln zu können und beispielsweise Unschuldige zu töten, fordert vom Spieler eine gewisse Reflektionsfähigkeit ein. Das Grundspiel trägt die USK-Kennzeichnung „ab 16 Jahren“. Und aufgrund der ähnlichen Darstellung ist auch "Enderal" erst für Jugendliche dieses Alters problemlos spielbar.

Fazit:
Hut ab – "Enderal" fühlt sich an wie ein kommerzielles Rollenspiel und unterhält für eine lange Zeit. Und das, obwohl es von Fans in ihrer Freizeit entwickelt wurde und kostenlos angeboten wird. Für die Spieletester gehört es sogar zu den besten Abenteuern, die sie in letzter Zeit erlebt haben. Während so manch kommerzielles Spiel lieblos wirkt oder unfertig erscheint, merkt man hier die Liebe zum Detail. Zwar wirkt nicht jede Sprecherrolle perfekt besetzt, doch vor dem Hintergrund, dass hier Amateure in ihrer Freizeit am Werk sind, ist das laut Tester eine verzeihliche Schwäche.

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Spieletester
Ü16 Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass