Tokyo Mirage Sessions #FE

Genre
Rollenspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Nintendo
Erscheinungsjahr
2016.06
Systeme
Wii U
System im Test
Wii U
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Buntes Rollenspiel mit komplexen Kampfsystem in der bunten Popwelt Tokios.
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Liebhaber strategischer Kämpfe
Sprache
japanische Dialoge, englische Untertitel
Grafik
Videosequenzen im Anime-Stil
Sound
Passende Musik- und Geräuschkulisse

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Zwei Freunde entdecken geheimnisvolle Kraft und kämpfen gemeinsam gegen Dämonen
Mehrspielermodus
ja
Spielforderungen
Strategisches Denken, Verstehen des komplexen Kampfsystems
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
Sexualisierte Darstellung weiblicher Charaktere
Redaktion
Spielbar
www.spielbar.de
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Das Rollenspiel "Tokyo Mirage Sessions #FE" führt in die bunte Popwelt Tokios und wartet mit einem komplexen Kampfsystem auf, das viel Freiraum für die eigene Taktik lässt. Die Mischung aus Dungeons erforschen und Stadtteile Tokios erkunden sorgt für viel Abwechslung. Englischkenntnisse werden allerdings vorausgesetzt.
Der Spieler schlüpft in die Rolle von Itsuki Aoi, einen 18-jährigen Schüler, der seine Kindheitsfreundin Tsubasa auf einen Talentwettbewerb begleitet. Tsubasa erhofft sich dort das mysteriöse Verschwinden ihrer berühmten Schwester aufklären zu können. Als die Teilnehmenden des Wettbewerbs von Dämonen in eine Parallelwelt entführt werden, entdecken Itsuki und Tsubasa eine geheimnisvolle Kraft: Sie können sich mit den Seelen mysteriöser Krieger und Kriegerinnen verbinden und mit deren Hilfe die Dämonen bekämpfen. Von ihrem Freund Touma, der ebenfalls diese Kraft besitzt, erfahren sie, dass die Kriegerseelen „Mirage“ genannt werden – und sie nun sogenannte „Mirage Masters“ sind.
Das Rollenspiel folgt den Geschehnissen um die Mirage Masters und deren Auseinandersetzung mit den Dämonen. Dafür gilt es verschiedene Haupt- und Nebenquests zu erfüllen. Der Schauplatz wechselt stets zwischen der realen Welt und der Parallelwelt der Dämonen. In der realen Welt bewegt man sich in der Third-Person-Perspektive durch verschiedene Distrikte Tokios, kann in diversen Läden nützliche Gegenstände kaufen oder sich mit NPCs unterhalten. In der Dämonenwelt gilt es dagegen Dungeons zu erforschen, Rätsel zu lösen und die dort ansässigen Dämonen zu besiegen.
"Tokyo Mirage Sessions #FE" setzt auf rundenbasierte Kämpfe: Nach einer festgelegten Reihenfolge führt jede Figur einen Spielzug aus. Hier steuert man nicht nur Itsukis Aktionen, sondern auch die der anderen Mitstreiterinnen und Mitstreiter, von denen man bis zu drei in sein Team wählen kann. Bei jedem erfolgreich abgeschlossenen Kampf erhalten die Teammitglieder und deren Mirages XP. Hat man genügend XP gesammelt, steigt die Figur ein Level auf und erhält neue Attacken und Fähigkeiten.
Entwickelt wurde der Titel mit Elementen aus den beliebten Rollenspielreihen Shin Megami Tensei und Fire Emblem. Während die Dämonenwelt und das Gameplay an die erstere Reihe angelehnt sind, stammen die Krieger und Kriegerinnen, die an der Seite der Mirage Masters kämpfen, aus den Fire Emblem Spielen. Das Spiel ist in Deutschland nur auf Englisch verfügbar, die Dialoge sind auf Japanisch vertont und mit englischen Untertiteln versehen.

Pädagogische Beurteilung:

Von Sarah Pützer auf www.spielbar.de

Abwechslungsreiche Story
Hinter dem zugegeben etwas holprig klingenden Titel "Tokyo Mirage Sessions #FE" verbirgt sich ein komplexes und tiefschichtiges Rollenspiel, dass dank ausgeklügeltem Kampfsystem und amüsanten Popsetting für viel Abwechslung sorgt. Um der Geschichte zu folgen, muss man weder die Shin Megami Tensei Spiele noch die Fire Emblem Reihe kennen. Obwohl viele Charaktere und Bezeichnungen aus diesen beiden Spielen entlehnt sind, beginnt in "Tokyo Mirage Sessions #FE" eine eigenständige Story.

Komplexes Kampfsystem fördert strategisches Denken
Schwieriger ist da der Einstieg in das Gameplay, insbesondere für Rollenspielneulinge: Mit den Teammitgliedern, den Mirages und den Waffen gibt es zum Beispiel gleich drei Elemente, die man auf unterschiedliche Art und Weise auflevelt. Die Erklärungen zur Funktionsweise des Spiels werden in Form von Textkästen angezeigt, die an manchen Stellen entsprechend lang ausfallen und zudem nur auf Englisch verfügbar sind. Ein anschauliches Tutorial hätte hier Abhilfe leisten können.

Hat man sich schließlich in das Kampfsystem eingefunden, bieten sich den Spielenden zahlreiche Möglichkeiten, eine eigene Strategie zu entwickeln. Dies beginnt schon bei der Frage, wen man in das eigene Team mitnehmen möchte. Denn jede Figur besitzt Vor- und Nachteile, sodass sie sich gegenseitig ergänzen. In "Tokyo Mirage Sessions #FE" sind durch die rundenbasierten Kämpfe weniger motorische Fähigkeiten gefragt, sondern eher strategisches Denken. Aber auch die soziale Komponente wird betont: Man kann sich mit den anderen Mirage Masters unterhalten und so das Teamwork im Kampf verbessern. Das Wii-U-Gamepad dient dabei als Kommunikationstool, auf dem in Messenger-App-Manier verschiedene Nachrichten der NPCs eintreffen.

Sexualisierung weiblicher Charaktere
Zwar stellen die Kämpfe in "Tokyo Mirage Sessions #FE" ein wichtiges Element dar – diese sind aber stets abstrakt gehalten und die Gegner als fiktiv erkennbar. Problematisch dagegen ist die klischeehafte Darstellung einiger weiblicher Figuren. Bei Tsubasa treffen eine üppige Oberweite und knappe Kleidung auf ein überzogen kindliches, hilfloses Auftreten. Zum einen bedient sie damit das Klischee der „Jungfrau in Nöten“, zum anderen wird sie trotz ihrer gerade einmal 18 Jahre äußerst sexualisiert dargestellt.

Fazit:
Bei "Tokyo Mirage Sessions #FE" handelt es sich um ein buntes, komplexes Rollenspiel, das durch die Mischung aus sozialen und taktischen Aspekten für viel Abwechslung sorgt. Problematisch ist dagegen die sexualisierte Darstellung weiblicher Charaktere. Zudem werden gute Englischkenntnisse vorausgesetzt, sodass sich das Spiel erst ab einem Alter von 14 Jahren eignet.