Blackguards 2

Genre
Rollenspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Daedalic Entertainment
Erscheinungsjahr
2015.01
Systeme
PC, Mac
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Taktik-Rollenspiel nach dem Regelwerk des Pen&Paper-RPGs „Das schwarze Auge“
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans von Strategie- und Rollenspielen
Sprache
Deutsche Dialoge und Bildschirmtexte
Grafik
Düstere Grafik mit wenig Farben
Sound
Atmosphärische Soundkulisse mit wenig musikalicher Untermalung

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
verschiedene Klassen spielbar
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Ausdauer, Taktik, strategisches Denken
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
Komplexe Spielmechanik, düstere Atmosphäre
Gruppenleiterin
Katrin Schmidt
Luna Sennestadt, HoT Schildesche
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
"Blackguards 2" ist der Nachfolger von Blackguards – einem Strategie-Rollenspiel. Die Regelwerke beider Spiele basieren auf dem Pen-&-Paper-Rollenspiel „Das schwarze Auge“. Während der erste Teil ein Strategiespiel mit Rollenspielelementen war, rücken im zweiten Teil die Rollenspielelemente in den Vordergrund.
Die Handlung beginnt drei Jahre nach dem Ende von Blackguards mit der Protagonistin Cassia von Tenos, die eingesperrt in labyrinthartigen Katakomben aufwacht. Dort ist sie umringt von gefährlichen Spinnen, den Corapien, deren regelmäßig injiziertes Gift mit der Zeit entweder Tod oder Wahnsinn mit sich bringt. Ihr einziger Gesprächspartner dort ist ihr Wächter und sie stellt sich und ihm die Fragen: Warum ist sie dort und wie ist sie dort hingekommen?
Ohne zunächst eine Antwort darauf zu erhalten, beschließt sie, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Vom Gift der Spinnen gekennzeichnet, verfällt sie jedoch in einen Größenwahn. Sie will nicht nur der Gefangenschaft entkommen, sondern gleich die gesamte Herrschaft an sich reißen – koste es was es wolle. Dazu muss sie verschiedene Städte einnehmen und Unterstützungsgruppen gewinnen. Als Anti-Heldin lautet ihre Strategie „Lug und Betrug“, sie befreit aber – zu diesem Zweck – auch Gefangene.

Pädagogische Beurteilung:
Aller Anfang ist schwer
Das Spiel startet mit einer kurzen Videosequenz, in der erzählerisch das Schicksal von Cassia von Tenos vorgestellt wird: Sie erwacht nicht wie üblich in ihrem weichen Bett, sondern eingesperrt in den Katakomben unterhalb der Stadt. Umringt ist sie von giftigen Spinnen und steht unter Beobachtung einer Wache. Diese Szenerie ist gleichzeitig das Einstiegs-Tutorial. Cassias erste Mission ist es, aus den Katakomben zu entkommen. Um zu wissen, wie sie dies erreichen kann, erscheinen zunächst Spielerklärungen mit Bildeinblendungen zur besseren Orientierung. Diese Hilfen, in Verbindung mit der sehr ausführlichen Beschreibung des Regelwerks im Handbuch, lassen das Spiel auch unabhängig von dem ersten Teil spielen. Dennoch sind diese sehr vielfältig und komplex, sodass es bei der Steuerung zur leichten Verwirrung kam: „Wieso bewegt die sich bei WASD nicht?“ (Felix, 13 Jahre). Vor allem Spieler von herkömmlichen Action- oder Rollenspielen, die es gewohnt waren, die WASD-Steuerung zu nutzen, mussten sich hier umgewöhnen. Denn hier bewegt man mit diesen Tasten lediglich die Kamera und schaut sich um. Um die Spielfigur zu steuern, müssen stattdessen – wie es in Strategiespielen üblicher ist – Gehfelder (bzw. Hexfelder) angeklickt werden, wobei nur eine bestimmte Anzahl von Gehfeldern pro Runde passiert werden können.

Spielatmosphäre in Bild, Ton und Gesamtdarstellung
Die Grafik des Spiels ist gut gestaltet und „erinnert durch die Vogelperspektive an League of Legends“ (Felix, 13 Jahre). Die schaurige und „düstere Stimmung ergibt sich durch die Dunkelheit innerhalb der Katakomben“ (Pascal, 19 Jahre) sowie durch die Hintergrundmusik und Soundeffekte. Die Synchronisation der Dialoge ist sehr emotional und verängstigt dargestellt. Die erzählerischen Elemente ergeben sich durch Buchsequenzen zwischen den Spielabschnitten. Ein Buch wird aufgeschlagen und das bereits Gespielte erscheint als Text, der durch eine angenehme Erzählstimme vorgelesen wird.
Die Atmosphäre hat in ihrer Gesamtdarstellung das Potenzial, die Spieler in die Geschichte eintauchen zu lassen und die Gefühle der Spielcharaktere nachzuempfinden.

Rollenspiel oder Strategiespiel?
"Blackguards 2" ist eine Mischung aus Rollenspiel und Strategiespiel, wobei die Rollenspielelemente in diesem Teil im Vordergrund stehen. Das Spiel ist dabei abwechslungsreich gestaltet und bietet Kampf-, Lauf- und Rätselpassagen (Pascal, 19 Jahre). So können Objekte bewegt werden, um Aktionen der Gegner zu torpedieren, z.B. indem man Kistenstapel umwirft oder Kronleuchter durchtrennt. Daneben können verschiedene Schalter betätigt werden, dessen Funktionen erst noch entdeckt werden müssen. Ähnlich verhält es sich mit den Türen, die zu unterschiedlichen Wegen führen und noch erkundet werden müssen. Das Verlaufen war hierbei vorprogrammiert und führte zur Überforderung: „Ich weiß gar nicht, wo ich hin muss.“ (Felix, 13 Jahre); „Was ist das für ein Labyrinth? Jetzt komme ich auch nicht mehr weiter!“ (Pascal, 19).
Klassische Rollenspielelemente finden sich zudem in den Dialogen, in denen Entscheidungen getroffen werden müssen, die den Spielverlauf beeinflussen. Auch können verschiedene Klassen, wie Schwertkämpfer, Bogenschütze, Assassine oder Hexe, gewählt werden.
Der Kampfmodus findet in alter Strategiespiel-Manier statt. Die Kämpfe sind rundenbasiert und werden auf Hexfeldern ausgetragen. Das heißt, dass innerhalb einer Runde nur eine bestimmte Anzahl an Aktionen getätigt werden kann. Dies umfasst zum einen die Anzahl der Felder, die sich die SPielfigur bewegen kann sowie die Kampfaktionen. Jede Attacke kostet zudem Ausdauerpunkte, die nach und nach wieder aufgefüllt werden.

Fazit:
"Blackguards 2" ist der Nachfolger von Blackguards mit veränderter Spielstruktur. Statt eines Strategiespiels mit Rollenspielelementen, findet man ein Rollenspiel mit Strategiespielelementen vor.
Auch wenn das Spiel unabhängig von dem ersten Teil erlern- und spielbar ist, ist das Spielprinzip sehr komplex und benötigt ein hohes Maß an Geduld sowie eine Eingewöhnungsphase bis es Spaß macht. Gerade die jüngeren Tester im Alter von 13 bis 14 Jahren verloren schnell die Motivation. Unser ältester Tester (19 Jahre) fand jedoch Gefallen an dem Spiel, war von den vielfältigen Spielelementen begeistert und wollte es unbedingt durchspielen. Einig waren sich alle, dass sowohl Grafik, Sound und die audiobasierten Dialoge die düstere Atmosphäre wiederspiegeln und den Spieler in den Bann ziehen können.

Beurteilung der Spieletester zuklappen
Spieletester
HoT Schildesche
Bielefeld
Bewertung Spielspass

 „Das Spiel erinnert durch die Vogelperspektive an League of Legends.“ (Felix, 13 Jahre)

„Die düstere Stimmung ergibt sich durch die Dunkelheit innerhalb der Katakomben.“ (Pascal, 19 Jahre)

„Das Spiel ist abwechslungsreich gestaltet und bietet Kampf-, Lauf- und Rätselpassagen.“ (Pascal, 19 Jahre)

„Ich weiß gar nicht, wo ich hin muss.“ (Felix, 13); „Was ist das für ein Labyrinth? Jetzt komme ich auch nicht mehr weiter.“ (Pascal, 19)