Mario und Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016

Genre
Sport
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
SEGA
Erscheinungsjahr
2016.06
Systeme
Wii U, Nintendo 3DS
System im Test
Wii U
Kurzbewertung
Abwechslungsreiche, aber kurzweilige Minisportspiele-Sammlung
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Interessant für
Gelegenheits- und Partyspieler
Sprache
Deutsche Texte
Grafik
Typisch bunte Comic-Grafik
Sound
Eingängige, bekannte Sounds

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Bekannte Gesichter aus dem Mario- und Sonic-Franchise
Mehrspielermodus
Lokaler Mehrspielermodus für bis zu 4 Spieler_innen
Spielforderungen
Hand-Augen-Koordination, gute Lesefähigkeiten
Zusatzkosten
keine
Problematische Aspekte
keine
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
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Spielbeschreibung:
Zum nunmehr fünften Mal treffen die Welten der einstigen Konkurrenten Mario (Nintendo) und Sonic (Sega) anlässlich der Olympischen Spiele aufeinander. In Rio 2016 gilt es, sich in 14 offiziellen olympischen Disziplinen sportlich zu messen. Alleine oder mit bis zu vier Spieler_innen hat man offline die Wahl zwischen Mannschaftssportarten, wie Fußball oder Rugby, und Einzelsportarten, wie etwa BMX oder Bogenschießen. Die einzelnen Wettkämpfe lassen sich von 20 Figuren mit jeweils unterschiedlichen Stärken und Schwächen bestreiten. Im Verlauf des Spiels können 15 weitere Figuren sowie diverse Accessoires durch Erfolge freigeschaltet werden.

Pädagogische Beurteilung:
„Yeah, Rio!"
Eine kurze Videoanimation führt uns atmosphärisch gelungen an den Ort des Geschehens: Rio. Nicht wenige Kinder erinnerten sich, trotz der altbewährten quietschig-bunten Nintendografik, an ihre TV-Eindrücke der echten Olympischen Spiele und natürlich an die Bilder der FIFA-WM 2014. Audiovisuell präsentiert sich der neueste Ableger der Reihe ohnehin gelungen. Ob Sandabdrücke der Füße von Bowser beim Beach-Volleyball oder, je nach Geschwindigkeit, kurze oder lange Feuerschweife an den Hacken der einzelnen Figuren beim 100-Meter-Lauf - die grafische Präsentation ist, trotz der kindlich-bunten Aufmachung, detailverliebt und wurde von der Testergruppe durchweg positiv bewertet. Ebenfalls positiv in Erscheinung trat die, stets im Hintergrund bleibende und nicht zu aufdringliche, jedoch wenig abwechslungsreiche, musikalische Untermalung des Geschehens. Die Soundeffekte wurden mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis genommen. Das Gehörte, die Schläger- oder Schussgeräusche, präsentiert sich zwar ebenfalls detailreich, jedoch bemängelten einige Kinder der Testergruppe, insbesondere sport(spiel)affinere, das Fehlen eines Kommentators bei den einzelnen Disziplinen, allen voran beim Fußball.

Für (Spiel-)Einsteiger_innen geeignet...
...die des Lesens mächtig sind. Egal ob Reiten oder Rhythmische Sportgymnastik, einmal richtig gespielt, stellte die Steuerungsmechanik die Tester_innen meist vor keine allzu großen Herausforderungen. Die Steuerung nutzt die Möglichkeiten des (Bewegungs-)Controllers marginal und setzt stattdessen auf klassische Tasteneingaben. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob Rio 2016 via Remote mit oder ohne Nunchuk oder via GamePad gespielt wird. Allerdings bietet der Titel nur selten stupides Tastenhämmern, wie beispielsweise California Games (ein C64-Klassiker aus dem Jahr 1987). Vielmehr gilt es ein Gespür für das richtige Timing der einzelnen Tastenkombinationen zu entwickeln. Dies wiederum gelang in der Testphase nicht immer. So stellte beispielsweise der Dreisprung die Kinder vor ein zunächst unlösbares Rätsel. Die Sportarten werden vor Beginn jeweils bildlich und vor allem schriftlich erläutert, so dass es tatsächlich, zumindest für die Entfaltung des vollen Spielspaßes, wichtig ist, mehr als nur erste Lesekenntnisse zu besitzen. Beim Test (Ü8-Gruppe) kam es dennoch immer wieder vor, dass die jeweiligen Erklärungen, meist mangels Geduld, weggeklickt wurden. So endete die erste Olympiateilnahme zunächst oft mit einem eher mauen Ergebnis. Dabei war nicht nur die Steuerung das Problem, auch die mangelnde Regelkunde wirkte sich beispielsweise beim Rugby negativ auf den Spielfluss aus.

Kurzweilig
Die Entscheidung der Entwickler_innen auf direkte Online-Duelle oder Turniere komplett zu verzichten, dürfte ebenfalls ein maues Ergebnis hinsichtlich der Langzeitmotivation für Einzelspieler_innen ergeben. Fraglich ob das obligatorische Freischalten von Charakteren, Outfits oder Musikstücken sowie Online-Ranglisten ausreicht, um die Spieler_innen lange bei der Stange zu halten. Trotz dieses Mankos schlug Rio 2016 beim Test ein, entfaltet jedoch seinen Spielspaß erst im Mehrspielermodus. Leicht bemängelt wurden dennoch der, mit 14 Disziplinen etwas dürftige, Gesamtumfang des Spiels sowie die Fähigkeiten der einzelnen Spielfiguren. So wurden beispielsweise beim Tischtennis den Avataren zwar unterschiedliche Fertigkeiten in puncto Schmetterball, Tempo und Spin zugeordnet, diese wirkten sich jedoch nicht spürbar auf den Spielfluss aus.

Fazit:
Der Titel ist technisch, audiovisuell, wie auch hinsichtlich der Steuerungsmechanik eine gelungene Mini(sport)spielsammlung mit allseits bekannten Charakteren aus den Mario- und Sonic-Welten. Kleinere Mankos, wie etwa das Fehlen eines Online-Modus, wirkten sich auf die Beurteilung der Testergruppe nicht gravierend aus, dürften jedoch im heimischen Wohnzimmer für eher kurz anhaltenden Spielspaß sorgen. Wer bereits einen vorherigen Teil der Reihe sein Eigen nennt, bekommt jedoch wenig Neues geboten. Die Gruppe war sich relativ einig, dass das Spiel, ohne eine Begleitperson mit Lesekenntnissen, erst ab der dritten Klasse, sprich ab etwa 8 Jahren geeignet ist. Ansonsten ist es kaum möglich Rio 2016, hinsichtlich seiner Steuerung und der einzelnen Regeln, in vollem Umfang zu genießen.

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Spieletester
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass

"Ich finde die Grafik total gut, weil die Figuren total süß sind."

"Ein Kommentator beim Fußball wäre toll!"